Do, 12:28 Uhr
22.04.2010
Mut zur Lücke
Elf Nordthüringer Architekten, Landschaftsarchitekten, Raum- und Stadtplaner aus Nordhausen und Sondershausen machten sich vergangenen Freitag gemeinsam auf den Weg zum bekannten Quedlinburger Weltkulturerbe, um vom Füllen der Quedlinburger Baulücken zu erfahren. Ein Bericht von Pia Wienrich.
Mut zur Lücke (Foto: privat)
2008/2009 wurden vom Land und von der Architektenkammer Sachsen-Anhalts gemeinsam der Mut zur Lücke-Wettbewerb in den vier Städten Haldensleben, Jessen, Naumburg und Quedlinburg initiiert. Die Städte reagieren damit auf den Rückgang der Einwohnerzahlen und wollen ihre Innenstädte attraktiver für Wohnen, Arbeiten und Freizeit gestalten.
Ungenutzte Grundstücke und Brachen werden zur Chance für Entwicklung und Belebung der Innenstadt ?! (Ähnlichkeiten rein zufällig?) Frau Wahl stellte das Verfahren, die drei Standorte und die Lösungen vor. Die Prämissen für die Weltkulturerbe-Stadt sind die Dachlandschaft, der Stadtgrundriss und der Blick vom Schloss. Interessant, insbesondere für Frau Diemer von der Nordhäuser Stadtverwaltung war, dass die Gestaltungssatzung sowie die Abstandsflächenregelung für die "Lückenfüller" nicht galten und Stellplätze erst ab einer Anzahl X nachgewiesen werden mussten. Kreativ, zeitgemäß und qualitätsvoll entwickelten die Architekten so die Bauplätze für Familien, die ein individuelles Wohn- und Lebensumfeld suchen, wie die Schaupläne zeigten.
Mut zur Lücke (Foto: privat)
Beim abschließenden Rundgang besichtigten wir die drei Bearbeitungs-Lücken sowie derzeit aktuelle Neubauten in der Altstadt. Diese sind entstanden, nachdem die alten Gebäude nicht mehr zu retten waren. Sie sind Zeugnis heutiger Baukultur – an Standorten, die mit ihrer Enge, ihrem knappen Zuschnitt und schwierigen Anschlüssen an die benachbarte Bebauung alles andere als einfach sind. Sie erfüllen sowohl den Bedarf an attraktivem Wohnraum als auch an den Konsens zur historischen Nachbarschaft. Unsere Neugier auf die Ideen im Harz wurde voll und ganz erfüllt. Raffiniert und unverwechselbar sind die Lösungen zu individuell nutzbaren Freiräumen inmitten einer engen Straßenzeile. Das Wohnen am grünen Innenhof kann bei angemessenen Kosten die Altstadt mit glücklichen neuen Bewohnern beleben, Heimat und Identität bewahren.
Zuversicht für unsere Nordthüringer Altstädte? Quedlinburg als ein Beispiel? Parallelen lassen sich aufgrund der Fülle der erhaltengebliebenen Bausubstanz nicht ziehen – aber Hoffnung schöpfen, dass wie in Quedlinburg Leben wieder (allmählich) in unsere Innenstadt zieht. Schauen Sie sich als interessierter Bürger doch einfach mal die Vorstellungen Nordhäuser Bürger am WerkStadt-Schaufenster am Nordhäuser Blasii-Kirchvorplatz an!
Pia Wienrich
Autor: nnz
Mut zur Lücke (Foto: privat)
2008/2009 wurden vom Land und von der Architektenkammer Sachsen-Anhalts gemeinsam der Mut zur Lücke-Wettbewerb in den vier Städten Haldensleben, Jessen, Naumburg und Quedlinburg initiiert. Die Städte reagieren damit auf den Rückgang der Einwohnerzahlen und wollen ihre Innenstädte attraktiver für Wohnen, Arbeiten und Freizeit gestalten. Ungenutzte Grundstücke und Brachen werden zur Chance für Entwicklung und Belebung der Innenstadt ?! (Ähnlichkeiten rein zufällig?) Frau Wahl stellte das Verfahren, die drei Standorte und die Lösungen vor. Die Prämissen für die Weltkulturerbe-Stadt sind die Dachlandschaft, der Stadtgrundriss und der Blick vom Schloss. Interessant, insbesondere für Frau Diemer von der Nordhäuser Stadtverwaltung war, dass die Gestaltungssatzung sowie die Abstandsflächenregelung für die "Lückenfüller" nicht galten und Stellplätze erst ab einer Anzahl X nachgewiesen werden mussten. Kreativ, zeitgemäß und qualitätsvoll entwickelten die Architekten so die Bauplätze für Familien, die ein individuelles Wohn- und Lebensumfeld suchen, wie die Schaupläne zeigten.
Mut zur Lücke (Foto: privat)
Beim abschließenden Rundgang besichtigten wir die drei Bearbeitungs-Lücken sowie derzeit aktuelle Neubauten in der Altstadt. Diese sind entstanden, nachdem die alten Gebäude nicht mehr zu retten waren. Sie sind Zeugnis heutiger Baukultur – an Standorten, die mit ihrer Enge, ihrem knappen Zuschnitt und schwierigen Anschlüssen an die benachbarte Bebauung alles andere als einfach sind. Sie erfüllen sowohl den Bedarf an attraktivem Wohnraum als auch an den Konsens zur historischen Nachbarschaft. Unsere Neugier auf die Ideen im Harz wurde voll und ganz erfüllt. Raffiniert und unverwechselbar sind die Lösungen zu individuell nutzbaren Freiräumen inmitten einer engen Straßenzeile. Das Wohnen am grünen Innenhof kann bei angemessenen Kosten die Altstadt mit glücklichen neuen Bewohnern beleben, Heimat und Identität bewahren.Zuversicht für unsere Nordthüringer Altstädte? Quedlinburg als ein Beispiel? Parallelen lassen sich aufgrund der Fülle der erhaltengebliebenen Bausubstanz nicht ziehen – aber Hoffnung schöpfen, dass wie in Quedlinburg Leben wieder (allmählich) in unsere Innenstadt zieht. Schauen Sie sich als interessierter Bürger doch einfach mal die Vorstellungen Nordhäuser Bürger am WerkStadt-Schaufenster am Nordhäuser Blasii-Kirchvorplatz an!
Pia Wienrich







