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Do, 20:05 Uhr
22.04.2010

Kurzweiliger Vortrag über Grenzänderungen 1945

Friedemann Schwarz aus Hohegeiß (Foto: Hellberg) Friedemann Schwarz aus Hohegeiß (Foto: Hellberg) Auf dem jüngsten Themenabend des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins sprach Friedemann Schwarz zum Thema „Wie Deutschland geteilt wurde – Grenzziehung und nachträgliche Grenzänderungen im Jahr 1945“. Die nnz war unter den aufmerksamen Zuhörern.

Der Referent aus Hohegeiß verwies am Anfang seiner Ausführungen nochmals auf die geplante Einteilung Deutschlands in Besatzungszonen nach dem Sieg über den Hitler-Faschismus auf der Außenministerkonferenz in Moskau 1943 und auf der Konferenz von Teheran 1943. Dabei waren zunächst nur drei Besatzungszonen vorgesehen, Die Abgrenzungen wurden entlang damaliger Landes- bzw. Provinzgrenzen vollzogen: Schleswig-Holstein, Hannover, Braunschweig gehörte zur britischen Zone, Mecklenburg, preußische Provinz Sachsen, Thüringen zur sowjetischen Zone, der Rest den Amerikanern. Zeitgleich erfolgte die Planung der Sektoren-Einteilung in Berlin.

Diese Zonen- und Sektoreneinteilung wurde auf der Konferenz von Jalta (Krim) im Februar 1945 bestätigt und dabei auch die spätere Einrichtung einer franz. Zone vorgesehen.
Zum Kriegsende 1945 waren die Westmächte weiter nach Osten vorgerückt als bis zur abgesprochenen Zonengrenze. Am 1. Juli 1945 zogen sich die Truppen bis zu den abgesprochenen Zonengrenzen zurück. Doch schon bald merkte man, dass die Grenzziehung an mehreren Stellen problematisch war.

So erfolgten nachträgliche Grenzänderungen:
1. Amt Neuhaus (Regierungsbezirk Lüneburg, rechtes Elbufer). Eigentlich brit. Zone, aber über die Elbe hinweg schlecht erreichbar. Abgabe an die sowj. Zone am 1. Juli 1945.
2. Kreis Blankenburg/Harz. Größerer, östlicher Kreisteil war von Westen her schlecht zu versorgen wegen des sehr verschlungenen Grenzverlaufs. Von brit. Seite abgetreten im „Tausch“ gegen Bad Sachsa am 23. Juli 1945.
3. Bad Sachsa/ Tettenborn: Für die brit. Seite wertvoller als Ostteil von Blankenburg. Unter-kunftsmöglichkeiten für brit. Truppen, Verkürzung der Grenze am 23. Juli 1945.
4. Brockengebiet: Strecke der Brockenbahn war durch den Grenzverlauf zerschnitten, deshalb an die sowj. Zone abgegeben (ohne Gegenleistung).
5. Eichsfeld/Werratal. Nord-Süd-Bahnstrecke bei Neuseesen-Werleshausen führte ca. 5 km durch die sowj. Zone. Da es einige Zwischenfälle gab, erfolgte der Tausch einiger Ortschaften im Abkommen von Wanfried vom 17. Sept. 1945, die Bahnstrecke wurde danach ganz westlich.
6. Bei Ratzeburg: Teile von Gebieten der brit. Zone von Westen her schwer zu erreichen, z. T. nur über den Schaalsee – deshalb Austausch mit Gebiet der sowj. Zone am Stadtrand von Ratzeburg, Abkommen vom 13. Nov. 1945. Die Bevölkerung wurde informiert und eine Umsiedlung ermöglicht, Abschluss der Aktion war am 28. Nov. 1945.

Diese innerdeutsche Grenze blieb bis 1990 bestehen. Eine Rückgliederung gab es. Das Amt Neuhaus kam am 30. Juni 1993 wieder zu Niedersachsen. Blankenburg ging nur in kirchlicher Beziehung zurück zur Braunschweigischen Landeskirche. Sonst gab es keine Änderungen.
Der sehr gute und kurzweilige Vortrag wurde von zahlreichen Fotos untermauert.
Autor: rh

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