Do, 07:02 Uhr
08.07.2010
Vereinsarbeit beleuchtet
Erfahrungen aus dem Vereinsalltag der Kinder- und Jugendarbeit wurden jetzt ausgewertet. Lesen Sie dazu einen Bericht, erarbeitet von der Projektgruppe "Lernen vor Ort"...
Nachwuchsgewinnung- und Bindung stellt die Vereine in der Kinder- und Jugendarbeit vor dem Hintergrund des demografischen Wandels vor zahlreiche Herausforderungen und Probleme. Hauptgründe für die Fluktuation von Mitgliederzahlen ist v.a. bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Suche oder Aufnahme einer Ausbildung, welche sie zum Austritt aus einem Verein bewegt. Die Perspektiven, im Anschluss eine Arbeit zu finden sind andernorts deutlich besser, so dass eine Rückkehr in den Verein nach Beendigung der Ausbildung die Ausnahme ist.
Ein zweiter Aspekt ist der vielfach beobachtete Austritt aus einem Verein mit Beendigung des Berufslebens. Es scheint, als spiele die Vereinszugehörigkeit vor dem Hintergrund einer bestimmten beruflicher Funktion eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Ungeklärt ist für viele Vereine die Frage, wer in ein paar Jahren die so wichtige ehrenamtliche Tätigkeit im Sinne des Vereins fortführen können wird, wenn die älteren Mitglieder nach und nach aus dem Verein bzw. aus den Ämtern ausscheiden.
Die Arbeit in Vereinen wird noch von weiteren Faktoren bestimmt, so zum Beispiel von geringen finanziellen Möglichkeiten und der Konkurrenz zu Vereinen in örtlicher Nähe bzw. zu Vereinen mit ähnlichem Angebot.
Wie können Vereine auf solche Bedingungen reagieren und welche Strategien wählen sie?
Um Mitglieder und Teilnehmer zu gewinnen und trotz knappen Budgets ihre Angebote aufrecht zu erhalten gehen Vereine ganz unterschiedliche Wege: Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit wie z.B. Feste und einen Tag der offenen Tür werden Kinder und Jugendliche gezielt angesprochen.
Wenn sich gelungene Aktionen herumsprechen, so ist dies immer noch die beste Werbung.
Viele Vereine gehen erfolgreich Kooperationen mit anderen Vereinen, Schulen oder Unternehmen ein. Der persönliche Kontakt ist hierbei oft entscheidend und erfordert ein hohes Maß an zusätzlicher Zeit, die der ehrenamtliche Vorstand investiert.
Auch die Projektarbeit gehört vielfach zum Arbeitsalltag in Vereinen. In einem klar umrissenen Zeitraum und mit begrenzten Mitteln können so Ideen umgesetzt und motivierte Menschen eingebunden werden.
Die Kontinuität der Arbeit zu gewährleisten stellt die Vereine oft vor neue Probleme, zum Beispiel, wenn engagierte und motivierte Menschen nach Projektende nicht weiter eingesetzt oder betreut werden können.
Da freiwilliges und ehrenamtliches Engagement die Basis für ein vielfältiges Vereinsleben darstellt, setzen Vereine noch mehr als bislang auf die Stärkung der Motivation ihrer Mitglieder. Die Übergabe von Verantwortung an junge Menschen innerhalb der Vereinsstruktur spielt dabei sicherlich eine wesentliche Rolle.
Mitbestimmung und Teilhabe Jugendlicher ist in der Vereinskultur unterschiedlich stark ausgeprägt. Mancherorts diskutieren Jugendliche aktiv die Belange ihres Vereins mit und manche Vereine gehen eher zögerlich mit dem Thema Jugendpartizipation um. Im Kyffhäuserkreis gibt es erfolgreiche Formen der Beteiligung, die im Vereinsalltag Anwendung finden, so zum Beispiel im Rahmen von Clubbeiräten. Jugendliche aktiv in den Strukturen des Vereinsalltags zu beteiligen, heißt mitunter auch Verantwortung zu übertragen. Damit ist in der Regel ein Mehraufwand an Zeit nötig, denn übertragene Aufgaben und Verantwortlichkeiten müssen ebenfalls personell begleitet werden. Hierbei werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter in Vereinen auf Grund der eigenen zeitlich knappen Ressourcen wieder vor eine Herausforderung gestellt.
Das Thema Rechtsextremismus ist auch im Vereinsalltag fortwährend von zentraler Bedeutung. Gerade im ländlichen Raum bieten Vereine mit ihren Angeboten und Ehrenämtern eine breite Angriffsfläche für rechtsextreme Unterwanderungsbestrebungen. Rechtsextreme wollen in der breiten Bevölkerung ankommen. Der Weg dahin führt über Vereine und Initiativen- eben dort wo Menschen zusammenkommen. Die Bevölkerung muss zu diesem Thema fortlaufend informiert und für die Gefahren sensibilisiert werden. Oftmals wissen Kinder und Jugendliche, die rechtsextreme Äußerungen tätigen, gar nicht deren Bedeutung oder Sinn. Eine Möglichkeit der Sensibilisierung wäre hier beispielsweise über Kinderversammlungen möglich, in denen man sich offen zu dem Thema Rechtsextremismus austauscht. Viele Vereine leisten bereits eine ganze Reihe präventiver Arbeit, beispielsweise über das Bundesprogramm "Vielfalt tut gut".
Die Frage inwieweit ein Ausschluss Rechtsextremer in der Satzung direkt verankert werden soll, ist unter den Vereinsvorständen ein ebenfalls wichtiges Thema. Neben dem Leitgedanken "sich nicht auf die gleiche Stufe stellen zu wollen" und daher einen Ausschluss in der Satzung nicht zu verankern, gibt auch Vereine die eine Nichtaufnahme von Personen mit demokratiefeindlicher bzw. rechtsextremer Tendenzen explizit beschlossen haben. Dies ist vor dem Gedanken der Vereinsunterwanderung durch Rechtsextreme ratsam, da der Verein auch von rechtlicher Seite die Möglichkeit hat, die Betroffenen aus dem Vereinsleben auszuschließen.
Insgesamt werden Vereine vor eine Vielzahl von Herausforderungen gestellt. Voneinander partizipieren heißt auch von den Erfahrungen anderer zu profitieren. Generell ist es ratsam miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und viele Interessierte in die eigene Arbeit einzubinden.
Autor: khhNachwuchsgewinnung- und Bindung stellt die Vereine in der Kinder- und Jugendarbeit vor dem Hintergrund des demografischen Wandels vor zahlreiche Herausforderungen und Probleme. Hauptgründe für die Fluktuation von Mitgliederzahlen ist v.a. bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Suche oder Aufnahme einer Ausbildung, welche sie zum Austritt aus einem Verein bewegt. Die Perspektiven, im Anschluss eine Arbeit zu finden sind andernorts deutlich besser, so dass eine Rückkehr in den Verein nach Beendigung der Ausbildung die Ausnahme ist.
Ein zweiter Aspekt ist der vielfach beobachtete Austritt aus einem Verein mit Beendigung des Berufslebens. Es scheint, als spiele die Vereinszugehörigkeit vor dem Hintergrund einer bestimmten beruflicher Funktion eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Ungeklärt ist für viele Vereine die Frage, wer in ein paar Jahren die so wichtige ehrenamtliche Tätigkeit im Sinne des Vereins fortführen können wird, wenn die älteren Mitglieder nach und nach aus dem Verein bzw. aus den Ämtern ausscheiden.
Die Arbeit in Vereinen wird noch von weiteren Faktoren bestimmt, so zum Beispiel von geringen finanziellen Möglichkeiten und der Konkurrenz zu Vereinen in örtlicher Nähe bzw. zu Vereinen mit ähnlichem Angebot.
Wie können Vereine auf solche Bedingungen reagieren und welche Strategien wählen sie?
Um Mitglieder und Teilnehmer zu gewinnen und trotz knappen Budgets ihre Angebote aufrecht zu erhalten gehen Vereine ganz unterschiedliche Wege: Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit wie z.B. Feste und einen Tag der offenen Tür werden Kinder und Jugendliche gezielt angesprochen.
Wenn sich gelungene Aktionen herumsprechen, so ist dies immer noch die beste Werbung.
Viele Vereine gehen erfolgreich Kooperationen mit anderen Vereinen, Schulen oder Unternehmen ein. Der persönliche Kontakt ist hierbei oft entscheidend und erfordert ein hohes Maß an zusätzlicher Zeit, die der ehrenamtliche Vorstand investiert.
Auch die Projektarbeit gehört vielfach zum Arbeitsalltag in Vereinen. In einem klar umrissenen Zeitraum und mit begrenzten Mitteln können so Ideen umgesetzt und motivierte Menschen eingebunden werden.
Die Kontinuität der Arbeit zu gewährleisten stellt die Vereine oft vor neue Probleme, zum Beispiel, wenn engagierte und motivierte Menschen nach Projektende nicht weiter eingesetzt oder betreut werden können.
Da freiwilliges und ehrenamtliches Engagement die Basis für ein vielfältiges Vereinsleben darstellt, setzen Vereine noch mehr als bislang auf die Stärkung der Motivation ihrer Mitglieder. Die Übergabe von Verantwortung an junge Menschen innerhalb der Vereinsstruktur spielt dabei sicherlich eine wesentliche Rolle.
Mitbestimmung und Teilhabe Jugendlicher ist in der Vereinskultur unterschiedlich stark ausgeprägt. Mancherorts diskutieren Jugendliche aktiv die Belange ihres Vereins mit und manche Vereine gehen eher zögerlich mit dem Thema Jugendpartizipation um. Im Kyffhäuserkreis gibt es erfolgreiche Formen der Beteiligung, die im Vereinsalltag Anwendung finden, so zum Beispiel im Rahmen von Clubbeiräten. Jugendliche aktiv in den Strukturen des Vereinsalltags zu beteiligen, heißt mitunter auch Verantwortung zu übertragen. Damit ist in der Regel ein Mehraufwand an Zeit nötig, denn übertragene Aufgaben und Verantwortlichkeiten müssen ebenfalls personell begleitet werden. Hierbei werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter in Vereinen auf Grund der eigenen zeitlich knappen Ressourcen wieder vor eine Herausforderung gestellt.
Das Thema Rechtsextremismus ist auch im Vereinsalltag fortwährend von zentraler Bedeutung. Gerade im ländlichen Raum bieten Vereine mit ihren Angeboten und Ehrenämtern eine breite Angriffsfläche für rechtsextreme Unterwanderungsbestrebungen. Rechtsextreme wollen in der breiten Bevölkerung ankommen. Der Weg dahin führt über Vereine und Initiativen- eben dort wo Menschen zusammenkommen. Die Bevölkerung muss zu diesem Thema fortlaufend informiert und für die Gefahren sensibilisiert werden. Oftmals wissen Kinder und Jugendliche, die rechtsextreme Äußerungen tätigen, gar nicht deren Bedeutung oder Sinn. Eine Möglichkeit der Sensibilisierung wäre hier beispielsweise über Kinderversammlungen möglich, in denen man sich offen zu dem Thema Rechtsextremismus austauscht. Viele Vereine leisten bereits eine ganze Reihe präventiver Arbeit, beispielsweise über das Bundesprogramm "Vielfalt tut gut".
Die Frage inwieweit ein Ausschluss Rechtsextremer in der Satzung direkt verankert werden soll, ist unter den Vereinsvorständen ein ebenfalls wichtiges Thema. Neben dem Leitgedanken "sich nicht auf die gleiche Stufe stellen zu wollen" und daher einen Ausschluss in der Satzung nicht zu verankern, gibt auch Vereine die eine Nichtaufnahme von Personen mit demokratiefeindlicher bzw. rechtsextremer Tendenzen explizit beschlossen haben. Dies ist vor dem Gedanken der Vereinsunterwanderung durch Rechtsextreme ratsam, da der Verein auch von rechtlicher Seite die Möglichkeit hat, die Betroffenen aus dem Vereinsleben auszuschließen.
Insgesamt werden Vereine vor eine Vielzahl von Herausforderungen gestellt. Voneinander partizipieren heißt auch von den Erfahrungen anderer zu profitieren. Generell ist es ratsam miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und viele Interessierte in die eigene Arbeit einzubinden.