Do, 07:03 Uhr
14.01.2010
Reihe "Sonderbares aus Sondershausen" (1)
Was ist eine Zeitung ohne Glossen, die aktuelle Probleme auf die Schippe nimmt. In unserer neuen Reihe "Sonderbares aus Sondershausen" wird sich Eric Sommer einiger Themen annehmen. Heute: Winterklamotten...
Logbuch der Kleinstadt Sondershausen. Wir schreiben das Jahr 2010, erste Januarwoche, gut 20 Jahre nach Einführung der Marktwirtschaft. Es ist Winter im Mittelzentrum der Hügellandschaft zwischen Windleite und Hainleite, ein guter Winter, nichts ungewöhnliches, ein Winter wie er im Buche steht, 30 cm Pulverschnee und ein paar Grad unter Null. Seit Jahren endlich mal wieder Wetter zum Schlittenfahren, ideal auch für Langlaufski oder einfach nur, um einen Schneeengel in die weiße Pracht zu zappeln. Und da fangen die Probleme an. Der Schneeanzug für die Kleine ist zu klein, der Schlitten vor Jahren schon auf dem Grobmüll gelandet. Die Leute sind schneeentwöhnt und hatten das Vertrauen in den Regionalwinter verloren. Nun strömen sie in die Märkte und Fachgeschäfte, doch die halten für die naiven Kunden nur ein bedauerndes Lächeln bereit, nachdem die letzten Ladenhüter schnell vergriffen sind. Schneeanzüge? Winterschuhe? Streusalz? "Wo leben Sie denn?" "Wir müssen vorausschauend planen."
"Es ist fast Mitte Januar und wir sind bereits dabei, die Sommerware in die Regale zu räumen." "Sie kommen doch auch nicht auf die Idee, eine Woche vor Weihnachten Schokoladenweihnachtsmänner kaufen zu wollen."
Wer ist nun Schuld an der Misere? Die Natur, die sich nicht um die Marktwirtschaft schert? Die Marktwirtschaft, die nicht bedarfsorientiert planen kann oder die Leute, die sich weder um die Natur noch um die Marktmechanismen kümmern und die Planung ihrer persönlichen Umstände mehr und mehr in die Hände des Marktes legen?
Etwas Gutes hat das ganze aber dennoch. Der Streusalzmangel (man bedenke: Streusalzmangel im Salzbergbaugebiet) hat zu einem zaghaften Umdenken bei Straßenbauämtern und Bürgern hinsichtlich des ausufernden Salzeinsatzes geführt. Man überlegt sich Alternativen. Weiterdenken und nicht vergessen! Der nächste Winter wird kommen.
Eric Sommer © ES
Autor: khhLogbuch der Kleinstadt Sondershausen. Wir schreiben das Jahr 2010, erste Januarwoche, gut 20 Jahre nach Einführung der Marktwirtschaft. Es ist Winter im Mittelzentrum der Hügellandschaft zwischen Windleite und Hainleite, ein guter Winter, nichts ungewöhnliches, ein Winter wie er im Buche steht, 30 cm Pulverschnee und ein paar Grad unter Null. Seit Jahren endlich mal wieder Wetter zum Schlittenfahren, ideal auch für Langlaufski oder einfach nur, um einen Schneeengel in die weiße Pracht zu zappeln. Und da fangen die Probleme an. Der Schneeanzug für die Kleine ist zu klein, der Schlitten vor Jahren schon auf dem Grobmüll gelandet. Die Leute sind schneeentwöhnt und hatten das Vertrauen in den Regionalwinter verloren. Nun strömen sie in die Märkte und Fachgeschäfte, doch die halten für die naiven Kunden nur ein bedauerndes Lächeln bereit, nachdem die letzten Ladenhüter schnell vergriffen sind. Schneeanzüge? Winterschuhe? Streusalz? "Wo leben Sie denn?" "Wir müssen vorausschauend planen."
"Es ist fast Mitte Januar und wir sind bereits dabei, die Sommerware in die Regale zu räumen." "Sie kommen doch auch nicht auf die Idee, eine Woche vor Weihnachten Schokoladenweihnachtsmänner kaufen zu wollen."
Wer ist nun Schuld an der Misere? Die Natur, die sich nicht um die Marktwirtschaft schert? Die Marktwirtschaft, die nicht bedarfsorientiert planen kann oder die Leute, die sich weder um die Natur noch um die Marktmechanismen kümmern und die Planung ihrer persönlichen Umstände mehr und mehr in die Hände des Marktes legen?
Etwas Gutes hat das ganze aber dennoch. Der Streusalzmangel (man bedenke: Streusalzmangel im Salzbergbaugebiet) hat zu einem zaghaften Umdenken bei Straßenbauämtern und Bürgern hinsichtlich des ausufernden Salzeinsatzes geführt. Man überlegt sich Alternativen. Weiterdenken und nicht vergessen! Der nächste Winter wird kommen.
Eric Sommer © ES
