eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Fr, 17:37 Uhr
19.02.2010

nnz-Forum: Was braut sich zusammen?

Auch in Nordthüringen hat der FC Rot Weiß Erfurt viele Anhänger. Momentan bereiten sich die Spieler auf die nächsten Spiele vor. Ein Leser von nnz/kn schildert im Forum seine Sicht auf die momentane Situation des Vereins...


Nach Jahren der fast jährlichen Präsidenten- und Trainerwechsel schien es wieder ruhig im Innenleben des Erfurter Fußballclubs zu sein. Auch vor Beginn dieser Saison in der 3. Bundesliga gab es erneut nur ein Ziel: Aufstieg in die nächst höhere Klasse!

Eine verschworene Truppe wollte das auch schon im vorigen Jahr erreichen, doch nach unglücklichen personellen Entscheidungen des Präsidiums weit vor dem Ende der Punktspiele, als wichtige Akteure und Trainer einfach losgelassen wurden und die erhofften Siege ausblieben, klappte das mit diesem Ziel wieder nicht.

Mitten in der Punktspielpause vor ein paar Wochen, als nur in ländlichen Gegenden Freundschaftsspiele stattfanden oder Hallenturniere mit unterschiedlichen Ergebnissen bestritten wurden, verbreitete sich unter den treuen Fans wieder helle Aufregung im Erfurter Club. Warum, ist bekannt.

Nur kurz vor der Bekanntgabe des Erzrivalen FC Carl Zeiss Jena, dass die ganz schlechte finanzielle Lage des dortigen Clubs eventuell ein Weiterspielen verhindern könnte und nur noch durch Sponsoren zu retten war, meldete sich ausgerechnet der Erfurter Präsident Rombach mit einem ungewöhnlichen Spendenaufruf zu Wort und begründete das auch damit, weil er geschäftlich öfters in Jena ist und soll auch gleich eine Privatüberweisung im dreistelligen Bereich versprochen haben. Das polarisierte gleichzeitig die Fans in Erfurt und Jena, sogar die FC Carl Zeiss Leitung war von diesem Aufruf überrascht worden

Wer allerdings schon einmal von der gegenwärtigen Wirtschaftlichkeit des FC Rot-Weiß etwas gehört hat, weiß, dass in der eigenen Schatztruhe nur Schuldscheine liegen, die einen wesentlich höheren Minusbetrag aufweisen, als die Sportfreunde aus Jena! Man munkelt, es sind ca. 1,5 Millionen Euro Schulden. In Erfurt hat man allerdings den Vorteil, dass davon durch Darlehensgebung von über 500.000 Euro auf Personen fallen, die dem Club nahe stehen und fast weitere Verbindlichkeiten von ca. 300.000 Euro an die Stadt Erfurt durch monatliche Ratenzahlung in Höhe von 6.000 Euro zurückzuzahlen sind. Durch einen klugen Schuldenabbauplan entzogen sich die Verantwortlichen des Erfurter Clubs den Fängen der Finanzaufsicht des DFB in Frankfurt.

Interessant wäre es zu wissen, ob gegenwärtig noch für Jena gespendet wird und welchen Betrag diese Aktion einbrachte, wobei sich bereits zwei Tage nach dem Spendenaufruf aus Erfurt in Jena vorerst alles zum Guten geklärt haben soll. Ein Spendenaufruf für den eigenen Verein wäre deshalb eher erwartet worden!

Zur nächsten Aufregung: Das eigentliche Präsidium des FC Rot Weiß Erfurt bestand bis Mitte Januar wohl nur aus drei Personen, von den sportlichen Leitern einmal abgesehen. Präsident Rombach und der auch beruflich sehr eng mit ihm verbundene Vize Goss sorgten für eine weitere, vielleicht einschneidende, Maßnahme. Obwohl es bereits die Tauben von den Dächern gurrten, beurlaubten sie den seit fünf Jahren tätigen Manager Beutel, dessen Vertrag eigentlich erst Mitte 2010 diesen Jahres ausläuft, um sich „neu ausrichten“ zu können! Noch im türkischen Trainingslager unter der warmen Sonne (die Jenaer mussten in der eisigen Region zuhause trainieren) verhandelte Beutel um den Verbleib des Brasilianers Rockenbach da Silva um am 22.01.2010 telefonisch von seinem Chef Rombach die eigene sofortige Freistellung zu erfahren.

Fans, Medien und Sponsoren vergleichen diese Entscheidung, wo noch 17 (!) Punktspiele zu absolvieren sind, wie die Veralberung des Trainer Dotschev. Dieser hat vor zwei Jahren noch einen Tag vor seiner „Flucht“ öffentlich sein Wohlfühlen in Erfurt bekundete, um drei Tage danach wegen schwerwiegenden privaten Gründen als sportlicher Leiter in Paderborn an der Seitelinie zu wirken……

Zuletzt hat der ehrenwerte Präsident Rombach noch am 21.01.2010, also einen Tag vorher) öffentlich erklärt, dass er wohl an den Trennungsgedanken von Beutel aus aus finanziellen Gründen „fast drei Wochen schwanger gegangen sei“, betonte aber dabei, eine überstürzte Entscheidung nicht zu treffen und diese damit ausschließe….wie bekannt, bis einen Tag später!

Laut Rombach ist die Entscheidung nicht aus persönlichen Gründen gefallen. Die fehlenden Finanzen wären die Ursache gewesen. Dabei ist aber auszugehen, dass die nicht gerade geringen Bezüge trotz „Freistellung“ bis zum Sommer trotzdem zu überweisen sind.

Man kann auch dem Ex-Manager bestimmt nicht den durchschnittlichen Verlust in Höhe von jeweils 20.000 Euro durch Nichterreichen der kalkulierten Zuschauerzahlen bei den Heimspielen in die Schuhe schieben. Oder waren die vielen Gespräche mit seinem unzertrennlichen Handy, die nicht mehr zu finanzieren waren?

Erinnern wir uns. Der Punktspielstart im letzten Herbst war völlig misslungen. Die schon erwähnten wenigen Zuschauer verunsicherten bei den Heimspielen zusätzlich Spieler und besonders Trainer Hörgl, der bei den „Raus-Rufen“ gleichzeitig seinen Namen hörte. Man musste schon fürchten, dass in dieser Phase der Augsburger seine Zelte wieder abbaute (abbauen musste).

Trotzdem ist seine Gelassenheit und immer sofortige offene Einschätzung, auch nach schlechten Spielen zu bewundern, weil er mehrfach verlautete, noch für seine Planungen Zeit zu benötigen, war aber seit Beginn seiner Tätigkeit in alle personellen und organisatorischen Dinge des Vereins involviert.

Nicht das beste Fingerspitzengefühl zeigte aber Präsident Rombach in dieser nicht gerade erfolgreichen Zeit, weil er in aller Öffentlichkeit das ersehnte Ziel, Aufstieg, vorschnell zurücknahm!

Der neutrale Betrachter hat derzeitig einfach den Eindruck von gefühlten Auflösungserscheinungen und Hilflosigkeit in der kleinen übrig gebliebenen Führungsetage des Clubs, zu der scheinbar die gewählten Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtsrates sowie wichtige Sponsoren keine Bindung zu haben scheinen.

Mit dem Blick auf die Liste der sich während einer Saison (die letzte inbegriffen) gegangenen Spieler und Akteure der sportlichen Leitung muss man fast den Eindruck haben, dass die Herren Rombach und Goss ab und zu ihr Personal mit den täglichen zu veräußernden Ausrüstungsgegenständen insolventer Betriebe in ihrem sonstigen Geschäftsleben verwechseln. Wie konnten sie sonst in so entscheidenden Phasen jüngster Vergangenheit solche Verkäufe wie z.B. Bunjaku (vorzeitig, weil sein Vertrag erst Monate danach auslief und damit Zerschlagung des damals erfolgreichsten Sturmduos in der 3. BL), Kapitän Schnetzler, nun Cannizzaro, Peßolat, Montabell oder Pinske, der jetzt lieber neben dem bekannten Ailton in der 6. (!) Liga spielt, tätigen, wenn der so dringende Aufstieg anzupeilen ist?

Über die im Januar veranstalteten Castings mit ausländischen „Krachern“ aus Norwegen, und Tunesien als Ersatz wurde schon genügend geschmunzelt. Allerdings ist mit dem zweitligaerfahrenen Lüttmann doch noch ein Aktiver in`s Einkaufsnetz gegangen….

Auch in Hinsicht des irgendwann zu erwartenden Stadionneubaues wäre die nächst höhere Liga so wichtig. Allerdings müsste dann auch der von Herrn Rombach auf die Gleise gestellte Zug, der nicht zu stoppen ist, auch irgendwann einmal sich in Bewegung setzen, wie er vor einigen Monaten in die Kameras des MDR verkündete.

Es nutzt den Fußballinteressierten in Thüringen herzlich wenig, wenn sein neuestes Experiment, Doppelfunktion, Trainer und Manager, mit Hörgl durch vorzeitige Vertragsunterzeichnung, nach dem allerdings nicht vergleichbaren Vorbild im Ruhrpott, scheitern sollte. Da hat der Präsident gleich vorgesorgt, indem er schon jetzt verkündet, dass dann auch sein Wirken beendet sei!

Welche organisatorische Aufgaben haben jetzt eigentlich der eingestellte neue Marketing-Leiter, sowie der Neu-Erfurter Traub sowie Pippoleit?

Übrigens hat der „freigestellte“ Ex- Manager Beutel jetzt Zeit, einmal nachzudenken, wie man sich fühlt, wenn man seine Arbeit fortsetzen möchte, aber schon vorzeitig nicht darf. Vor fast genau einem Jahr verkündete er selbst in die Fernsehkameras, nur ein paar Stunden vor dem Halbfinalspiel gegen den Landesligisten Weimar (5:0), die vorzeitige Beurlaubung des Trainers Karsten Baumann mit der fast einmaligen Begründung: „wenn wir jemanden in leitender Funktion haben, der im eventuellen Erfolgsfall dann nicht mehr dabei ist, das wäre unfair!“

Zur Erinnerung: Damals war die Tabellensituation fast genau, wie in diesem Jahr. Auch Baumanns Vertrag lief im Sommer aus. Heute gilt der gleiche Trainer als gefeierter sportlicher Leiter des Osnabrücker Ligarivalen nach einigen tollen Pokalspielen gegen Vereine der 1. Bundesliga. Zudem zählt dieser Verein als einer der ersten Anwärter für einen Aufstiegsplatz in die 2. Bundesliga. Es ist vorstellbar, dass dieser Karsten Baumann nicht nur bei Erreichen dieser Zielstellung mit Gelassenheit an die Erfurter Zeiten zurückdenkt...

Auch Herr Beutel wird neben seiner noch ausstehenden Bezüge zumindest einen Satz aus Erfurter Zeiten wohl nie vergessen, der im Zuge der Beurlaubung Baumanns in einer Zeitung wörtlich stand.: “Beutel ist seit Menschengedenken bei dem FC Rot-Weiß Erfurt die erste wirklich solide und integre Person!“ Ob das der Wahrheit entspricht, sollten die beurteilen, die seine Partner - egal, ob geschäftlich oder privat – in Erfurt waren.

Sportlich haben die Erfurter Fußballer, wenn auch etwas glücklich, im ersten Spiel der Rückrunde einen wichtigen Punkt aus Unterhaching mitgebracht. Vielleicht gelingt es diesen Sportlern durch die Ausgeglichenheit aller Mannschaften in dieser 3. Liga das eingangs gestellte und später wieder zurückgenommene Ziel, 2.Bundesliga, doch irgendwie noch zu erreichen!

Gelingt das aber nicht, hat der Verein schon jetzt zumindest einen vertraglich gesicherten Trainer und Manager als „Sportchef“ in einer Person auf seiner Gehaltsliste, der in Ruhe für die Saison 2010/2011 auf neue Spielersuche gehen kann…
Hans-Ullrich Klemm
Autor: nnz/kn

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Anzeige symplr (6)
Kommentare
undCO
20.02.2010, 09:15 Uhr
ICH LIEBE DICH DYNAMO
Ist schon seltsam was in EF abgeht. Dort ist es genauso amateurhaft wie in Dresden, nur mit dem Unterschied das EF nicht an der Miete des Stadion´s zerbricht. Ist schon komisch das in MD und L große Bundesliga taugliche Stadien stehen, aber gespielt wird in Liga4 und darunter. Ich hoffe das es noch viele Duelle "meiner" SGD gg. RWE gibt, nur eine Etage weiter oben. Und Jena, wen interessiert´s??
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)