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Di, 07:04 Uhr
27.07.2010

Infrastruktur muss stimmen

Es wird ja jetzt viel von den Politikern über den Ausbau des Unstrut-Werra-Radweges gesprochen. Aber die Wegeführung allein bringt es nicht. Vielfach sieht es an den Sehenswürdigkeiten wie in der Steinzeit aus. Was gemeint ist, erfahren Sie hier...

Der Bau von touristischen Radwegen ist nicht gerade billig. Da muss viel Geld hineingesteckt werden. Was ist aber, wenn auf diesen Radwegen wirklich Touristen kommen und besuchen unsere Sehenswürdigkeiten? Wie sieht es da aus? In vielen Fällen herrscht tiefest "Mittelalter" vor.

Fahrrad anschließen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Fahrrad anschließen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Diesen vorsinnflutlichen Fahrradständer (Bild oben) fand kn an der Barbarossahöhle. Und er ist bitte schön an unseren Sehenswürdigkeiten kein Einzelfall. Vor dem Umbau Regionalmuseum Bad Frankenhause stand dort auch so ein ähnliches Unikum davor. Wer soll bitte schön hier sein Fahrrad abstellen? Wie soll man hier sein Fahrrad überhaupt vernünftig sichern können?

Fahrrad anschließen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Fahrrad anschließen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Dieser nicht viel bessere Fahrradständer steht zur Zierde im Schlosshof von Sondershausen. Auch hier lassen sich höchsten einige alte Billigräder aus dem Baumarkt abstellen. Zum Museumstag beobachtete kn selbst, wie eine Gruppe von acht Radfahren kam, den Fahrradständer sahen, kurz davor standen und dann den Schlosshof wieder unverrichteterer Dinge verließen. Die teurer Fahrräder hätte ich hier auch nicht angeschlossen.

Auf der einen Seite soll alles möglichst zum Schlossensemble passen, auf der anderen Seite steht so ein potthässlicher Fahrradständer auf dem historischen Schlosshof. Ganz persönliche sage ich, das Ding hat im Innenhof überhaupt nichts zu suchen! Es hat sich schon mancher Fotograf geärgert, dass dieses Stück bei Fotoaufnahmen nicht gerade eine Zierde darstellt.

Um es klar zu sagen, die Radtouristen sind meist nicht mit irgendwelchen Billigrädern unterwegs, sondern da kommen schnell mal für ein Fahrrad 1.000 Euro und mehr zusammen. Selbst Fahrräder bis 2.000 Euro sind nun schon keine Seltenheit mehr. Jeder Sicherheitsexperte rät (übrigens auch die Polizei) seine Fahrräder mit sicheren Fahrradschlössern (zum Beispiel Bügelschlössern) zu sichern. Dabei soll natürlich besonders der Rahmen des Fahrrades mitgesichert werden. Wie soll das bitte schön bei dieser Art Fahrradständern erfolgen?

Und auch mancher Gaststättenbesitzer oder Gaststättenpächter ist sich vielfach noch nicht darüber im Klaren, dass mancher Radwanderer gar nicht erst vom Rad steigt, wenn er nicht einen Platz findet, bei dem er sein Fahrrad sicher anschließen kann.

Fahrrad anschließen (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Fahrrad anschließen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Das es anders geht dafür gibt es zum Glück auch einzelne Bespiele, sei es vor der Schlossgalerie in Sondershausen, vor der Reisebushaltstelle auf dem Markt von Sondershausen. Es müssen auch nicht so super moderne Fahrradständer wie auf dem neugestalteten Markt von Bad Frankenhausen sein. Nein, es reichen die ganz einfachen Anlehnbügel, wie sie auch im Hof des Scholl-Gymnasiums Sondershausen stehen. Auch eine Überdachung ist nicht nötig.

Stellt hier kn utopische Forderungen? Mitnichten, im Gegenteil, wenn sich die Herren Politiker und Tourismusbetreiber mal Mühe gemacht hätten, in das Radwegekonzept des Freistaates Thüringen zu schauen, denn hätten sie festgestellt, dass solche Anlehnbügel regelrecht an Sehenswürdigkeiten gefordert werden.

Der Materialwert einfacher Anlehnbügel dürfte wohl die Größe von 100 Euro kaum übersteigen, zumindest nicht bei dem Einkauf größerer Mengen. Wie ich diesen Staat alledings kenne, wird erst wieder die Frage des Grunderwerbs der Fläche gestellt werden, das es sich oft um historischen Boden handelt. Schachtgenehmigungen müssen gestellt und die riesigen Fundamente für die Verankerung dürfen auch nicht vergessen werden. Zum Schluss wird es es riesige Baustelle, so dass ein Anlehnbügel, ehe es zur Nutzung kommt, sicher eine fünfstelligen Summe kosten wird und sich natürlich das keiner leisten kann. Und Sie können lieber Leser sicher sein, dass man noch mehr Ausreden finden wird, um ja nicht solche Dinge bauen zu müssen.

Sie meinen, der Herrmann übertreibt mal wieder? Bisher hat man der Radwegskonzeption (2008) in diesem Punkt die kalte Schulter gezeigt. Warum sollte sich jetzt etwas ändern? Aber wie sagt man so schön, steter Tropfen höhlt den Stein. Wer Tausende von Euro für den Unstrut-Werra-Radweg ausgibt (oder sind es gar schon Millionen), der wird wohl hoffentlich Geld locker machen können, damit vor den Sehenswürdigkeiten wenigstens das Fahrrad sicher geparkt werden kann. Es gibt genügend Foren im Internet, in denen sich Radler über solche "Park-Kleinigkeiten" austauschen. Es wird nur von Politikern nach der "Methode Vogel Strauß" ignoriert.
Karl-Heinz Herrmann
Autor: khh

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