Di, 09:28 Uhr
13.07.2010
Ausstellung zu Zecken
Sommerzeit - Zeckenzeit! Nur die Impfung schützt vor FSME, so das Fazit des Gesundheitsamtes Kyffhäuserkreis. Weitere Tipps vom Gesundheitsamt gibt es hier, u.a. auch über die informative Ausstellung im Foyer des Landratsamtes Kyffhäuserkreis...
Vom 12.07.2010 bis Mitte August können sich Interessierte im Landratsamt Kyffhäuserkreis über Gefahren informieren, die von der Zecke als Überträger von Krankheiten ausgehen. Und natürlich darüber, wie man sich schützt.
Die Amtsärztin des Kyffhäuserkreises, Frau Dipl. Med. Sabine Hausweiler, klärt auf, warnt vor allzu großer Sorglosigkeit bei Zeckenbissen und gibt Tipps, wie man sich schützen kann.
Die Gefahr für Zeckenstiche wächst Jahr für Jahr schon mit den ersten frühlingshaften Temperaturen. Viele Menschen nutzen das gute Wetter für Spaziergänge, Radtouren und Picknicks und können so mit den kleinen Blutsaugern in Kontakt kommen. Der Stich einer Zecke ist schmerzlos und wird daher nicht unmittelbar bemerkt. Auch ist nicht die Zecke selbst das eigentliche Bedenkliche. Gefährlich können Bakterien und Viren werden, die viele Zecken in sich tragen.
Zwei Arten von Erkrankungen sind in Europa von besonderer Bedeutung: die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Die FSME wird durch ein Virus, die Borreliose durch ein Bakterium verursacht. Beide Infektionen können zur Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns, der Nerven und des Rückenmarks führen.
Warum ist Borreliose so gefährlich ?
Auslöser der Borreliose sind Bakterien, die sich im Darm der infizierten Zecke befinden. Diese Bakterien gelangen allerdings erst während des Blutsaugens - nach etwa 12 bis 24 Stunden - über die Einstichstelle in den menschlichen Organismus. Ein früheres Entfernen der Zecke kann eine Infektion daher verhindern.
Eine Schutzimpfung gegen Borreliose gibt es bisher nicht. Die Infektion ist jedoch mit Antibiotika behandelbar. Merkmal ist die so genannte "Wanderröte" (Erythema migrans), eine ringförmige, meist wandernde großflächige Rötung im Bereich der Einstichstelle. Es gibt allerdings Fälle, in denen eine Borreliose ohne Wanderröte verläuft und Gelenkbeschwerden oder neurologische Schädigungen hervorruft. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte man sich gründlich nach Zecken absuchen und diese schnell entfernen. Je kürzer die Zeit, in der eine Zecke saugen konnte, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Borreliose.
Warum sollte man sich impfen lassen ?
In Deutschland ist die Zahl der FSME-Infektionen in den letzten Jahren gestiegen. Das gefährliche Virus befindet sich im Speichel der Zecke. Etwa 14 Tage nach dem Zeckenstich treten grippenähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Schnupfen auf, die bis zu einer Woche andauern können. Bei einem Teil der Erkrankten kommt es jedoch nach einer kurzen Ruhepause zu einem zweiten, schwereren Krankheitsschub mit hohem Fieber, Nackensteifigkeit und Erbrechen - Hinweise für eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute. Ein Teil der Patienten erleidet dauerhafte Schäden wie Lähmungen und Koordinationsstörungen und etwa 1-2 % der Betroffenen sterben sogar an FSME.
Das Hautproblem: Gegen die FSME gibt es keine kausale Therapie. Das bedeutet, dass man den Krankheitserreger nicht mit spezifischen Medikamenten bekämpfen kann. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, können nur noch die Symptome behandelt werden.
Aus diesem Grund gilt: Vorbeugen ist Pflicht! Gegen die FSME gibt es eine wirksame und gut vertragliche Schutzimpfung. Nur in seltenen Fällen gibt es Einschränkungen bei den Impfempfehlungen. Diese Impfung wird allen Menschen empfohlen, die in einem FSME-Risikogebiet leben oder dorthin verreisen und die sich gern in der freien Natur aufhalten und somit leicht mit Zecken in Berührung kommen können. Dies gilt ausdrücklich nicht für beruflich gefährdete Gruppen wie Förster, Waldarbeiter oder Landwirte. Im Gegensatz: 90% der an FSME erkrankten Personen infizierten sich bei Freizeitaktivitäten.
Welche Verhaltenstipps geben Sie?
Nach einem Aufenthalt in der Natur ist es immer sinnvoll, den ganzen Körper nach Zecken abzusuchen, insbesondere die Achselhöhlen, Kniekehlen, den Hals und die Kopfhaut, besonders hinter den Ohren. Festgesaugte Zecken sollten sofort entfernt werden.
Wie erobert eine Zecke ihr Opfer?
Zecken können ihre Opfer wittern, obwohl sie keine richtigen Nasen haben. Aber sie haben ein besonderes Organ am Vorderbein, mit dem sie bestimmte Stoffe, die im Schweiß und in der Ausatmungsluft enthalten sind, "riechen" können. So können sie ihre Opfer erkennen und um sie zu erreichen, klettern sie auf Gräser und Büsche.
Eine erwachsene Zecke kann dabei 1,50 Meter hoch klettern. Meistens ist sie aber in Knie- bis Hüfthöhe zu finden. Auch ein vorbeilaufender Jogger ist für die Zecke ein gefundenes Fressen. Streift der Wirt die Zecke, greift sie sich blitzschnell mit den starken Krallen an ihren Vorderbeinen die Haut, das Fell oder die Kleidung und hält sich fest. Dafür reicht eine Berührung von wenigen Sekunden aus. Dann wandert sie über den Körper und sucht sich eine günstige Stichstelle.
Kann man sich mit der richtigen Kleidung schützen?
Im Prinzip halten Gummistiefel und lange Hosen Zecken ab oder zumindest auf. Sicheren Schutz kann Kleidung allein jedoch nicht gewähren. Zecken können auf der Suche nach einer geeigneten Stichstelle eine ganze Weile herumkrabbeln.
Was macht man, wenn man einen Zeckenbiss hat?
Als erstes die Einstichstelle beobachten und auf "Wanderröte" achten.
Wenn Sie an der Einstichstelle eine meist schmerzlose Rötung bemerken, die Tage oder Wochen später auftreten kann und nach außen wandert, ist dies ein zuverlässiges Anzeichen für eine Borreliose-Infektion und ein Grund, sofort einen Arzt aufzusuchen.
Wie sollte man die Zecken entfernen?
Klebstoff oder Öl sollte man nicht verwenden. Die Zecke erstickt dadurch und kann im Todeskampf Viren (FSME) und Bakterien (Borreliose) in das Blut abgeben. Ebenso wenig sinnvoll ist es, Zecken aus der Haut herauszudrehen - der Stechapparat einer Zecke hat nämlich kein Gewinde. Die sicherste Methode: Man packt die Zecke möglichst dicht an der Haut mit einer spitzen Pinzette und zieht sie vorsichtig heraus. Vermeiden Sie es vor allem, den Hinterleib der Zecke zu quetschen, dies würde im Todeskampf der Zecke zu einer vermehrten Ausschüttung der Bakterien führen.
Besteht auch bei uns Infektionsgefahr durch Zeckenbisse?
Überall in Deutschland gibt es Zecken, die eine durch Bakterien im Darm der Zecke verursachte Lyme-Borreliose übertragen können. Zecken, die das FSME-Virus übertragen, sind hauptsächlich in Süddeutschland aktiv. Allerdings beobachtet man in den letzten Jahren eine Ausweitung der FSME-Risikogebiete in Richtung Norden.
Beisst oder sticht die Zecke eigentlich?
Der Ausdruck "Zeckenbiss" ist genau genommen falsch. Denn Zecken beißen ihre Opfer nicht, sondern stechen.
Damit der Wirt den Stich nicht spürt, gibt die Zecke mit dem Speichel ein Betäubungsmittel ab, wenn sie zusticht. Deswegen bemerkt der Wirt einen Zeckenstich nicht gleich, obwohl der Stachel der Zecke viel dicker und gröber ist, als der feine Stachel einer Stechmücke. Das allein reicht aber noch nicht aus, um zu verhindern, dass der Wirt die Zecke einfach wegkratzt. Deshalb hat die Zecke noch einen anderen Trick auf Lager:
Sie produziert 5-30 Minuten nach dem Stich eine Art Klebstoff, durch den sie sich mit dem Wirt fest verklebt.
Sind Zecken in jeder Jahreszeit gefährlich?
Zecken werden bei Temperaturen ab 7°C aktiv. Die "Zecken-Hauptsaison" beginnt in Deutschland normalerweise im Frühjahr und endet im Spätherbst. In milden Wintern beginnt die Zeckensaison aber bereits im Januar und kann bis in den Dezember gehen.
Haben Zecken auch natürliche Feinde?
Leider haben Zecken nur sehr wenige natürliche Feinde, dazu zählen Pilze, die über die Atemwege in die Zecke eindringen und einige wenige Vogelarten, die Zecken fressen. Die Zecke ist als Parasit nicht nur Täter, sondern kann auch selbst Opfer von Parasiten werden, etwa von Fadenwürmern oder kleinen, parasitischen Wespen.
Überleben Zecken in der Waschmaschine?
Mit Feuchtigkeit haben Zecken generell kein Problem. Daher ist auch eine Waschmaschine für sie nicht unbedingt eine lebensbedrohliche Umgebung. Kritisch wird es für Zecken erst, wenn besonders heiß gewaschen wird oder sie im Trockner landen.
Schützt eine Impfung sicher vor FSME?
Menschen, die sich gern und häufig in der Natur aufhalten, sollten sich durch helle Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen und geschlossenen Schuhen vor Zeckenstichen schützen. Sprays oder Lotionen die direkt auf die Haut aufgetragen werden (so genannte Repellentien), helfen nur bedingt, die kleinen Plagegeister abzuwehren. In einem Test der Stiftung Warentest im April 2008 wurden 20 dieser Produkte getestet - 12 davon waren mangelhaft.
Womit wird geimpft?
Mit modernen Impfstoffen, speziell für Kinder oder Erwachsene, die sehr gut verträglich sind.
Wer trägt die Kosten?
Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen, wenn man in einem Risikogebiet lebt oder innerhalb Deutschlands dort hinreist.
Fazit:
Vorsicht ist also in jedem Fall angebracht - Panik dagegen nicht.
Wer einige wichtige Punkte beachtet, kann den Sommer völlig unbeschwert in Wald und Wiese genießen. Aus Angst vor Zecken die schöne Jahreszeit im Haus zu verbringen, lohnt sich jedenfalls nicht.
Besser: Eine Schutzimpfung gegen FSME und etwas Achtsamkeit im Bezug auf Borreliose.
Autor: khhVom 12.07.2010 bis Mitte August können sich Interessierte im Landratsamt Kyffhäuserkreis über Gefahren informieren, die von der Zecke als Überträger von Krankheiten ausgehen. Und natürlich darüber, wie man sich schützt.
Die Amtsärztin des Kyffhäuserkreises, Frau Dipl. Med. Sabine Hausweiler, klärt auf, warnt vor allzu großer Sorglosigkeit bei Zeckenbissen und gibt Tipps, wie man sich schützen kann.
Die Gefahr für Zeckenstiche wächst Jahr für Jahr schon mit den ersten frühlingshaften Temperaturen. Viele Menschen nutzen das gute Wetter für Spaziergänge, Radtouren und Picknicks und können so mit den kleinen Blutsaugern in Kontakt kommen. Der Stich einer Zecke ist schmerzlos und wird daher nicht unmittelbar bemerkt. Auch ist nicht die Zecke selbst das eigentliche Bedenkliche. Gefährlich können Bakterien und Viren werden, die viele Zecken in sich tragen.
Zwei Arten von Erkrankungen sind in Europa von besonderer Bedeutung: die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Die FSME wird durch ein Virus, die Borreliose durch ein Bakterium verursacht. Beide Infektionen können zur Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns, der Nerven und des Rückenmarks führen.
Warum ist Borreliose so gefährlich ?
Auslöser der Borreliose sind Bakterien, die sich im Darm der infizierten Zecke befinden. Diese Bakterien gelangen allerdings erst während des Blutsaugens - nach etwa 12 bis 24 Stunden - über die Einstichstelle in den menschlichen Organismus. Ein früheres Entfernen der Zecke kann eine Infektion daher verhindern.
Eine Schutzimpfung gegen Borreliose gibt es bisher nicht. Die Infektion ist jedoch mit Antibiotika behandelbar. Merkmal ist die so genannte "Wanderröte" (Erythema migrans), eine ringförmige, meist wandernde großflächige Rötung im Bereich der Einstichstelle. Es gibt allerdings Fälle, in denen eine Borreliose ohne Wanderröte verläuft und Gelenkbeschwerden oder neurologische Schädigungen hervorruft. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte man sich gründlich nach Zecken absuchen und diese schnell entfernen. Je kürzer die Zeit, in der eine Zecke saugen konnte, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Borreliose.
Warum sollte man sich impfen lassen ?
In Deutschland ist die Zahl der FSME-Infektionen in den letzten Jahren gestiegen. Das gefährliche Virus befindet sich im Speichel der Zecke. Etwa 14 Tage nach dem Zeckenstich treten grippenähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Schnupfen auf, die bis zu einer Woche andauern können. Bei einem Teil der Erkrankten kommt es jedoch nach einer kurzen Ruhepause zu einem zweiten, schwereren Krankheitsschub mit hohem Fieber, Nackensteifigkeit und Erbrechen - Hinweise für eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute. Ein Teil der Patienten erleidet dauerhafte Schäden wie Lähmungen und Koordinationsstörungen und etwa 1-2 % der Betroffenen sterben sogar an FSME.
Das Hautproblem: Gegen die FSME gibt es keine kausale Therapie. Das bedeutet, dass man den Krankheitserreger nicht mit spezifischen Medikamenten bekämpfen kann. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, können nur noch die Symptome behandelt werden.
Aus diesem Grund gilt: Vorbeugen ist Pflicht! Gegen die FSME gibt es eine wirksame und gut vertragliche Schutzimpfung. Nur in seltenen Fällen gibt es Einschränkungen bei den Impfempfehlungen. Diese Impfung wird allen Menschen empfohlen, die in einem FSME-Risikogebiet leben oder dorthin verreisen und die sich gern in der freien Natur aufhalten und somit leicht mit Zecken in Berührung kommen können. Dies gilt ausdrücklich nicht für beruflich gefährdete Gruppen wie Förster, Waldarbeiter oder Landwirte. Im Gegensatz: 90% der an FSME erkrankten Personen infizierten sich bei Freizeitaktivitäten.
Welche Verhaltenstipps geben Sie?
Nach einem Aufenthalt in der Natur ist es immer sinnvoll, den ganzen Körper nach Zecken abzusuchen, insbesondere die Achselhöhlen, Kniekehlen, den Hals und die Kopfhaut, besonders hinter den Ohren. Festgesaugte Zecken sollten sofort entfernt werden.
Wie erobert eine Zecke ihr Opfer?
Zecken können ihre Opfer wittern, obwohl sie keine richtigen Nasen haben. Aber sie haben ein besonderes Organ am Vorderbein, mit dem sie bestimmte Stoffe, die im Schweiß und in der Ausatmungsluft enthalten sind, "riechen" können. So können sie ihre Opfer erkennen und um sie zu erreichen, klettern sie auf Gräser und Büsche.
Eine erwachsene Zecke kann dabei 1,50 Meter hoch klettern. Meistens ist sie aber in Knie- bis Hüfthöhe zu finden. Auch ein vorbeilaufender Jogger ist für die Zecke ein gefundenes Fressen. Streift der Wirt die Zecke, greift sie sich blitzschnell mit den starken Krallen an ihren Vorderbeinen die Haut, das Fell oder die Kleidung und hält sich fest. Dafür reicht eine Berührung von wenigen Sekunden aus. Dann wandert sie über den Körper und sucht sich eine günstige Stichstelle.
Kann man sich mit der richtigen Kleidung schützen?
Im Prinzip halten Gummistiefel und lange Hosen Zecken ab oder zumindest auf. Sicheren Schutz kann Kleidung allein jedoch nicht gewähren. Zecken können auf der Suche nach einer geeigneten Stichstelle eine ganze Weile herumkrabbeln.
Was macht man, wenn man einen Zeckenbiss hat?
Als erstes die Einstichstelle beobachten und auf "Wanderröte" achten.
Wenn Sie an der Einstichstelle eine meist schmerzlose Rötung bemerken, die Tage oder Wochen später auftreten kann und nach außen wandert, ist dies ein zuverlässiges Anzeichen für eine Borreliose-Infektion und ein Grund, sofort einen Arzt aufzusuchen.
Wie sollte man die Zecken entfernen?
Klebstoff oder Öl sollte man nicht verwenden. Die Zecke erstickt dadurch und kann im Todeskampf Viren (FSME) und Bakterien (Borreliose) in das Blut abgeben. Ebenso wenig sinnvoll ist es, Zecken aus der Haut herauszudrehen - der Stechapparat einer Zecke hat nämlich kein Gewinde. Die sicherste Methode: Man packt die Zecke möglichst dicht an der Haut mit einer spitzen Pinzette und zieht sie vorsichtig heraus. Vermeiden Sie es vor allem, den Hinterleib der Zecke zu quetschen, dies würde im Todeskampf der Zecke zu einer vermehrten Ausschüttung der Bakterien führen.
Besteht auch bei uns Infektionsgefahr durch Zeckenbisse?
Überall in Deutschland gibt es Zecken, die eine durch Bakterien im Darm der Zecke verursachte Lyme-Borreliose übertragen können. Zecken, die das FSME-Virus übertragen, sind hauptsächlich in Süddeutschland aktiv. Allerdings beobachtet man in den letzten Jahren eine Ausweitung der FSME-Risikogebiete in Richtung Norden.
Beisst oder sticht die Zecke eigentlich?
Der Ausdruck "Zeckenbiss" ist genau genommen falsch. Denn Zecken beißen ihre Opfer nicht, sondern stechen.
Damit der Wirt den Stich nicht spürt, gibt die Zecke mit dem Speichel ein Betäubungsmittel ab, wenn sie zusticht. Deswegen bemerkt der Wirt einen Zeckenstich nicht gleich, obwohl der Stachel der Zecke viel dicker und gröber ist, als der feine Stachel einer Stechmücke. Das allein reicht aber noch nicht aus, um zu verhindern, dass der Wirt die Zecke einfach wegkratzt. Deshalb hat die Zecke noch einen anderen Trick auf Lager:
Sie produziert 5-30 Minuten nach dem Stich eine Art Klebstoff, durch den sie sich mit dem Wirt fest verklebt.
Sind Zecken in jeder Jahreszeit gefährlich?
Zecken werden bei Temperaturen ab 7°C aktiv. Die "Zecken-Hauptsaison" beginnt in Deutschland normalerweise im Frühjahr und endet im Spätherbst. In milden Wintern beginnt die Zeckensaison aber bereits im Januar und kann bis in den Dezember gehen.
Haben Zecken auch natürliche Feinde?
Leider haben Zecken nur sehr wenige natürliche Feinde, dazu zählen Pilze, die über die Atemwege in die Zecke eindringen und einige wenige Vogelarten, die Zecken fressen. Die Zecke ist als Parasit nicht nur Täter, sondern kann auch selbst Opfer von Parasiten werden, etwa von Fadenwürmern oder kleinen, parasitischen Wespen.
Überleben Zecken in der Waschmaschine?
Mit Feuchtigkeit haben Zecken generell kein Problem. Daher ist auch eine Waschmaschine für sie nicht unbedingt eine lebensbedrohliche Umgebung. Kritisch wird es für Zecken erst, wenn besonders heiß gewaschen wird oder sie im Trockner landen.
Schützt eine Impfung sicher vor FSME?
Menschen, die sich gern und häufig in der Natur aufhalten, sollten sich durch helle Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen und geschlossenen Schuhen vor Zeckenstichen schützen. Sprays oder Lotionen die direkt auf die Haut aufgetragen werden (so genannte Repellentien), helfen nur bedingt, die kleinen Plagegeister abzuwehren. In einem Test der Stiftung Warentest im April 2008 wurden 20 dieser Produkte getestet - 12 davon waren mangelhaft.
Womit wird geimpft?
Mit modernen Impfstoffen, speziell für Kinder oder Erwachsene, die sehr gut verträglich sind.
Wer trägt die Kosten?
Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen, wenn man in einem Risikogebiet lebt oder innerhalb Deutschlands dort hinreist.
Fazit:
Vorsicht ist also in jedem Fall angebracht - Panik dagegen nicht.
Wer einige wichtige Punkte beachtet, kann den Sommer völlig unbeschwert in Wald und Wiese genießen. Aus Angst vor Zecken die schöne Jahreszeit im Haus zu verbringen, lohnt sich jedenfalls nicht.
Besser: Eine Schutzimpfung gegen FSME und etwas Achtsamkeit im Bezug auf Borreliose.

