Mo, 10:07 Uhr
11.01.2010
Richter Kropp: Wildost mit Freispruch
Eigentlich ist Wenigenehrich ein recht beschaulicher und ruhiger Ort. Doch die Nacht vom 4. auf den 5. Juni 2008 brachte "Wildost" in das kleine Kyffhäuserdorf. Jetzt wurde das Spektakel bei Richter Christian Kropp verhandelt...
In jener Nacht waren vier Leute aus Sondershausen nach Wenigenehrich zu einer privaten Weinprobe gekommen und mussten feststellen, dass ihr Gast mit dem Nachbarn im Streit lag. So wurden sie von der dorfbekannten Familie des K. via Fenster sogleich angepöbelt. Die Weinprobe verlief dabei auch nicht besonders angenehm, hatte man doch Sorge um das eigene Auto. Als man schließlich gehen wollte, stand die Sippe K. schon vor der Tür.
Besonders ein Sohn war dermaßen erbost, dass er zu einer Motorsäge griff, diese betankte und sich den Gästen aus der Kreisstadt mit wilden Gesten wie aus einem Gruselfilm näherte. Daraufhin ergriff man mittels Wagen die Flucht, wobei Baseballschläger und Bierflaschen Schäden in Höhe von etwa 1.700 Euro am PKW verursachten. Dann soll plötzlich ein weiterer Sohn der K.’s sich vor den flüchtenden Wagen der Gäste gestellt haben, mit einer geladenen Pistole.
Ob die Gäste diesen Sohn dann einfach umgefahren haben, ist Gegenstand eines weiteren noch nicht abgeschlossenen Strafverfahrens. Vor Jugendrichter Christian Kropp hatte sich jetzt einer der mutmaßlichen Schläger zu verantworten, der den Wagen der Gäste mit einem Baseballschläger malträtiert haben soll. Wegen Sachbeschädigung hatte ihn die Staatsanwaltschaft Mühlhausen jetzt angeklagt. Vielleicht hoffte sich die Behörde über dieses Verfahren gegen den 18jährigen weitere Aufklärung.
Dies gelang aber weder dem Jugendrichter noch dem Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft Mühlhausen. Wildost in Wenigenehrich, so der Jugendrichter, der den Angeklagten freisprechen musste. Zu groß waren die Widersprüche zwischen den beiden Lagern. Auf einmal gab es Zeugen, die den 18järhigen als Täter erkannt haben wollen, obwohl das in den polizeilichen Ermittlungsakten erst anders klang. Da gab es auch große Eigeninteressen der Gäste aus der Kreisstadt, die einen eigenen Schadensersatzprozess angestrengt haben sollen.
So wird sich die Verantwortlichkeit für Wildost in Wenigenehrich nicht aufklären lassen, zumal es neutrale Zeugen für das Geschehen nicht gibt. Und parteiischen Zeugen haben hier weder Gericht noch Staatsanwaltschaft vertraut.
Autor: nnz/knIn jener Nacht waren vier Leute aus Sondershausen nach Wenigenehrich zu einer privaten Weinprobe gekommen und mussten feststellen, dass ihr Gast mit dem Nachbarn im Streit lag. So wurden sie von der dorfbekannten Familie des K. via Fenster sogleich angepöbelt. Die Weinprobe verlief dabei auch nicht besonders angenehm, hatte man doch Sorge um das eigene Auto. Als man schließlich gehen wollte, stand die Sippe K. schon vor der Tür.
Besonders ein Sohn war dermaßen erbost, dass er zu einer Motorsäge griff, diese betankte und sich den Gästen aus der Kreisstadt mit wilden Gesten wie aus einem Gruselfilm näherte. Daraufhin ergriff man mittels Wagen die Flucht, wobei Baseballschläger und Bierflaschen Schäden in Höhe von etwa 1.700 Euro am PKW verursachten. Dann soll plötzlich ein weiterer Sohn der K.’s sich vor den flüchtenden Wagen der Gäste gestellt haben, mit einer geladenen Pistole.
Ob die Gäste diesen Sohn dann einfach umgefahren haben, ist Gegenstand eines weiteren noch nicht abgeschlossenen Strafverfahrens. Vor Jugendrichter Christian Kropp hatte sich jetzt einer der mutmaßlichen Schläger zu verantworten, der den Wagen der Gäste mit einem Baseballschläger malträtiert haben soll. Wegen Sachbeschädigung hatte ihn die Staatsanwaltschaft Mühlhausen jetzt angeklagt. Vielleicht hoffte sich die Behörde über dieses Verfahren gegen den 18jährigen weitere Aufklärung.
Dies gelang aber weder dem Jugendrichter noch dem Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft Mühlhausen. Wildost in Wenigenehrich, so der Jugendrichter, der den Angeklagten freisprechen musste. Zu groß waren die Widersprüche zwischen den beiden Lagern. Auf einmal gab es Zeugen, die den 18järhigen als Täter erkannt haben wollen, obwohl das in den polizeilichen Ermittlungsakten erst anders klang. Da gab es auch große Eigeninteressen der Gäste aus der Kreisstadt, die einen eigenen Schadensersatzprozess angestrengt haben sollen.
So wird sich die Verantwortlichkeit für Wildost in Wenigenehrich nicht aufklären lassen, zumal es neutrale Zeugen für das Geschehen nicht gibt. Und parteiischen Zeugen haben hier weder Gericht noch Staatsanwaltschaft vertraut.
