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Fr, 00:01 Uhr
04.12.2009

Gedanken zum Barbarafest

Bergleute, Mineure und Geowissenschaftler feiern auch heute noch die Barbarafeier am 4. Dezember. Dieser Tag wurde früher in allen Bergwerken, Stollen und Tunneln des Abendlandes als Feiertag begangen, an dem die Arbeit ruhte und der Schutzpatronin gedacht wurde. Unser Leser Hans-Jürgen Schmidt hat mal einige Fakten zu diesem Tag zusammengetragen...

Wenn unter Tage im Konzert- und Festsaal des Erlebnisbergwerkes des Kaliwerkes "Glückauf" Sondershausen durch die GSES eine Barbarafeier für geladene Gäste organisiert wird, kommt man nicht umhin, einige Gedanken zur Heiligen Barbara darzulegen. Ursprünglich war die Heilige Barbara die Beschützerin bei Unwettern und bei Blitzschlag. Mit der Erfindung des Schwarzpulvers übernahmen zuerst die Artilleristen sie als Märtyrerin zur Patronin, da durch einen Kanonenabschuss ein künstlicher
"Blitz und Donner" hervorgerufen wurde. Als im 16./17. Jahrhundert erstmals unter Tage der Sprengstoff zum Einsatz, kam, wurde die heilige Barbara zur Schutzheiligen der Bergleute. So kann man zur Bergbaugeschichte der Slowakei folgendes nachlesen:

Im Sommer 1764 wurde in Bratislava (Preßburg) der ungarische Landtag abgehalten.

Am Wiener Kaiserhof wurde bestimmt, dass an diesem der Kronprinz Joseph und sein jüngerer Bruder, Erzherzog Leopold, teilnehmen sollten. Bei dieser Gelegenheit wurde auch beschlossen, dass die beiden die Bergwerke, Hütten und Aufbereitungsanlagen in den freien Bergstädten Schemnitz, Kremnitz und Neusohl besichtigen sollten, denn bereits im Jahre 1627 wurde das Schießpulver zum Sprengen der Gesteine eingesetzt und auf andere Montanreviere verbreitet. In Nova Bana (Königsberg) wurde in den Jahren 1721?1722 die sogenannte Feuermaschine oder atmosphärische Dampfmaschine aufgestellt. Es war die erste in Europa..
Und nicht zuletzt wurde in Banska Stiavnica in den Jahren 1762 bis 1764 die Bergakademie gegründet. Das hatte zur Folge, dass die Schemnitzer Bergbeamten beauftragt wurden, eine gründliche Darstellung des gesamten Bergwesens in den erwähnten Bergstädten zu verfassen und diese in Form eines Buches noch bis spätestens Mitte Mai 1764 nach Wien zu schicken hatten. Dieser Auftrag wurde ausgeführt, so dass eine Dokumentation des Bergbaus in der Slowakei erarbeitet wurde, aus der man sich heute ein Bild zum
Bergbau in der damaligen Zeit machen kann.

Damit ist auch gesagt, dass die Funktion als Schutzheilige der Bergleute vermutlich zuerst in den katholischen Bergbaugebieten Osteuropas als Barbaraverehrung in Betracht kam. Genau kann man es durch die Quellen nicht belegen. Das sächsische Bergbaurevier im Erzgebirge kommt ebenso in Betracht wie Böhmen oder, Ungarn, Banska Stiavnica, damals Schemnitz, gehörte zu Ungarn oder die Bergbauregionen im Alpenraum. Doch vieles spricht für Kuttenberg, das in der Entwicklung des Bergbaus eine Ausnahmestellung einnimmt. Wurden doch durch die bergmännische Symbolik bzw. Emblematik als auch durch die bergbauliche Kunst mit der 1388 erbauten und der Barbara geweihten Kirche wesentliche Impulse gegeben. Es war die erste große Bergkirche des Abendlandes. Somit ist die Heilige Barbara die Patronin einer ganzen Berufsgruppe von Polen bis Spanien und somit auch in Deutschland.

Von der Legende her war Barbara die Tochter des reichen Dioscuros von Nikomendien, der nicht wollte, dass sie sich zum Christentum bekannte. So offenbarte sie dem Vater, der von einer Reise zurückgekommen war, dass sie getauft und somit eine Christin sei. Der Vater wollte sie erschlagen, aber sie kann fliehen. Ein Felsspalt öffnete sich, damit sie sich verbergen konnte. Von einem Hirten verraten, der darauf zu Stein und dessen Schafe zu Heuschrecken verwandelt wurden, findet sie der Vater. Er schleppt sie gefesselt an den Haaren zum heidnischen Marcianus, der sie zuerst geißeln lässt. Sie spricht vom Geißeln "als ob es Pfauenfedern" gewesen seien. Nachts erscheint ihr Christus im Gefängnis, um ihre Wunden zu heilen. Der erbitterte Stadthalter lässt sie nun mit Keulen schlagen und folterte sie auf grausame Weise. Als er sie entkleidet auf dem Marktplatz umhertreiben und peitschen lassen will, erscheint auf Barbaras Gebet ein Engel und hüllte sie in ein leuchtendes Gewand.

Den Befehl, sie nun mit dem Schwert hinzurichten, führte der Vater selbst aus. Er wird darauf von einem Blitz getötet.

Soweit die Legende. Die Heilige Barbara gehört somit seit dem 14. Jahrhundert zu den am häufigsten dargestellten Heiligen. Meist wird sie gekrönt, mit Kelch und Hostie sowie .einem Turm, da sie darin eingesperrt war, dargestellt. Weitere Attribute können Schwert, Palmenzweig und Pfauenfedern sein.

Die heilige Barbara gilt heute auch als Schutzpatronin der Glockengießer und Glöckner sowie der Architekten.
Text und Foto: Hans-Jürgen Schmidt
Autor: khh

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