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Fr, 07:11 Uhr
20.11.2009

nnz/kn-Betrachtung: Genau hinschauen

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland, die Ende September zur Wahl des Deutschen Bundestages gegangen sind, haben so gewählt, dass nun eine christlich-liberale Regierung für die kommenden vier Jahre dieses Land regieren wird. Wir haben ein Vorhaben dieser Koalition unter die Lupen genommen und wollen die Folgen aufzeigen.


Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass die Nachrichten, die tröpfchenweise aus den Koalitionsverhandlungen herausgelassen wurden, sehr dosiert waren. Vor allem waren sie kalkuliert. Können Sie sich noch erinnern? Es ging da zum Beipsiel um das Schonvermögen der Hartz-IV-Empfänger in diesem Land. Super sozial, haben sich da wohl mehrere gedacht. Doch leider treffen die neuen Regelungen – sollten sie denn in Gesetzesform gegossen und dann auch verabschiedet werden – nicht mal ein Prozent der hilfebedürftigen Menschen in diesem Landkreis. Die restlichen 98.5 Prozent der Hartz-IV-Empfänger haben überhaupt kein Schonvermögen, das sie erhöhen könnten.

Die anderen vorgeschlagenen Regelungen von Schwarz-Gelb in puncto Hilfebedürftigkeit, sind schon nicht mehr so sozial. Zum Beispiel die zur Zukunft der Argen. Die sollen nun – das Bundesverfassungsgericht hatte den Weg dazu geebnet – vermutlich aufgelöst werden. Statt dessen wird es eine getrennte Trägerschaft geben.

„Wir befürchten, dass mit der getrennten Trägerschaft eine deutliche Verschlechterung der Hilfsangebote einhergeht und dass Maßnahmeplanungen sich dabei noch weniger an den betroffenen Menschen orientieren sondern noch mehr an der Erfüllung von Statistiken. Wir wollen uns nicht mit Verwaltung und Bürokratie beschäftigten; wir wollen vielmehr dazu beitragen, dass Hilfesuchende Chancen und Perspektiven erhalten und diese nutzen können um auf dem Arbeitsmarkt eine Zukunft zu haben. Es wäre für alle Beteiligten sinnvoller in die Betreuung der Leistungsbezieher zu investieren statt in deren Verwaltung.“ Das schreibt der Betriebsrat der Rhein-Main-Jobcenter GmbH in einem offenen Brief an die regierenden Parteien.

Sollte alles so umgesetzt werden, wie sich Frau Merkel oder Herr Westerwelle das ausgedacht haben, dann würde das für 11.000 betroffenen Frauen, Männer und Kinder in den Bedarfsgemeinschaften wie folgt aussehen: Für sie bedeutet eine getrennte Aufgabenwahrnehmung, dass sie künftig zwischen zwei Behörden stehen, mit zwei unterschiedlichen Bescheiden rechnen müssen und in beiden Behörden unterschiedliche Ansprechpartner haben. Dies widerspricht der Idee – so wie sie im Koalitionsvertrag vorgesehen – eine „bürgerfreundliche Verwaltung, die unnötige Doppelarbeit vermeidet“, aufzubauen. Besonders in Zeiten leerer öffentlicher Kassen ist eine Optimierung von Verwaltungsabläufen – wie an anderen Stellen des Koalitionsvertrages postuliert – unabdingbar.

Sollte das alles so umgesetzt werden, dann würde die Neustrukturierung bundesweit in einem ersten Schritt 800 Millionen Euro kosten. Landrat Joachim Claus (CDU) rechnet mit Mehrausgaben für den Landkreis Nordhausen im kommenden Jahr mit rund einer halben Million Euro. Geld, das ein armer Landkreis wie der unsere für andere Aufgaben im sozialen Bereich dringend benötigt hätte.

Ob das Vorhaben in Berlin so umgesetzt wird, wie es Schwarz und Geld vorhaben, das bleibt abzuwarten. Solange dagegen nur Betriebsräte von Argen vorgehen, wird Protest oder Widerstand als einzelne Handlung oder als die Wahrung von Besitzständen abgetan werden. Vor allem die wirklich Betroffenen sollten sich wehren – gegen Unsinn in der Politik und gegen Klientelpolitik.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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Kommentare
BenoLehnerdt
20.11.2009, 08:46 Uhr
Der Anfang vom Ende
Nur die dümmsten Kälber wählen Ihren Schlachter selber. Nach der NRW Wahl werden sich viele noch wundern. Schwarz-Gelb ist eine Ansammlung von Lobbyisten, der Pharmaindustrie, Atomwirtschaft und der Versicherungsbranche.

Was hat eigentlich die Senkung der Steuersätze für Beherbergungsbetriebe mit der Konjunktur zu tun?
Einfach nur peinlich diese Regierung, und das ist nur der Anfang.
antischmarotzer
20.11.2009, 11:17 Uhr
...von daher,
....Proletarier aller Länder vereinigt euch. wählt schön rot, kann ja nur besser werden. Übrigens diese Lobbiisten sorgen dafür das unsere Exportnation global gesehen wettbewersfähig bleibt. Aber Zusammenhänge muß man auch verstehen "können"! Also lasst uns alle nach Nordkorea oder Kuba ziehen, auch den lebendigen Sozialismus!
H.Buntfuß
22.11.2009, 18:25 Uhr
Regierungsversagen?
Die Bundesregierung ist erst vier Wochen im Amt und schon zeigt sich, was für „Experten“ wir uns da eingehandelt haben – einen Außenminister der sich im Big-Brother-Container präsentiert hat. Diesen Mann ist nicht zu schmutzig, um auf diese Weise auf Stimmenfang zu gehen.

Wie einer der Kommentatoren schon richtig bemerkt hat, nach den Wahlen NRW (9.5.2010) werden wir uns mächtig umsehen, da werden die beiden Spitzen Merkel, Westerwelle zum großen Rundumschlag ausholen.

Der Teil der Bevölkerung, der nur 30.000 Euro oder weniger auf ihrem Konto hat, wird sich umsehen, denn die Armen und die untere Mittelschicht werden für den ganzen Pfusch, von Merkel & Co aufkommen müssen – auch und gerade, wenn die FDP-ler das Gegenteil behaupten. Die wendige ehemalige FDJ-Agitprop-Chefin wird keine Rücksicht nehmen auf die kleinen Leute. Ja, für sie sind wir nur „Menschen“, keine Staatsbürger. Nein, wir sind nur Menschen mit „Menschenrechten“, und die sind bekanntlich nicht einklagbar – Bürgerrechte schon!

Zu der Aktion „ARGE“ kann ich nur sagen, hier zeigt die Regierung ihre „geistige Größe“. Aber ich denke mal, in der Zukunft werden bei der Bahn und Post tausende von Beamten überflüssig und da man sie nicht einfach entlassen kann, wie Arbeiter, na da schafft man eben neue Arbeitsplätze auf Kosten der Hartz-IV-Empfänger. Ich höre heute schon das Jammern von Herrn Schäuble, wonach die Sozialausgaben zu hoch seien.

Ich hoffe doch, unsere Politiker sind so schlau und bringen dann die beiden Anlaufstellen in einem Haus unter. Oder die Mitarbeiter der ARGE nehmen beide Anträge entgegen und reichen einen Teil weiter an die Mitarbeiter des Sozialamtes. Aber die Bürokratie muss doch ihren bürokratischen – früher sagte man ihren sozialistischen – Gang gehen.

Sollte dem so sein, kann ich nur noch empfehlen, auf die Straße zu gehen und die Politiker zum Teufel zu jagen. Erinnert euch daran, das ihr das schon einmal geschafft habt. Lasst euch nicht hinter's Licht führen von den Sonntagsreden der Politiker!

Aber ich fürchte, die Bürger dieses Landes wurden von den Medien schon so eingelullt, dass sie sich nicht zur Wehr setzen. Ja die vielen Bürger unterstützen die Medien auch noch bei ihrer Verdummungsmasche. Sie erinnern sich an den Amoklauf in Winnenden, dort bezahlten Reporter den verstörten Mitschülern bis zu 100 €, falls sie in der Nähe des Tatortes Blumen niederlegen und sich anschließend in Großaufnahme beim Weinen filmen lassen würden. Nachzulesen ist das sehr schön in dem Buch „Seichtgebiete – Warum wir hemmungslos verblöden“ von Michael Jürgs.

Ja, so weit sind wir schon, dass wir uns selber an der Nachrichtenmanipulation durch Boulevardmedien beteiligen. Hauptsache man kann alle seine Bekannten anrufen und sagen, schau mal ich komme im Fernsehen! Aber solche Nachrichten sind ja nicht die einzige Verdummungsmasche. Ich erinnere hier nur an die Sendungen von Mario Barth, in der Personen auftreten wie Cindy aus Marzahn. „Superstar“ ist auch so eine Verblödungssendung. Da sitzt ein Herr Bohlen und erniedrigt in aller Öffentlichkeit die Akteure. Wer sich auf so ein Niveau herablässt, muss sich aber dann nicht wundern, wenn sein Hirn bei wichtigeren Entscheidungen – z.B. an der Wahlurne – versagt.

Interessant an der Sache ist die Tatsache, dass man mit solch geistlosen Sendungen Millionen verdient. Das soll den „Stars“ erst einmal einer nachmachen. Na ja, wenn ich mir so manche Bundestagsübertragungen ansehe. Da glaube ich auch es handelt sich um eine Sendung von Mario Barth. Schon wenn ich höre oder lese, was die Kanzlerin in der Bild so von sich gibt, da kann man nur mit dem Kopf schütteln. Hat sie doch am 15.11.09 in der Bild am Sonntag schon wieder behauptet, die Stromkosten der Hartz-IV-Empfänger würden vom Staat in voller Höhe bezahlt. Da heißt es immer, wer die Bild ließt hat keine Lust zu denken. Was ist mit denen, die ein Interview in der Zeitung geben?
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