Mo, 10:38 Uhr
22.02.2010
Ein Fest für Gitarrensound-Freaks
Am vergangenen Freitag war Fred Böhme beim Konzert von Chris Cacavas im Panorama Bad Frankenhausen und hat nicht nur zwei Schnappschüsse mitgebracht, sondern auch, wie der Abend gelaufen ist...
Chris Cacavas ist ein Rockmusiker und das betonte er auch am vergangenen Freitagabend (19.2.) beim Soundcheck zum Konzert mit seiner Band im Panorama Museum, als er vom Mann an den Reglern gebeten wurde, doch alle Verstärker auf der Bühne etwas leiser zu drehen. Rockmusik ist nämlich laut und dreckig. Schlagfertig entgegnete der Techniker, dass es auch etwas leiser noch nach Rockmusik klinge und der Gesang dann auch zu hören sei.
Was Rockmusik ist, muss Chris Cacavas allerdings wissen, hat er doch selbst schon Rockmusikgeschichte mitgeschrieben ob nun mit seiner Band GREEN ON RED, mit seinen großartigen JUNKJARD LOVE oder durch seine Zusammenarbeit mit Indierock-Größen wie CALEXICO, GIANT SAND, STEVE WYNN, DREAM SYNDICATE oder RICH HOPKINS und CHRIS BURROUGHS. Aus Tucson, Arizona stammend, wurde er früh von dem knochentrockenen, von Gitarren dominierten und gleichsam wurzelnah geprägten Rock beeinflusst, der dann auch so typisch für die legendären GREEN ON RED werden sollte. Anfang/Mitte der 80er Jahre, in der Ära des vollsynthetischen, englischen Pops, widmeten sie sich unbekümmert dem Schweiß treibenden Countryrock (mit Betonung auf Rock) und gelegentlichen Anleihen an die guten, alten DOORS. Ab Ende der 80er, nach dem Zerfall der Band ging Chris dann seine eigenen Wege.
Nach einer Phase mit hymnisch-emphatischen Gitarren-Rock im Crazy-Horse-Stil mit seinen JUNKYARD LOVE wandte er sich seit seiner CD Anonymus einer eher melancholisch-verhaltenen Form der Rockmusik zu, immer noch mit simplen, einprägsam-minimalistischen 3-Akkord-Melodien, weniger treibender Gitarren und stärkeren Anteil an Keyboards. Mit der im letzten Jahr erschienenen CD Love´s been discontinued hat Chris Cacavas die alten Stromgitarren wieder ausgepackt und bei dem Konzert im Panorama Museum sehr schöne Proben seines Könnens dargeboten.
Zusammen mit Filippo Costanza (Bass), Wieland Rochel (Drums) und Jesse Wilder (Keyboard und E-Gitarre) ackerten sie sich durch die Stücke der aktuellen und der Vorgängeralben wie Stupid, Let me hear, Angel oder Better Days, die sie ungeachtet ihrer melancholisch-traurigen Grundstimmung mit lauten Gitarren-Sound-Wällen auf wundersame Weise verwandelten. Unübersehbar waren Frontmann Chris und Jesse an der zweiten Gitarre verliebt in diesen typischen amerikanischen Fender-Röhren-Sound und ihre üppige Sammlung an Bodeneffektgeräten und spielten sich durch eine Vielzahl von Klängen, vom Tremolo, über sägende Gitarrenbreitwandsounds bis hin zu schneidenden Slide-Riffs. Das Resultat war nur in der Ausnahme treibender Rock, eher waren es atmosphärische Industrialsounds, die die ansonsten melodiös-popige Grundstruktur mancher Stücke völlig auflösten. Das war nicht immer gelungen, nicht immer virtuos, diese spontane Experimentierfreude hatte aber letztendlich ihre Faszination, erforderte allerdings auch einen dafür aufgeschlossenen Zuhörer.
Letztlich war es ein wirklich beeindruckendes Konzertereignis, auch wenn es anfänglich ein paar kleinere Pannen mit dem Keyboard gab und Jesse zum Ende des zweiten Konzertteils seinen für die kleine Panorama-Bühne überdimensionierten Röhrenverstärker zu laut aufdrehte, so dass der ansonsten sehr solide Sound, für den wieder Christian Daether aus Ilmenau verantwortlich war, etwas litt. Insgesamt bot die Band eine stimmige Ensemble-Leistung, bei der auch das sensible gespielte rhythmische Fundament von Wieland und Filippo unbedingt erwähnt werden muss.
Bemerkenswert auch die Zwischenkommentare und Ansagen von Chris in seinem lustig gebrochenem Deutsch, dieses sich Entschuldigen dafür, dass sie wieder etwas Krach machen würden und zu guter Letzt beendeten sie das Konzert im Zugabenteil mit Pale blonde hell,
Autor: khhChris Cacavas ist ein Rockmusiker und das betonte er auch am vergangenen Freitagabend (19.2.) beim Soundcheck zum Konzert mit seiner Band im Panorama Museum, als er vom Mann an den Reglern gebeten wurde, doch alle Verstärker auf der Bühne etwas leiser zu drehen. Rockmusik ist nämlich laut und dreckig. Schlagfertig entgegnete der Techniker, dass es auch etwas leiser noch nach Rockmusik klinge und der Gesang dann auch zu hören sei.
Was Rockmusik ist, muss Chris Cacavas allerdings wissen, hat er doch selbst schon Rockmusikgeschichte mitgeschrieben ob nun mit seiner Band GREEN ON RED, mit seinen großartigen JUNKJARD LOVE oder durch seine Zusammenarbeit mit Indierock-Größen wie CALEXICO, GIANT SAND, STEVE WYNN, DREAM SYNDICATE oder RICH HOPKINS und CHRIS BURROUGHS. Aus Tucson, Arizona stammend, wurde er früh von dem knochentrockenen, von Gitarren dominierten und gleichsam wurzelnah geprägten Rock beeinflusst, der dann auch so typisch für die legendären GREEN ON RED werden sollte. Anfang/Mitte der 80er Jahre, in der Ära des vollsynthetischen, englischen Pops, widmeten sie sich unbekümmert dem Schweiß treibenden Countryrock (mit Betonung auf Rock) und gelegentlichen Anleihen an die guten, alten DOORS. Ab Ende der 80er, nach dem Zerfall der Band ging Chris dann seine eigenen Wege.
Nach einer Phase mit hymnisch-emphatischen Gitarren-Rock im Crazy-Horse-Stil mit seinen JUNKYARD LOVE wandte er sich seit seiner CD Anonymus einer eher melancholisch-verhaltenen Form der Rockmusik zu, immer noch mit simplen, einprägsam-minimalistischen 3-Akkord-Melodien, weniger treibender Gitarren und stärkeren Anteil an Keyboards. Mit der im letzten Jahr erschienenen CD Love´s been discontinued hat Chris Cacavas die alten Stromgitarren wieder ausgepackt und bei dem Konzert im Panorama Museum sehr schöne Proben seines Könnens dargeboten.
Zusammen mit Filippo Costanza (Bass), Wieland Rochel (Drums) und Jesse Wilder (Keyboard und E-Gitarre) ackerten sie sich durch die Stücke der aktuellen und der Vorgängeralben wie Stupid, Let me hear, Angel oder Better Days, die sie ungeachtet ihrer melancholisch-traurigen Grundstimmung mit lauten Gitarren-Sound-Wällen auf wundersame Weise verwandelten. Unübersehbar waren Frontmann Chris und Jesse an der zweiten Gitarre verliebt in diesen typischen amerikanischen Fender-Röhren-Sound und ihre üppige Sammlung an Bodeneffektgeräten und spielten sich durch eine Vielzahl von Klängen, vom Tremolo, über sägende Gitarrenbreitwandsounds bis hin zu schneidenden Slide-Riffs. Das Resultat war nur in der Ausnahme treibender Rock, eher waren es atmosphärische Industrialsounds, die die ansonsten melodiös-popige Grundstruktur mancher Stücke völlig auflösten. Das war nicht immer gelungen, nicht immer virtuos, diese spontane Experimentierfreude hatte aber letztendlich ihre Faszination, erforderte allerdings auch einen dafür aufgeschlossenen Zuhörer.
Letztlich war es ein wirklich beeindruckendes Konzertereignis, auch wenn es anfänglich ein paar kleinere Pannen mit dem Keyboard gab und Jesse zum Ende des zweiten Konzertteils seinen für die kleine Panorama-Bühne überdimensionierten Röhrenverstärker zu laut aufdrehte, so dass der ansonsten sehr solide Sound, für den wieder Christian Daether aus Ilmenau verantwortlich war, etwas litt. Insgesamt bot die Band eine stimmige Ensemble-Leistung, bei der auch das sensible gespielte rhythmische Fundament von Wieland und Filippo unbedingt erwähnt werden muss.
Bemerkenswert auch die Zwischenkommentare und Ansagen von Chris in seinem lustig gebrochenem Deutsch, dieses sich Entschuldigen dafür, dass sie wieder etwas Krach machen würden und zu guter Letzt beendeten sie das Konzert im Zugabenteil mit Pale blonde hell,


