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Mi, 13:48 Uhr
30.06.2010

Bald Helmpflicht?

Carius: Radfahrer haben keinen Airbag. Thüringens Verkehrsminister startet Gesetzesinitiative zur Radhelmpflicht, aber reicht das?

Unter dem Motto „Denken.Fahren.Ankommen – Mehr Sicherheit auf Thüringer Straßen“ präsentierte heute (Mittwoch) Verkehrsminister Christian Carius (CDU) in Erfurt die neue Verkehrssicherheitsinitiative. An der Präsentation des Projekts nahmen auch die Bahnrad-Juniorenweltmeisterin Kristina Vogel und Dr. Olaf Bach, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie am Sophien- und Hufeland-Klinikum (Weimar), teil.

„Im Jahr 2009 gab es insgesamt 57.220 Unfälle auf Thüringer Straßen, bei denen 148 Menschen ihr Leben lassen mussten“, bilanzierte Carius heute vor Journalisten im Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr (TMBLV). „Das ist zwar zum Vergleichsvorjahr ein leichter Rückgang, dennoch ist jedes tödliche Verkehrsopfer ein Opfer zu viel. Deshalb werde ich bis zum Jahr 2014 eine Aufklärungskampagne gegen Geschwindigkeitsübertretungen und gegen Alkohol und Drogen am Steuer starten sowie Initiativen für mehr Rücksicht im Straßenverkehr und für einen sicheren Schulweg ins Leben rufen.

Bald Helmpflicht (Foto: Foto (TMBLV)) Bald Helmpflicht (Foto: Foto (TMBLV))

v.l.: Dr. Olaf Bach, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie am Sophien- und Hufeland-Klinikum (Weimar), Bahnrad-Juniorenweltmeisterin Kristina Vogel, Minister Christian Carius

Das erste Projekt im Rahmen von „Denken.Fahren.Ankommen“ zielt auf eine Radhelmpflicht für junge Radfahrer bis 18 Jahren. „Alle 13 Stunden verunglückte im vergangenen Jahr ein Kind auf unseren Straßen“, erklärte Carius. „Deshalb mache ich mich, wie bereits angekündigt, für eine gesetzliche Radhelmpflicht stark. Denn Radler haben keinen Airbag. Nahezu 90 Prozent aller Schädelhirnverletzungen und bis zu 65 Prozent bestimmter Gesichtsverletzungen bei Radfahrern könnten durch das Tragen von Helmen vermieden werden. Und Kopfverletzungen, das bestätigen Unfallchirurgen, sind für jeden zweiten Todesfall bei Radfahrern ohne Sicherheitshelm verantwortlich. Dabei tragen nur 42 Prozent der Kinder unter 10 Jahren einen Schutzhelm. Bei den älteren Heranwachsenden bis 18 Jahren reduziert sich die Tragequote sogar auf nur rund 15 Prozent. Hier gibt es dringenden Handlungsbedarf. Ich möchte die Sicherheit auf Thüringens Straßen erhöhen. Deshalb werde ich eine Gesetzesinitiative zur Radhelmpflicht auf den Weg bringen.“

Der Thüringer Verkehrsminister und amtierende Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz (VMK) beruft dazu jetzt eine Expertenkommission ein, in der Vertreter der DEKRA, des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft, des TÜV Thüringen, des Deutschen Verkehrssicherheitsrats, der Deutschen Verkehrswacht, der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs Thüringen (ADFC), des Innenministeriums, des ADAC, des Thüringer Radsportverbandes und der Casco Schutzhelme GmbH vertreten sind. Im Herbst 2010 sollen erste Ergebnisse vorliegen. Zudem startet das TMBLV in diesem Sommer eine öffentliche Imagekampagne zur verstärkten Akzeptanz von Radhelmen.

Im vergangenen Jahr waren in Thüringen an insgesamt 1.647 Verkehrsunfällen Radfahrer beteiligt. Dabei wurden 1.342 Zweiradfahrer verletzt und elf Menschen getötet (davon ein Kind). Durchschnittlich verunglückt in Thüringen alle sieben Stunden ein Radfahrer im Straßenverkehr.

Radhelmpflicht gibt es bereits in Finnland, Spanien, Tschechien, Schweden und Island.

Kommentar kn:
Eine Helmpflicht kann man nur begrüßen. Wer mich kennt, weiß dass ich kaum ohne Helm unterwegs bin. trotzdem würde ich allerdings eine Gesetzesvorlage zum verstärkten Bau von straßenbegleitenden Radweg, besonders im westlichen Teil des Kyffhäuserkreises, mehr von unserem verehrsminister begrüßen. Bei einer Fahrt auf der B4 nach Greußen oder auf der B249 nach Ebeleben, rettet den Radfahrer wahrscheinlich auch kein Helm. Da heißt es nur noch beten oder lieber auf die fahrt verzichten.
Karl-Heinz Herrmann
Autor: khh

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