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Di, 11:36 Uhr
23.03.2010

Leiden für Tegut

Blutige Pfoten, Bisswunden, tote Tiere – Tausende Kaninchen leiden in der industriellen Käfigmast, auch in Deutschland. VIER PFOTEN Recherchen zeigen die Realität. Die Verantwortlichen der Supermarktkette tegut stört das kaum - im Gegenteil...



Erste Supermarktketten zeigen Verantwortung, bei Tegut befinden sich weiterhin Käfigkaninchen im Handel. Am Rand von Weißenschirmbach in Sachsen Anhalt befinden sich zwei verwahrloste Hallen. Hier leben geschätzte zehntausend Kaninchen in engen Käfigbatterien. Die Fenster sind verkleistert, niemand soll sehen wie die Tiere leben und leiden. Einen ersten Eindruck geben die Mülltonnen vor der Kaninchenmastanlage Lauterbach: Sie sind voller toter Kaninchen.

VIER PFOTEN wurde Bildmaterial aus dem Inneren der Halle zugespielt: In der Halle selbst sind die Kaninchen in Etagen gestapelt. Die engen Käfige machen die Tiere aggressiv. Manche Kaninchen haben angebissene Ohren. Das Ammoniakgas vom Kot tausender Kaninchen brennt in den Augen. Der Gestank ist unerträglich. Die Muttertiere sitzen isoliert in engen Einzelkäfigen. So soll verhindert werden, dass die Muttertiere ihre eigenen Jungen schwer verletzten oder gar auffressen. Dennoch sieht man Kaninchen, deren Ohren bis zum Ansatz abgebissen wurden - von der eigenen Mutter.

10 Jahre unveränderte Tierquälerei

Diese Zustände wurden durch VIER PFOTEN bereits 2001, 2008 und nun erneut aufgedeckt. Der Mäster Lauterbach wurde durch die Qualitätsgemeinschaft Kaninchen zertifiziert und kontrolliert. Die Zustände bleiben unverändert. Der Mäster sieht offenbar keinen Grund für mehr Tierschutz. Den Tieren werden nicht einmal geringe - durch das Gütesiegel (Qualitätsgemeinschaft Kaninchen) vorgeschrieben - Maßnahmen wie etwa Holzklötzchen zum Nagen gewährt

Transparenz unerwünscht

Nachdem die "Qualitätsgemeinschaft Kaninchen" durch das ARD Politmagazin mit den Zuständen bei dem Mastbetrieb Lauterbach konfrontiert wurde, verschwand der betreffende Mastbetrieb schnell von der Homepage der Qualitätsgemeinschaft Kaninchen. Wenig später war sogar die Liste aller am Qualitätsprogramm beteiligten Kaninchen online nicht mehr auffindbar. "Offenbar gibt es hier viel zu verbergen, weder Tierschutz noch Verbraucher sollen wissen, dass in Wirklichkeit 100% Käfigbatterien hinter dem Siegel mit dem "springenden Kaninchen" stecken", betont Johanna Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN.

"Der Versuch des Handels von Kaninchenfleisch mithilfe einer fragwürdigen Qualitätsgemeinschaft aus Kaninchenbatteriebetreibern wieder "hoffähig" zu machen, ist furchtbar gescheitert - auf Kosten der Tiere und des Verbrauchers", erklärt Johanna Stadler.

Die Kaninchen des Mastbetriebes Lauterbach werden an die Supermarktkette Tegut, Restaurants und Wochenmärkte geliefert. An den eingeschweißten Fleischstücken ist nichts mehr zu erkennen von Käfigbatterien, Ammoniakreizgas und Kannibalismus.

Kaufland hat die Handelsbeziehungen mit der Kaninchenbatterie Lauterbach beendet und setzt auf ein Pilotprojekt für Bodenhaltung von Kaninchen. Der Discounter Lidl geht bei Tierschutz für Kaninchen überhaupt auf Nummer sicher: Er verkauft aus Tierschutzgründen keine Kaninchen.

VIER PFOTEN fordert die Supermarktkette Tegut auf, die Käfigkaninchen sofort aus dem Verkauf zu nehmen und damit dem guten Beispiel der Supermarktkette Kaufland zu folgen.
Autor: nnz

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Kommentare
O-1984
24.03.2010, 10:52 Uhr
Fressen und Gefressen werden
Karnickel, Schweine oder Hühner. Eigentlich ist es egal. Wir alle ahnen zumindest, was die industrielle Fertigung von Fleisch und Fleischprodukten für die Tiere bedeutet. Das verdrängen wir meist. Mittlerweile lässt sich aber nicht mehr verdrängen, was unsere Ernährungsweise an Schäden für unsere Gesundheit, die Umwelt und auch für die Weltwirtschaftsstruktur hervorruft.

Ein Kochausbilder sagte mir mal, dass er seine Azubis versucht, auf altdeutsche Hausmannskost (die war ohne viel Fleisch und Wurst) zu trainieren. Sie würden es in Zukunft brauchen können, denn so, wie wir jetzt essen werden wir es bald nicht mehr tun können. Dass jeder vegetarisch und ökologisch leben sollte, ist sicher ein Wunschtraum, auch wenn's garantiert für die meisten Menschen ein Segen wäre.

Ich habe in meiner Kindheit hier im Osten einem Hausschlachter bei seiner Arbeit zugesehen, der noch im Kaisserreich seine Ausbildung gemacht hatte. Bevor der Meister alter Schule das Schwein mit der Axt betäubte, hat er in einer Geste leicht vor ihm den Kopf gebeugt. Das war mir aufgefallen. Ich fragte ihn danach, worauf er sagte, das habe er von seinem Meister so gelernt. Man habe schließlich dem Schwein dafür zu danken, dass es uns gute Wurst gibt. Romantisch-konservativer Humbug?

Angesichts übervoller Auslagen der Supermärkte, abgefressener Kaninchenohren oder hungernder und überfetter Menschen vielleicht doch nicht?
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