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Di, 23:15 Uhr
11.05.2010

Shannon Lyon und Danny Dziuk.

Am vergangenen Freitagabend gastierten im Panorama Bad Frankenhausen zum Liedermacherdoppelkonzert der kanadische Singer& Songwriter Shannon Lyon und der Berliner Liederpoet Danny Dziuk. Seine Eindrücke dazu vermittel uns Fred Böhme...

Mehr als 100 Gäste kamen, um diesem Konzertereignis beizuwohnen. Sogar zwei Gäste aus Holland waren extra wegen dieses Konzertes gekommen. Sie erzählten dem Veranstalter, dass sie sich schon seit langem das Panorama-Gemälde anschauen wollten. Als sie dann von diesem Konzertabend erfuhren, war das für sie der entscheidende Impuls, sich nach Bad Frankenhausen aufzumachen.

Das Konzert präsentierte zwei sehr unterschiedliche Songwriter-Handschriften und auch sehr unterschiedliche Arten, diese zu präsentieren. Shannon Lyon verließ sich ganz auf die Strahlkraft seiner Songs, die in gewohnt intensiver Weise mit kraftvoll-brüchiger Stimme vortrug und sich dabei auf der Gitarre begleitete und hin und wieder auch die Mundharmonika ganz im Geiste Neil Youngs einsetzte. Er gab sich zwischen den zumeist langsamen Balladen, die von Vereinsamung, unglücklichen Beziehungen und dem Leben "On the Road" handelten eher wortkarg. Eine wirkliche Bereicherung der Klangfarben seines Auftritts war die Gastrolle von Danny Dziuk bei zweien seiner Songs am Klavier. Shannon präsentierte Songs von seinen CDs "Wandered", "Safe it inside" und "El Sol". Sein Auftritt war für alle Freunde intensiv beseelter Folk und Countrymusik ein Fest und funktionierte überaus emotional.

Ganz anders das sehr lange Set von Danny Dziuk, der den Heimvorteil hatte, dass das Publikum auch Nuancen seiner Texte erfasste, denn Danny ist ein Akrobat der deutschen Sprache. Auf der Bühne wirkt er ein bisschen wie ein zerstreuter Professor, der schon mal den Text vergisst, sich verspielt, also signalisierte, ich bin ein unperfekter Mensch, der durch sein etwas chaotisches Leben strauchelt und verwundert seine Betrachtungen über die Welt anstellt, doch das mit pointiert intellektueller Schärfe. Er ist so gar kein Schönsänger, eher skurriler Entertainer mit unglaublich präzisen Texten, die aber auch humorvolle Blödelei nicht ausschließen.

Shannon Lyon und Danny Dziuk (Foto: Panorama Museum Bad Frankenhausen) Shannon Lyon und Danny Dziuk (Foto: Panorama Museum Bad Frankenhausen)

Er begleitete sich zumeist am Klavier, wo er durchaus mit virtuos verschlungenen Klavierläufen zu überzeugen wusste. Ab und zu griff er auch zur Gitarre, wobei er einen sehr eigen Gitarrenklang bevorzugte. Neben den großartigen Entertainerkabinettstückchen "Zu Alt", seinem grandiosen "Regenlied" ein, zwei Coverversionen, in denen er geschätzten Kollegen eine Referenz erwies, war es diese hellsichtigen Lieder wie "Tante Bank", dass vor der Bankenkrise entstanden war und visionär die Praktiken der Bänker aufs Korn nahm oder diese scharfe Antinazi-Song "Halberstadt". Zum Abschluss holte Danny noch einmal seinen Kollegen auf die Bühne und zu zweit nahmen sie Abschied von ihrem zahlreichen Publikum. Fazit: ein eindrucksvoller Liederabend mit zwei sehr verschiedenen Musikerhandschriften, die jede auf ihre Art zu überzeugen wusste.
Fred Böhme

Autor: khh

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