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Sa, 10:48 Uhr
29.05.2010

kn-Kommentar: Unverständnis

Kritik üben ist ja eine sicher ehrenswerte Aufgabe. Aber man sollte sich auch der richtigen Objekte annehmen. Was da am Donnerstag im Stadtrat Sondershausen ablief (Heftig gezofft!), bedarf doch eines Kommentars...

Über Zuschüsse für Kultur lässt sich trefflich streiten, keine Frage. Wo bei der Förderung von Kunst und Kultur anfangen und wo aufhören ist für alle Politiker eine Herausforderung. Erst recht, wenn die Kassen knapp sind. So ist es natürlich auch in Sondershausen nicht anders. Aber an der Frage der sogenannten "weichen Standtortfaktoren", wie es die Kultur nun mal darstellt, kann man schwerlich verzichten.

Unbegreiflich wird es allerdings, wenn letzten Donnerstag Stadtrat Gerhard Axt (Nubi) sogar die Unterstützung der Stadt Sondershausen für die Landesmusikakademie in Frage stellt. Bei der Landesmusikakademie geht es nicht nur um weiche Standortfaktoren, sondern um knallharte wirtschaftliche Faktoren für die Region. Jeder Bürgermeister in Thüringen würde sicher die Landesmusikakademie mit Freuden aufnehmen und mit Sicherheit auch einige Euros investieren.

In Stadtratsitzung im vorigen Jahr war die Zahl genannt worden, dass allein durch die Landesmusikakademie 3.000 bis 5.000 Übernachtungen in der Stadt realisiert werden. Teilweise war der Ansturm so groß, dass Gäste nach Bad Frankenhausen und Kelbra verwiesen werden mussten. Das ist Umsatz, der in die Stadt kommt. Und bei einer Übernachtung bleibt es ja meist nicht. Die Gäste verpflegen sich auch. Dabei kann man davon ausgehen, dass bei den meist mehrtägigen Veranstaltungen und Schulungen, sich die meisten Teilnehmer nicht aus einer mitgebrachten Kühlbox ernähren. Auch hier steht Umsatz ins Haus, sprich in der Region.

Da kommen viele der Kursteilnehmer selbst schon aus aller Herren Länder (nicht nur Bundesländer), zahlen für die Kurse selbst und geben häufig an Sonntagen noch ein kostenloses Konzert im Achteckhaus, was die Bürger von Sondershausen und Umgebung meist auch noch ohne Eintritt zu bezahlen, genießen dürfen! Wenn Kinder in Kursen dabei sind, werden Sie spätestens am Sonntag wieder nach den Konzerten abgeholt. Vor und nach den Veranstaltungen bleibt noch mancher Euro in den Gaststätten der Stadt hängen, so die Gaststätten auch wirklich etwas zu bieten haben.

Diese Faktenlage bewog die Thüringer Landesregierung, erhebliche Mittel auch in ein neues Gästehaus zu investieren. Auch wenn so manche Finanzentscheidung nicht gerade glücklich verlief (Impfung Schweingrippe), so sollte man der Landesregierung nicht unterstellen, man liege bei allen Entscheidungen schief. Und der Anteil an dem Millionenobjekt der Stadt ist wegen der Mittel aus dem Konjunkturpaket II doch noch relativ gering.

Marketing ist kein billiges Vergnügen. Nicht umsonst stecken Unternehmen riesige Beträge in die Werbung. Den Wert des Marketings in Euro auszudrücken, der durch die Landesmusikakademie realisiert wird, ist kaum möglich. Aber allein durch die vielen Kursteilnehmer wird der Ruf der Musikstadt Sondershausen durch ganz Deutschland getragen. Leser der kn werden wissen, wie oft in Artikeln berichtet wurde, woher die Kursteilnehmer überall kamen. Erfreulich dabei, dass es dabei auch keine "Mauer" gibt, denn die Besucher kommen in Scharen auch aus den alten Bundesländern. Wenn selbst aus Kulturhochburgen wie München oder Stuttgart die Kursteilnehmer anreisen, dann sagt das schon sehr viel!

Und ausgerechnet diese Unterstützung für die Landesmusikakademie in Frage zu stellen, ist schon eine Sache, die nicht mehr nachvollziehbar ist. Hier sollte sich Stadtrat Gerhard Axt wohl doch mal über die Arbeit in und von der Landesmusikakademie informieren lassen. Denn selbst in diesem Kommentar konnte nicht auf alles eingegangen werden, was die Landesmusikakademie für die Region unternimmt, siehe auch das Musikmobil. In der Unterstützung der Stadt Sondershausen für die Landesmusikakademie kann ich nun wirklich nichts schlechtes entdecken.
Karl-Heinz Herrmann
Autor: khh

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