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Mi, 12:12 Uhr
21.04.2010

"Tatort Kaffeefahrt"

Eine Pille, die Krebs heilt, eine Salbe, die rheumatische Beschwerden verschwinden lässt und Trinkampullen, die Gelenke wieder jung und geschmeidig machen - Veranstalter von Kaffeefahrten haben ein reichhaltiges Angebot an "Wundermitteln" und bieten nicht nur Topfsets und Magnetdecken an...


Doch die erhoffte schnelle und günstige Gesundheitshilfe bleibt in der Regel aus. Deshalb warnen Thüringens Apotheker unter dem Motto "Tatort Kaffeefahrt - Nur echt macht gesund." vor dem Kauf von Arzneimitteln und dubiosen Gesundheitsprodukten auf solchen zwielichtigen Veranstaltungen.

"Apotheken sind die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Arzneimitteln und deren Anwendung", sagt Danny Neidel, Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Thüringen. Doch nicht nur beim Kauf von Medikamenten, sondern auch bei Präparaten zur Nahrungsergänzung sollten Verbraucher auf die fachkundige Beratung in der Apotheke setzen, rät der Apotheker.

"Die Sorge vor allem älterer Menschen um die eigene Gesundheit wird von den Organisatoren so genannter Kaffeefahrten schamlos ausgenutzt", warnt der Kammergeschäftsführer. Nicht selten würden Allheilmittel gegen verschiedenste Beschwerden und Wehwehchen auf Verkaufsveranstaltungen am Rande einer Busreise angepriesen - und das zum angeblichen Schnäppchenpreis. Doch Verbraucher sollten skeptisch sein, wenn bei organisierten Touren gesundheitsfördernde Produkte "einmalig und besonders günstig" angeboten werden.
Insbesondere bei Medikamenten gilt besondere Vorsicht: "Zugelassene Arzneimittel, also geprüfte und sichere Arzneimittelqualität, gibt es nicht auf Busreisen", sagt Neidel.

Auch die häufig angebotene Vitamin- und Mineralstoffpräparate halten selten, was sie versprechen. "Wundermittel gibt es nicht", so Neidel. "Die sagenhaften Wirkversprechen dieser Präparate sind oft übertriebenen oder sogar falsch und sollen schlichtweg zum Kauf überteuerter Produkte motivieren." Dabei darf per Gesetz für Nahrungsergänzungsmittel nicht mit Aussagen zur Heilung von Krankheiten geworben werden.

Dubiose Veranstalter kümmert all dies aber nicht. Sie bedienen sich häufig derselben Tricks: Mit Geschenken und Gewinnen werden Verbraucher gelockt, sich für Tages- und Kurzreisen anzumelden. Am Ende gibt es für die Teilnehmer aber nicht Kunst und Kultur, sondern Wellnessprodukte und Wunderpillen zu überteuerten Preisen. "Die angepriesenen Produkte würden in der Apotheke nie verkauft werden. Bessere Produkte kosten in der Regel nur einen Bruchteil des angeblichen Schnäppchenpreises", so Neidel.

Sowohl in den Apotheken als auch mit einer Reihe von Informationsveranstaltungen unter dem Motto "Tatort Kaffeefahrt" werden Thüringens Apotheker gemeinsam mit der Polizei über die Risiken beim Kauf von Gesundheitsprodukten auf Kaffeefahrten aufklären. Start ist am 17. Juni - dem Tag der Apotheke - mit einer Sternfahrt nach Weimar.
Autor: nnz/kn

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