Mo, 18:55 Uhr
10.05.2010
Inklusion - Dabei sein! Von Anfang an
Auch in Roßleben gab es vom VdK eine Aktion um den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Dazu erreichte kn folgender Bericht von Wolf-Jürgen Träger (VdK)...
Zum Nachmittag des 4. Mai hatte der Vorstand unseres Ortsverbandes zu dem Thema "Inklusion - Dabei sein! Von Anfang an" seine Mitglieder und als Gäste Entscheidungsträger der Stadtverwaltung Roßleben in die Begegnungsstätte der Volkssolidarität eingeladen. Es seht im Mittelpunkt der diesjährigen Aktionstage um den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (alljährlich am 5. Mai).
Als Gäste wurden Frau Caterina Röder, Hauptamtsleiterin in der Stadtverwaltung und Herr Klaus-Dieter Arnold, Leiter des Bau- und Ordnungsamtes und etwas später Frau Susanne Kammlodt, Leiterin des Mehrgenerationenhauses (MGH) und Vorsitzende des Sozialausschusses der Stadt und Frau Kerstin Herzau, Mitarbeiterin im MGH herzlich begrüßt.
In den einführenden Betrachtungen zum Thema verwies Ortsvorsitzender Wolf-Jürgen Träger auf die positive Entwicklung der gesellschaftlichen Wertung der berechtigten Belange der Menschen mit Behinderungen in der Öffentlichkeit. Daran hat die Aktion Mensch, mit deren Förderung auch diese Veranstaltung durchgeführt wurde, einen großen Anteil. Sie unterstützte wesentlich die Forderung nach Gleichstellung und Integration von Menschen mit Behinderung und nunmehr die Inklusion, also Einbeziehung von Anfang an. Auch in Roßleben gab es eine positive Entwicklung vom Ratsbeschluss zum Beitritt zur Erklärung von Barcelona "Die Stadt und die Behinderten", über die Berufung des VdK-Mitglieds Ernst-Günter Jäger zum Behindertenbeauftragten der Stadt bis zu Bemühungen, öffentliche Barrieren abzubauen. Doch es gibt auch noch viel zu tun. Ein aktuelles Problem ist die gegenwärtig beschwerliche Nutzung der Langen Straße, zwischen Kurzer- und Rudolf-Breitscheid-Straße mit Mobilitätshilfen (Rollator oder Rollstuhl). Abhilfe kann in diesem Jahr aus Mitteln des Stadthaushaltes (13.000 Euro) leider nicht finanziert werden. Unser Ortsverband bemüht sich dazu Sponsorenleistungen zu gewinnen.
Dieses Beispiel zeigt, dass die gesetzlichen Regelungen in Thüringen, das "Thüringer Gesetz zur Gleichstellung und Verbesserung der Integration von Menschen mit Behinderungen" (ThürGiG), durch den enthaltenen Finanzierungsvorbehalt nur unzureichenden Handlungsspielraum gibt. Behinderten- und Sozialverbände Thüringens fordern bereits eine Überarbeitung des Thüringer Behindertengesetzes und dabei besonders die Streichung des Finanzierungsvorbehaltes. Unser Vorstand wird das über den Landesverband sowie Abgeordnete des Thüringer Landtages unterstützen.
Eine besondere Art der Behinderung, eine "soziale Vereinsamung" nach schweren persönliche Schicksalsschlägen, gepaart mit schwacher finanzieller Situation (ALG II, Schulden und weggebrochener geregelter Tagesverlauf) benötigt auch eine besondere Wahrnehmung in den kommunalen Verwaltungsstrukturen. Ein Ehrenamtlich-Berufener, analog des Behindertenbeauftragten, könnte sich dieser Aufgabe annehmen.
Vom Herrn Arnold wurde die Diskussionsrunde eröffnet und er konnte wertmäßige Leistungen zur Beseitigung von Barrieren im öffentlichen Raum seit 2005 im Umfang von insgesamt 40.000 Euro erläutern. Er griff auch das seit Tagen in Roßleben für Unruhe und Verärgerung sorgende Thema Freibad auf, das wegen ausgebliebener Zuführung vom Land, nicht betrieben werden kann und legte die entstandene finanzielle Situation dar.
Frau Röder bekräftigte in ihren Ausführungen, dass in allen Struktureinheiten der Stadtverwaltung vorsprechende Bürgerinnen und Bürger Hilfe beim Umgang mit anderen Behörden bekommen können und ihnen auch Empfehlungen zur Lösung ihres Problems gegeben werden.
Von den Vertreterinnen des MGH wurden die Betreuungsangebote und die Kontaktveranstaltungen, speziell für ältere Bürgerinnen, Bürger und auch Menschen mit Behinderungen, erläutert. Auch sie machten deutlich, dass der Wegfall des Schwimmbades in Roßleben für die Kinder und Jugendlichen und aktive älterer Menschen einen großen Verlust bedeutet und nicht hinnehmbar ist.
Zu von einem an den Rollstuhl gebundenen Mitglied aufgeworfenen Fragen soll auch im Interesse der anderen in Roßleben wohnenden Rollstuhlfahrer ein Gespräch im Ordnungsamt erfolgen.
Das Fazit dieser sehr konstruktiven Gesprächsrunde ist, dass durch uns und die von vielen Sozialverbänden und Selbsthilfegruppen aufgeschlossenen Bürgerinnen und Bürger mit der Beteiligung an den Aktionen "dieGesellschafter.de" die Einsicht in die Probleme behinderter Menschen gewachsen ist. Es wurde die Notwendigkeit deutlich, berechtigten Forderungen der Menschen mit Behinderungen zur selbst bestimmten Teilhabe am öffentlichen Leben zu unterstützen, aber auch, dass dazu der Kommune oftmals die Mittel fehlen. Deshalb wollen wir den im ThüGiG festgeschriebenen Finanzierungsvorbehalt zur Disposition stellen und rechnen dabei mit der Unterstützung aller Thüringer Verbandsstufen des VdK sowie der Abgeordneten des Thüringer Landtages aus der Region. Es sollte unserer Meinung nach angestrebt werden, einen festen Prozentsatz des Haushaltsvolumens in den jeweiligen Verwaltungsstrukturen und bei öffentlichen Baumaßnahmen als Orientierungswert für die Belange von Menschen mit Behinderungen einzusetzen.
Wolf-Jürgen Träger
In Bildergalerie ein paar Fotos von der Veranstaltung:
Bildtexte:
Autor: khhZum Nachmittag des 4. Mai hatte der Vorstand unseres Ortsverbandes zu dem Thema "Inklusion - Dabei sein! Von Anfang an" seine Mitglieder und als Gäste Entscheidungsträger der Stadtverwaltung Roßleben in die Begegnungsstätte der Volkssolidarität eingeladen. Es seht im Mittelpunkt der diesjährigen Aktionstage um den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (alljährlich am 5. Mai).
Als Gäste wurden Frau Caterina Röder, Hauptamtsleiterin in der Stadtverwaltung und Herr Klaus-Dieter Arnold, Leiter des Bau- und Ordnungsamtes und etwas später Frau Susanne Kammlodt, Leiterin des Mehrgenerationenhauses (MGH) und Vorsitzende des Sozialausschusses der Stadt und Frau Kerstin Herzau, Mitarbeiterin im MGH herzlich begrüßt.
In den einführenden Betrachtungen zum Thema verwies Ortsvorsitzender Wolf-Jürgen Träger auf die positive Entwicklung der gesellschaftlichen Wertung der berechtigten Belange der Menschen mit Behinderungen in der Öffentlichkeit. Daran hat die Aktion Mensch, mit deren Förderung auch diese Veranstaltung durchgeführt wurde, einen großen Anteil. Sie unterstützte wesentlich die Forderung nach Gleichstellung und Integration von Menschen mit Behinderung und nunmehr die Inklusion, also Einbeziehung von Anfang an. Auch in Roßleben gab es eine positive Entwicklung vom Ratsbeschluss zum Beitritt zur Erklärung von Barcelona "Die Stadt und die Behinderten", über die Berufung des VdK-Mitglieds Ernst-Günter Jäger zum Behindertenbeauftragten der Stadt bis zu Bemühungen, öffentliche Barrieren abzubauen. Doch es gibt auch noch viel zu tun. Ein aktuelles Problem ist die gegenwärtig beschwerliche Nutzung der Langen Straße, zwischen Kurzer- und Rudolf-Breitscheid-Straße mit Mobilitätshilfen (Rollator oder Rollstuhl). Abhilfe kann in diesem Jahr aus Mitteln des Stadthaushaltes (13.000 Euro) leider nicht finanziert werden. Unser Ortsverband bemüht sich dazu Sponsorenleistungen zu gewinnen.
Dieses Beispiel zeigt, dass die gesetzlichen Regelungen in Thüringen, das "Thüringer Gesetz zur Gleichstellung und Verbesserung der Integration von Menschen mit Behinderungen" (ThürGiG), durch den enthaltenen Finanzierungsvorbehalt nur unzureichenden Handlungsspielraum gibt. Behinderten- und Sozialverbände Thüringens fordern bereits eine Überarbeitung des Thüringer Behindertengesetzes und dabei besonders die Streichung des Finanzierungsvorbehaltes. Unser Vorstand wird das über den Landesverband sowie Abgeordnete des Thüringer Landtages unterstützen.
Eine besondere Art der Behinderung, eine "soziale Vereinsamung" nach schweren persönliche Schicksalsschlägen, gepaart mit schwacher finanzieller Situation (ALG II, Schulden und weggebrochener geregelter Tagesverlauf) benötigt auch eine besondere Wahrnehmung in den kommunalen Verwaltungsstrukturen. Ein Ehrenamtlich-Berufener, analog des Behindertenbeauftragten, könnte sich dieser Aufgabe annehmen.
Vom Herrn Arnold wurde die Diskussionsrunde eröffnet und er konnte wertmäßige Leistungen zur Beseitigung von Barrieren im öffentlichen Raum seit 2005 im Umfang von insgesamt 40.000 Euro erläutern. Er griff auch das seit Tagen in Roßleben für Unruhe und Verärgerung sorgende Thema Freibad auf, das wegen ausgebliebener Zuführung vom Land, nicht betrieben werden kann und legte die entstandene finanzielle Situation dar.
Frau Röder bekräftigte in ihren Ausführungen, dass in allen Struktureinheiten der Stadtverwaltung vorsprechende Bürgerinnen und Bürger Hilfe beim Umgang mit anderen Behörden bekommen können und ihnen auch Empfehlungen zur Lösung ihres Problems gegeben werden.
Von den Vertreterinnen des MGH wurden die Betreuungsangebote und die Kontaktveranstaltungen, speziell für ältere Bürgerinnen, Bürger und auch Menschen mit Behinderungen, erläutert. Auch sie machten deutlich, dass der Wegfall des Schwimmbades in Roßleben für die Kinder und Jugendlichen und aktive älterer Menschen einen großen Verlust bedeutet und nicht hinnehmbar ist.
Zu von einem an den Rollstuhl gebundenen Mitglied aufgeworfenen Fragen soll auch im Interesse der anderen in Roßleben wohnenden Rollstuhlfahrer ein Gespräch im Ordnungsamt erfolgen.
Das Fazit dieser sehr konstruktiven Gesprächsrunde ist, dass durch uns und die von vielen Sozialverbänden und Selbsthilfegruppen aufgeschlossenen Bürgerinnen und Bürger mit der Beteiligung an den Aktionen "dieGesellschafter.de" die Einsicht in die Probleme behinderter Menschen gewachsen ist. Es wurde die Notwendigkeit deutlich, berechtigten Forderungen der Menschen mit Behinderungen zur selbst bestimmten Teilhabe am öffentlichen Leben zu unterstützen, aber auch, dass dazu der Kommune oftmals die Mittel fehlen. Deshalb wollen wir den im ThüGiG festgeschriebenen Finanzierungsvorbehalt zur Disposition stellen und rechnen dabei mit der Unterstützung aller Thüringer Verbandsstufen des VdK sowie der Abgeordneten des Thüringer Landtages aus der Region. Es sollte unserer Meinung nach angestrebt werden, einen festen Prozentsatz des Haushaltsvolumens in den jeweiligen Verwaltungsstrukturen und bei öffentlichen Baumaßnahmen als Orientierungswert für die Belange von Menschen mit Behinderungen einzusetzen.
Wolf-Jürgen Träger
In Bildergalerie ein paar Fotos von der Veranstaltung:
Bildtexte:
- Als Gesprächspartner standen zur Verfügung: (von links) Frau Kerstin Herzau, Frau Susanne Kammlodt, Frau Caterina Röder, Herr Klaus-Dieter Arnold und der Vorsitzende unseres Ortsverbandes Wolf-Jürgen Träger
- Bau- und Ordnungsamtsleiter Herr Klaus-Dieter Arnold vertrat den an der Teilnahme verhinderten Bürgermeister zur Zufriedenheit aller
- Die neue Leiterin der Allgemeinen Verwaltung der Stadt Roßleben Frau Caterina Röder konnte gleich die Gelegenheit nutzen, sich den Bürgern vorzustellen
- Frau Susanne Kammlodt (rechts) vom MGH und Mitarbeiterin Frau Kerstin Herzau erläuterten den Anwesenden die Betreuungsangebote der Einrichtung
- Zahlreich waren unsere Mitglieder der Einladung gefolgt und nutzen die Gelegenheit, sich über die zukünftige Entwicklung Roßlebens informieren zu lassen und Vorschläge und Anregungen dazu zu unterbreiten
- Unser langjähriges Mitglied Herr Gerhard Stelzner hielt mit seiner Meinung auch nicht hinterm Berg zurück
- Fotos: Rüdiger Herdin






