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Sa, 11:15 Uhr
31.10.2009

w(iethoffs)w(ilde)w(oche).nnz

Die Zeitungsnachshow beschäftigt sich heute mit tierischer Grippe, Selbstzweifeln, kreistäglichen Spielereien, einem um sich greifenden Irrtum, der Macht im Rat und einem schwarzen Freitag .... für den mdr.

Montag bis Freitag

gab´s wieder reichlich Virenangst. Schweine- oder Vogelgrippe – tierisch muss die Angst sein. Menschen, die diese dämpfen wollen, haben oft mit erstaunlich viel Gegenwind zu kämpfen, auch in der nnz. Ich habe kein Fachwissen und gehöre definitiv zu den Menschen, die nie Arzt oder Apotheker mit dem Beipackzettel schlagen, auch nicht bei riesigen Nebenwirkungen. Gehen wir also noch mal zu einem absoluten Fachmann für Schweine in die Lehre. Hier noch einmal zwei Kernaussagen eines Interviews, das ich mit dem Präsidenten der Landestierärztekammer Thüringen, Dr. Landsiedel, am 11.05.2009 führte:

„Die in den Medien als „Schweinegrippe“ bezeichnete Grippe sollte besser „Mexikanische Grippe“ oder „Influenza A H1N1“ genannt werden. Sie ist eine Erkrankung der Menschen....“ und „Es gibt unseres Erachtens keine vernünftige Begründung, warum diese menschliche Grippe als „Schweinegrippe“ bezeichnet wird. Normalerweise werden die Formen der Grippe nach der Region, in welcher sie zuerst aufgetreten sind, bezeichnet. Die Influenza A H1N1-Viren kommen bei allen Tieren vor, u.a. auch bei Schweinen.“

„Mexikanische Grippe“ oder „Influenza A H1N1“ hören sich für die Laien unter uns wie ganz normale Grippebezeichnungen an. „Schwein“ ist für uns jedoch fast ein Schimpfwort, zumindest ein Tier, mit einem allgemein negativen Image. Mit Vögeln, vor allem mit deren Tätigkeit, verbinden wir, wenn wir nicht Alfred Hitchcock heißen, zwar durchaus positive Erinnerungen. Aber es ist eben auch die lautlose Gefahr aus der Luft. Darüber denke ich jetzt noch mal nach. Wenn Sie Lust haben, machen Sie mit.

Montag

Geplagt von fiesen Selbstzweifeln lasen wir „Normalos“ heute nicht nur nnz. Jetzt können wir endlich ermessen, warum unsere oberen 611 so ein gutes Gehalt beziehen. Vor allem, wenn sie es dann „zu etwas gebracht haben“. Arbeitsminister zu sein, ist dann kein Problem für einen gewesenen Verteidigungsminister, statt Wirtschaft zu machen, verteidigt man mal schnell als oberster Dienstherr unser Land und wer beispielsweise eben noch Innenminister war, glänzt zukünftig als „Dukatenscheich“.

Ich habe gerade einen guten Nordhäuser Dachdeckermeister kennen und seine Dienste schätzen gelernt. Wenn er sich Fernsehwerbung leisten könnte, würde ich gern seine Werbe-Ikone (Das scheitert am Aussehen, ich weiß das!).

Ich habe auch mal einen Handwerksberuf erlernt und auf dem Zeugnis stehen durchweg gute Noten. Dennoch würde ich nicht wagen, auch nur einen Tag als Dachdecker zu arbeiten, erst recht nicht einen solchen Betrieb zu leiten.

Ich schätze den Experten und auch noch seine Helfer, die sich meist ehrlich bemühen, in seinem Sinne zu arbeiten und ich helfe auch gern einem Experten, wenn er mich darum bittet. Niemals bin ich von heute auf morgen universell einsetzbar und ich bezweifele sehr, dass es überhaupt Menschen gibt, die das sind. Es wäre schön, wenn ihr neuen Minister uns „Normalos“ gemeinsam mit Mutti vom Gegenteil überzeugen könntet. Aber denkt an den alten Kaffee-Werbespruch: „Mühe allein genügt nicht.“

Dienstag

„Das Landratsamt Nordhausen soll im Rahmen des Bundesprogramms „Kommunal-Kombi“ fünf Langzeitarbeitslose einstellen. Darüber ist heute Nachmittag im Kreistag diskutiert worden.“

Das ist nichts ungewöhnliches. Aber sehr weiter hinten im Beitrag kommt es dann doch: „Und „weil Herr Jendricke auch zweimal durfte“, musste Drick nachziehen.“ Kreistag, oder doch ein Bericht aus einer Kita? Nein, Kreistag, kein Irrtum des Verfassers. Sollte nicht mal jemand aufschreiben, welches große Kind wie oft mit welchem Förmchen spielen und in welches Mikrofönchen husten darf?

Mittwoch

„Weimar wird in dieser Woche zahlreiche Maßnahmen starten, um den Verkehrslärm und die Feinstaubbelastung in der Stadt zu verringern. Vor allem auf den stark befahrenen Straßen sind dann ganztägig nur noch 30 Kilometer pro Stunde erlaubt.“

Wenn ein Fahrzeug mit 30 km/h statt mit 50 km/h durch die Stadt fährt, fährt es je nach Streckenprofil meistens im 2. statt im 4. Gang und braucht mehr Zeit für die gleiche Strecke. Der Motor ist lauter und länger in Betrieb. Eine Verminderung von Verkehrslärm und Feinstaubbelastung ergibt sich, wenn überhaupt, so sicher erst nach der x. Stelle hinter dem Komma. Aber Einwohner und Passagiere in den Kfz haben längere Zeit was voneinander und das ist doch gut für die zwischenmenschlichen Beziehungen in Weimar.

Donnerstag

„Neues Selbstverständnis“ soll in den Nordhäuser Stadtrat einziehen. Alle gegen Zwei oder Drei heißt die Devise. Vorschlag: Nicht bekämpfen, sondern loben. Am besten über den bündnisgrünen Klee und mit tiefschwarzem Humor. Vergesst die feuerrote Scham und allen gelben Neid, dann könnte bald Erfurt rufen und schon geht alle Macht vom Stadtrat aus.

Freitag

Schwarzer Freitag war das im Thüringer Landtag heute nicht. Es gab einen „Dämpfer für Lieberknecht“. Ob nun mindestens eine rote oder schwarze Stimme in den ersten zwei Wahlgängen gefehlt hat, wird man vermutlich nie ergründen können, jedenfalls brauchte Christine Lieberknecht (CDU) den 3. Wahlgang. Da erreichte sie aber mit 55 Stimmen ein gutes Ergebnis.

Vollkommen ohne Stimme hätten jedoch Moderatorin Kerstin Grundmann vom mdr und ihr Co. Prof. Everhard Holtmann heute für ihren Sender vermutlich mehr getan. Man war wohl nur auf einen Wahlgang vorbereitet. Peinliche Holpereien nach dem 1. Wahlgang wurden gekrönt von Prof. Holtmanns Kommentaren zur „PDS“ und „PDS-Fraktion“ vor dem 3. Wahlgang. Sie blieben von Frau Grundmann unwidersprochen. So wurde der Eindruck vermittelt, die Beiden wären gerade von einer Antarktis-Expedition eingeflogen worden, wo sie sich die letzten knapp zwei Jahre zwar erkältet hatten, aber eben leider nicht bis zur letzten Stimmlosigkeit.
Jürgen Wiethoff
Autor: nnz

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Kommentare
auletes
31.10.2009, 12:40 Uhr
Neuer Name- neue Partei?
Ist denn PDS ein Schimpfwort für die Partei der Linken? Es weiss doch trotzdem jeder, wer gemeint ist und wo sie hergekommen sind. Und nach der nächsten möglichen (wievielten dann?) Umbenennung wird immer noch jeder wissen,mit wem er es zu tun hat.

Auch wenn man ein altes Haus neu anstreicht, bleibt es immer noch das alte Haus. Und Margot Honneckes gute Wünsche werden diese Partei auch weiterhin in die Zukunft begleiten, wie ihrem "Horror"-Video anläßlich des 60. Geburtstages der DDR zu entnehmen ist. Der Sozialismus wird kommen!

Ob sie damit unbedingt die Variante des "demokratischen" Sozialismus meint, lasse ich mal dahingestellt oder besser gesagt, glaube ich eher weniger! Nun gehen- Gott sei Dank- nicht immer alle Wünsche und Prophezeiungen solcher Leute in Erfüllung - und das ist gut so!
----4
01.11.2009, 13:42 Uhr
Zusammenschluß von 2 Parteien = Neue Partei
DIE LINKE ist ein Zusammenschluß von 2 Parteien und damit keine nochmals umbenannte SED.

Wohin ein solcher Zusammenschluß bereits einmal geführt hat, weiß jeder, der wenigstens 26 Jahre alt ist, also 1989 in der 1. Klasse oder höher war. Den Jüngeren muß man sicher ab und zu davon erzählen.
auletes
01.11.2009, 16:17 Uhr
BRAUCHE NACHHILFEUNTERRICHT
Nach dieser Logik hätte dann die SED erst mit Gründung der Linken aufgehört zu existieren oder schon nach der Wende? War dann die PDS auch eine neue Partei, ohne Anspruch auf das SED-Vermögen? Und welcher Zusammenschluß wäre im zweiten Teil ihrer Beantwortung gemeint?

In der ersten Klasse beschäftigen sich die Kinder in erster Linie doch wohl mehr mit dem Erlernen von Lesen und Schreiben, weniger mit Politunterricht.
Oder meinen Sie gar die Zwangsvereingung von KPD und SPD 1946? Wohin das geführt hat, ist mir allerdings hinreichend bekannt, da ich zur Wendezeit bereits genau meinen 30. Geburtstag feiern konnte und der Mauerfall quasi das schönste Geburtstagsgeschenk war.
----4
02.11.2009, 10:01 Uhr
Tauge nicht zum Oberlehrer....
....aber verweise auf Wikipedia:
Die Linke (DIE LINKE.) ist eine Partei in Deutschland, die sich zum Demokratischen Sozialismus bekennt. Sie positioniert sich links von den anderen im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien.[4] Nach Eigendarstellung ist sie „demokratisch und sozial, ökologisch, feministisch und antipatriarchal, offen und plural, streitbar und tolerant, antirassistisch und antifaschistisch, eine konsequente Friedenspolitik verfolgend.“[5]

Die Partei entstand am 16. Juni 2007 als Zusammenschluss[6] durch Beitritt[7] der WASG, einer Vereinigung aus einem abgespaltenen SPD-Flügel und SPD-kritischen linken Gewerkschaftern, zur Linkspartei.PDS. Zu ihrem größeren Teil ging sie aus der 2005 umbenannten PDS hervor, die ihrerseits aus der ehemaligen DDR-Staatspartei SED 1990 entstanden war. Gleichberechtigte Vorsitzende sind Lothar Bisky und Oskar Lafontaine.

Die Wählerschaft der Partei in den neuen Bundesländern entspricht der einer Volkspartei.[8] Im Bundestag stellt sie derzeit die viertstärkste der fünf Fraktionen mit 76 von 622 Sitzen. Die Linke ist auf europäischer Ebene Mitglied der Europäischen Linken und wirkt im Forum der Neuen Europäischen Linken (NELF) mit.

In der Politikwissenschaft wird die Frage, inwieweit die Partei Die Linke – unter Einschluss ihres Vorläufers Linkspartei.PDS – als extremistisch zu bewerten sei, diskutiert und unterschiedlich beantwortet.[9] Uneinheitlich ist auch die Einstufung und Praxis der Beobachtung durch die Verfassungsschutzbehörden von Bund und Ländern.
Zitat Ende
Real Human
02.11.2009, 12:40 Uhr
Horizonterweiterung (nicht nur) speziell für „auletes“
Wenn jemand polemisiert, sollte er über Gegenstand seiner Auseinandersetzung hinreichende Kenntnis haben. Wenn er sie doch haben sollte, darf er seriöserweise „unpassende“ Tatsachen nicht verschweigen. Dazu muss man aber (leider) zuweilen „das Rad neu erklären“.

So ist die SED nicht die Erfindung von Walter Ulbricht, sondern von Josef Stalin. Ulbricht hat höchstens das „Tretrad“ zu einem „Pedalrad“ weiterentwickelt. Die russischen Panzer sind auch nicht ohne eine Vorgeschichte bis an die Elbe gerollt. Das Deutsche Volk hatte am 5. März 1933(!) letztmalig die Gelegenheit sie zu stoppen. (Unsere Nazis mögen dies anders sehen.) An der Machtergreifung der NSDAP war nicht nur die KPD sondern auch die SPD mitschuldig.

Ausreichend gelernt haben daraus heute weder die SPD noch DIE LINKE (zumindest ein großer Teil von ihr nicht).

Die Schuld der SPD:

Wie schon von 1918 bis 1930 hat sie die Interessen ihrer „Klienten“, der Lohnarbeiter, zumindest nicht ausreichend vertreten. Mit der Propagierung der Agenda 2010 hat die SPD ihre Klientel sogar regelrecht verraten. In der Folge entstand die WASG, bestehend aus vielen enttäuschten ehemaligen SPD-Mitgliedern!

Die Schuld von KPD, SED, PDS, DIE LINKE:

Als Teil der Komintern propagierte die KPD die Leninsche „Partei neuen Typus“ und lehnte damit einen Parteienpluralismus sogar auf der Grundlage einer demokratisch-sozialistischen Verfassung ab. Die SED führte mit Gründung der „DDR“ einen Scheinparlamentarismus unter ihrer „Diktatur der Arbeiterklasse“ ein. Das Fehlen einer freien Marktwirtschaft führte schließlich nach der Verweigerung der Unterstützung (wie 1953) durch die sowjet-russische Zentralmacht zum friedlichen Zusammenbruch.

Die PDS und DIE LINKE haben es bis heute weitgehend versäumt, die Fehler der Vergangenheit richtig aufzuarbeiten und sich bis jetzt nicht auf ein in sich geschlossenes Grundkonzept für einen Demokratischen Sozialismus einigen können. Vielmehr gibt es Tendenzen, sich den sozial- und demokratiefeindlichen Praktiken der „SPD“ anzunähern.

Auf die sehr interessanten Ursachen von Geburt und „Gefressenwerden“ der WASG einzugehen, würde noch viele Seiten Kommentar erfordern.
auletes
02.11.2009, 14:01 Uhr
Zuviel der Mühe
Mag schon alles sehr interessant, sein, was Sie sa so schreiben und dank der heutigen Informationsmöglichkeiten kann sich ja der wissbegierige Leser im Internet allseitig informieren. Welch Segen!

Evtl. lesen Sie sich dazu noch mal, meinen Ausgangskommentar zu diesem Artikel durch und antworten dann noch einmal neu? Denn schon früher im Neuen Deutschland haben solche ellenlangen Beiträge bei der Bevölkerung gegelmäßig zu Ermüdungserscheinungen geführt. Würde sagen, viel Mühe gemacht, aber Thema verfehlt.

Wollte doch lediglich dem Prof. Holtermann ein wenig unter die Arme greifen und darstellen, daß es schlimmeres gibt, als zu den Linken PDS zu sagen, weil doch die Mehrheit der Zuschauer diese Verwechslung oder diesen Versprecher gut verschmerzen kann. Schließlich wurden sie doch nicht mit der CDU oder SPD verwechselt. Verschwiegen habe ich da also gar nichts.

Leider ist noch keiner der "Ereiferer" auf das von mir angesprochene "Geburtstagsvideo" von Margot Honecker eingegangen. Das wäre es doch auch allemal wert gewesen in w(iethoffs)w(ilden)w(ochen)-Rückblick aufgenommen zu werden. Und das Rad braucht man wirklich nicht neu erklären, falls aber das Rad der Geschichte gemeint sein sollte, das dreht sich immer weiter und weiter. Und die Menschen haben es in unserer Demokratie sehr wohl in der Hand, die Laufrichtung ein wenig mit zu bestimmen.
Totaldemokrat
02.11.2009, 17:56 Uhr
Wer hat uns verraten? - Sozialdemokraten!
Der Flötenspieler meinte: "Und die Menschen haben es in unserer Demokratie sehr wohl in der Hand, die Laufrichtung ein wenig mit zu bestimmen."

Richtig Herr Flötenspieler. Und viele Wähler hatten sich im Ergebnis der Thüringer Landtagswahlen etwas anderes vorgestellt als die derzeitige Konstellation die schon jetzt auf Wackelbeinen umherstolpert.

Aber so war es schon immer mit den Sozis. Wer hat uns verraten? - Sozialdemokraten!

Ob das der Flötenspieler begreift ist allerdings zweifelhaft. Lieber schaut er sich Margot Videos an...
auletes
02.11.2009, 19:22 Uhr
Sprüche aus der Mottenkiste
Wenn man schon als "TOTALK-Demokrat" das Wort Demokratie im Namen führt, so sollte man sich doch wenigstens auch an dern Spielregeln halten.

Mag ja sein, daß ihnen und anderen eine schwarz-rote Regierung für Thüringen nicht gefällt, aber die SPD hat sich nun einmal mehrheitlich dafür entschieden. Sie schreiben richtiger Weise: viele Wähler hätten sich was anderes gewünscht- aber viele sind eben nicht die Mehrheit.

Und dann hätte ich gerne mal gewusst, wen Sie da in ihrem Spruch eigentlich mit UNS meinen? Also mich hat die SPD nicht verraten und Sie als deren schärfsten Kritiker hier doch wohl auch nicht, oder haben Sie etwa SPD gewählt oder sind gar Mitglied.

Und andere Wähler fühlen sich möglicherweise auch nicht verraten. Und bitte unterlassen Sie es, persönlich zu werden:Was ich begreife und was nicht, das zu beurteilen, dürfte ausserhalb ihrer Kompetenz liegen. Mich als begriffsstutzig hinzustellen, nur weil ich -zum Glück- ne andere Meinung als Sie vertrete, ist unterste Schublade.

Ich antworte Ihnen einfach mal mit einem noch älteren Spruch von Cäsar:"alea iacta est."- und das sollten sie langsam mal akzeptieren in Bezug auf die neue Thüringische Landesregierung. Im übrigen habe ich nicht weiter vor, mich auf diesem Niveau mit ihnen hier länger einzulassen.
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