Mi, 15:11 Uhr
03.02.2010
Unverständnis an der Basis
Zweifel an der Glaubwürdigkeit der eigenen Partei hegt die Basis im CDU-Ortsverband Greußen. Grund der beabsichtigte Wechsel von Gerold Wucherpfennig (kn berichtete). Hier eine Stellungnahme des Ortsverbandes Greußen...
Bereits der Wechsel des ehemaligen Thüringer Ministerpräsidenten in das Wirtschafts-Management, insbesondere unter dem Aspekt der Beibehaltung des Landtagsmandates bis April des Jahres ist auf keine Akzeptanz an der Parteibasis gestoßen. Dass nunmehr der CDU-Landtagsabgeordnete Gerold Wucherpfennig in den Wahlkreis seines Freundes Althaus in das Eichsfeld wechselt mag menschlich nachvollziehbar sein.
Als Direktkandidat im westlichen Kyffhäuserkreis in den Thüringer Landtag mit Vertrauensvorschuss für die Lösung der regionalen Probleme gewählt, gibt man aber nun das Mandat an einen, dem Wähler völlig unbekannten und dem Wahlkreis fremden Dritten weiter.
Wo bleibt da als gewählter Abgeordneter die Wahrnehmung der politischen Verantwortung gegenüber den eigenen Wählern aus dem Wahlkreis, die ihm ihre Stimme und ein Landtagsmandat aus dem westlichen Kyffhäuserkreis für 5 Jahre gaben? Aber gegenüber dem Wähler und den Wahlkämpfern vor Ort stellt sich dieser Wechsel als klarer politischer Vertrauens- und Wortbruch dar. Für die im Interesse der CDU engagiert kämpfende Parteibasis ist dies wie ein offener Schlag ins Gesicht.
Anscheinend hat der Wähler und die engagierte Parteibasis seine Schuldigkeit getan, den Wahlversprechungen Glauben geschenkt und sein Kreuz richtig gesetzt. Gedanken an den nächsten Wahlkampf braucht man nicht mehr verschenken. Diese Entscheidung war bereits für die nächste Wahlen 2012 und 2014 das unterstützende Wahlgeschenk pur an die politische Konkurrenz.
Wer soll nach der Ära Scherer als dessen Nachfolger gegen eine bereits mit einem Mandat ausgestattete Landtagsabgeordnete der SPD für die CDU noch die Eisen aus dem Feuer holen? Keiner, denn das Mandat der CDU wurde hiermit bereits beim Wähler verspielt. Oder glaubt man allen Ernstes im Kreis oder Land wirklich, dass der mündige Wähler so schnell in Bezug auf die CDU vergisst, dass man somit die Parteibasis und die Bürger motiviert, sich für weiter für die Inhalte dieser CDU zu engagieren.
Nein. Solch eine Einschätzung geht nun bei weitem an der realen Wirklichkeit vorbei. Solche Handlungsweisen forcieren nur den Vertrauens- und Kompetenzverlust bei den Mitgliedern, Bürgern und Wählern. Die vom Wähler am 30. August 2009 quittierte Rechnung war scheinbar noch nicht hoch genug. Daher ist absehbar, dass Mandatsträger oder Parteimitglieder ihre eigenen persönlichen Konsequenzen ziehen werden.
Silke Sander-Göllert, CDU-Ortsvorsitzende Greußen
Autor: khhBereits der Wechsel des ehemaligen Thüringer Ministerpräsidenten in das Wirtschafts-Management, insbesondere unter dem Aspekt der Beibehaltung des Landtagsmandates bis April des Jahres ist auf keine Akzeptanz an der Parteibasis gestoßen. Dass nunmehr der CDU-Landtagsabgeordnete Gerold Wucherpfennig in den Wahlkreis seines Freundes Althaus in das Eichsfeld wechselt mag menschlich nachvollziehbar sein.
Als Direktkandidat im westlichen Kyffhäuserkreis in den Thüringer Landtag mit Vertrauensvorschuss für die Lösung der regionalen Probleme gewählt, gibt man aber nun das Mandat an einen, dem Wähler völlig unbekannten und dem Wahlkreis fremden Dritten weiter.
Wo bleibt da als gewählter Abgeordneter die Wahrnehmung der politischen Verantwortung gegenüber den eigenen Wählern aus dem Wahlkreis, die ihm ihre Stimme und ein Landtagsmandat aus dem westlichen Kyffhäuserkreis für 5 Jahre gaben? Aber gegenüber dem Wähler und den Wahlkämpfern vor Ort stellt sich dieser Wechsel als klarer politischer Vertrauens- und Wortbruch dar. Für die im Interesse der CDU engagiert kämpfende Parteibasis ist dies wie ein offener Schlag ins Gesicht.
Anscheinend hat der Wähler und die engagierte Parteibasis seine Schuldigkeit getan, den Wahlversprechungen Glauben geschenkt und sein Kreuz richtig gesetzt. Gedanken an den nächsten Wahlkampf braucht man nicht mehr verschenken. Diese Entscheidung war bereits für die nächste Wahlen 2012 und 2014 das unterstützende Wahlgeschenk pur an die politische Konkurrenz.
Wer soll nach der Ära Scherer als dessen Nachfolger gegen eine bereits mit einem Mandat ausgestattete Landtagsabgeordnete der SPD für die CDU noch die Eisen aus dem Feuer holen? Keiner, denn das Mandat der CDU wurde hiermit bereits beim Wähler verspielt. Oder glaubt man allen Ernstes im Kreis oder Land wirklich, dass der mündige Wähler so schnell in Bezug auf die CDU vergisst, dass man somit die Parteibasis und die Bürger motiviert, sich für weiter für die Inhalte dieser CDU zu engagieren.
Nein. Solch eine Einschätzung geht nun bei weitem an der realen Wirklichkeit vorbei. Solche Handlungsweisen forcieren nur den Vertrauens- und Kompetenzverlust bei den Mitgliedern, Bürgern und Wählern. Die vom Wähler am 30. August 2009 quittierte Rechnung war scheinbar noch nicht hoch genug. Daher ist absehbar, dass Mandatsträger oder Parteimitglieder ihre eigenen persönlichen Konsequenzen ziehen werden.
Silke Sander-Göllert, CDU-Ortsvorsitzende Greußen
