Mi, 00:07 Uhr
11.11.2009
Wenig Interesse
Lag es an den vielen Terminen oder bestand wirklich so wenig Interesse? Zur Vorführung des Films "Die Soldaten mit dem ‚halben Stern'. Als ‚jüdische Mischlinge' in der Wehrmacht" . kamen nur wenige Besucher zum Achteckhaus...
Da war die Hamburger Regisseurin Heike Mundzeck (Foto) extra nach Sondershausen gekommen, um ihren Film selst vorzustellen, über ein Thema, welches lange Zeit als Tabu galt. Für ihre Recherchen hatte Mundzeck, die schon über 120 Filme gedreht hat, auch Briefe, Kriegstagebücher und Fotografien aus dem Nachlass der Sondershäuser Rabbinerfamilie Heidenheim genutzt.
Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) ließ sich bei der Begrüßung der Gäste die Enttäuschung, die er eigentlich gehabt haben müsste, nicht anmerken. Kreyer prangerte die Doppelmoral im nazistischen Deutschland an, weil auf der einen Seite die Juden in die Vernichtungslager geschickt wurden, sie aber auf der anderen Seite auch als Kanonefutter an der Front einsetzte.
Schon bei der Begrüßung war Kreyer darauf eingegangen, wie es zur Entstehung des Filmes kam. Der Texaner Bryan Mark Rigg, Student der Geschichte und von deutsch-jüdischer Herkunft, lernt 1992 in Deutschland einen Mann kennen, der ihm scheinbar Unglaubliches erzählt. In der Wehrmacht hätten Juden und "jüdische Mischlinge" - teils unerkannt, teils mit "Deutschblütigkeitserklärungen" - an der Front gekämpft. Bryan Rigg verfolgt die Spur und veröffentlicht seine Recherchen in einem Buch über "Hitlers jüdische Soldaten".
10 Jahre später nahm die Regisseurin Heike Mudzeck den Faden wieder auf. In ihrem Film befragte sie elf Zeitzeugen nach ihrem Leben. Die Geschichten, die zutage treten, sind verblüffend und werfen ein erhellendes Licht auf ein bislang kaum beachtetes Kapitel des Rassenwahns im Nationalsozialismus.
Über die Ursachen für den geringen Besuch kann man nur spekulieren. Zumindest zeitgleich lief die Ökumenische Martinsfeier ab. Am anschließenden Umzug nahmen viele Bürger mit ihren Kindern und Enkelkindern teil, aber auch etliche junge Menschen ohne Kinder hatten sich zum Schluss dem Umzug angeschlossen. Vielleicht war das Thema aber auch zu kurz nach den ganzen Feiern zu 20 Jahre Mauerfall angesetzt.
Autor: khhDa war die Hamburger Regisseurin Heike Mundzeck (Foto) extra nach Sondershausen gekommen, um ihren Film selst vorzustellen, über ein Thema, welches lange Zeit als Tabu galt. Für ihre Recherchen hatte Mundzeck, die schon über 120 Filme gedreht hat, auch Briefe, Kriegstagebücher und Fotografien aus dem Nachlass der Sondershäuser Rabbinerfamilie Heidenheim genutzt.
Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) ließ sich bei der Begrüßung der Gäste die Enttäuschung, die er eigentlich gehabt haben müsste, nicht anmerken. Kreyer prangerte die Doppelmoral im nazistischen Deutschland an, weil auf der einen Seite die Juden in die Vernichtungslager geschickt wurden, sie aber auf der anderen Seite auch als Kanonefutter an der Front einsetzte.
Schon bei der Begrüßung war Kreyer darauf eingegangen, wie es zur Entstehung des Filmes kam. Der Texaner Bryan Mark Rigg, Student der Geschichte und von deutsch-jüdischer Herkunft, lernt 1992 in Deutschland einen Mann kennen, der ihm scheinbar Unglaubliches erzählt. In der Wehrmacht hätten Juden und "jüdische Mischlinge" - teils unerkannt, teils mit "Deutschblütigkeitserklärungen" - an der Front gekämpft. Bryan Rigg verfolgt die Spur und veröffentlicht seine Recherchen in einem Buch über "Hitlers jüdische Soldaten".
10 Jahre später nahm die Regisseurin Heike Mudzeck den Faden wieder auf. In ihrem Film befragte sie elf Zeitzeugen nach ihrem Leben. Die Geschichten, die zutage treten, sind verblüffend und werfen ein erhellendes Licht auf ein bislang kaum beachtetes Kapitel des Rassenwahns im Nationalsozialismus.
Über die Ursachen für den geringen Besuch kann man nur spekulieren. Zumindest zeitgleich lief die Ökumenische Martinsfeier ab. Am anschließenden Umzug nahmen viele Bürger mit ihren Kindern und Enkelkindern teil, aber auch etliche junge Menschen ohne Kinder hatten sich zum Schluss dem Umzug angeschlossen. Vielleicht war das Thema aber auch zu kurz nach den ganzen Feiern zu 20 Jahre Mauerfall angesetzt.





