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Do, 13:40 Uhr
29.07.2010

Mehr Flexibilität

113.429 Arbeitslose – gerade einmal 436 mehr als im Juni – meldete heute die Agentur für Arbeit für den Freistaat. Die Arbeitslosenquote beträgt damit 9,6 Prozent. Damit wird der beste Juli-Wert seit der Wiedervereinigung erreicht. Was die Wirtschaft daraus schlussfolgert? Hier gibt es Antworten...


„Die Konjunkturlokomotive steht weiter unter Dampf und gewinnt zunehmend an Fahrt. In ihrem Sog erhält auch der Arbeitsmarkt immer mehr Schwung“, zeigt sich Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt erfreut über die guten Zahlen. In zahlreichen Unternehmen würden die Kapazitäten wieder deutlich stärker ausgelastet und infolge dessen neue Arbeitsplätze geschaffen.

„Nach der Krise boomt vor allem die Zeitarbeit, da die Firmenchefs angesichts der Risiken noch Festeinstellungen vermeiden und bei Bedarf zuerst auf Leiharbeiter zurückgreifen“, erklärt Grusser. Davon profitierten auch die Zeitarbeitsfirmen in Thüringen, deren Stellenangebote sich seit Jahresbeginn von 2.060 auf 3.773 fast verdoppelten. Inzwischen sei bei den Arbeitsagenturen nahezu jede dritte offene Stelle (31,6 Prozent) in der Zeitarbeit ausgewiesen.

„Die Zunahme der Leiharbeit ist zwar ein klares Indiz für den erhofften Aufschwung, unterstreicht aber auch die fehlende Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt“, so der IHK-Chef. Vor allem die Zeitarbeit und die befristete Beschäftigung würden von den Betrieben genutzt, um variabel auf kon-junkturelle Veränderungen reagieren zu können. Es gelte jetzt, die bestehenden Einstellungshürden zu beseitigen, um dauerhaft weitere Stellen zu schaffen. Ein wichtiger Schritt wäre beispielsweise die Anhebung der Schwelle für den Kündigungsschutz von derzeit 10 auf 20 Beschäftigte.

„Gerade kleine Unternehmen mit zehn Mitarbeitern, deren Produktion momentan brummt, scheuen aufgrund des Kündigungsschutzes die Einstellung einer weiteren Person. Dann greift nämlich für alle Beschäftigten die gesetzliche Regelung. Das schreckt ab, denn keiner weiß, wie lange die Auftragslage so gut bleibt“, informiert der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Darüber hinaus sollte auch die so genannte sachgrundlose Befristung von zwei auf vier Jahre angehoben und über eine rasche Abschaffung des Wiederbeschäftigungsverbots nachgedacht werden.
Autor: nnz

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Kommentare
pumpnC
29.07.2010, 17:35 Uhr
Tolle Zahlen was?
Das sind natürlich Zahlen, mit denen unsere Politiker angeben können. Aber wo bleiben die ganzen Hartz4-Empfänger bei in dieser schön geredeten Statistik? Die tauchen da nämlich gar nicht auf.

Btw.: Leiharbeit ist Sklavenarbeit. Meiner Meinung nach gehören diese Firmen endgültig verboten. Man geht los für 700 Euro im Monat, und dann wird auch noch verlangt, dass man mit seinem PRIVAT-PKW etliche Kilometer schrubben muss, um an seinen Arbeitsplatz zu kommen. Ich finde das eine absolute Unverschämtheit, aber wir Deutschen nehmen ja alles einfach hin. Hallo Billiglohnland! Bald haben wir China eingeholt, mit Sicherheit.
Georg66
29.07.2010, 19:30 Uhr
Einfach
Es ist ganz einfach.
Wenn immer in andere Europäische Staaten geschaut und deren Gesetze kopiert werden sollen, dann richtig.
Ein flächendeckender Mindestlohn ohne Tarif Ost und West und schon sind Lohndumping und Leiharbeit in der jetzigen Form Geschichte.
Wir können nicht, kann dann nicht mehr vorgeschoben werden.
Wer nicht zahlen will, der soll seine Bude zumachen!
Sissi
29.07.2010, 22:11 Uhr
Wozu dann noch Arbeitsagenturen
Dann kann man ja gleich zur Zeitarbeitsfirma gehen, für einen Hungerlohn, wo man dann doch noch Hartz IV beantragen muß um zu überleben.
geloescht.otto
30.07.2010, 07:57 Uhr
alles ist
doch so wie es auf dem Arbeitsmarkt ist, von den Politikern und den Großkonzernen gewünscht. Die Arbeiter untereinander sollen zerstritten sein und schon werden jede Art von Löhnen durchgesetzt. Die Agentur für Arbeit ist da doch nur ein Handlanger dieser Klientel, nichts anderes. Wenn es Mann oder Frau nicht möglich ist von einem 8 Stunden Job zu leben - dann stimmt doch da was nicht!!

Wann begreift denn das das gemeine Volk endlich?!
Unser Recht müssen wir wieder auf der Straße erstreiten, anders wird es nicht gehen!!
Nord_Licht
30.07.2010, 13:31 Uhr
Auf die Strasse.....
Es geht niemand auf die Strasse, da es in dieser Feier und Jubelrepublik den meisten immer noch zu GUT geht !!!! Und was passiert nach der Demo ? NICHTS ändert sich, Meinungsfreiheit gut und schön, aber es ändert sich nichts.

Die Reichen werden reicher, die Armen immer ärmer, der soziale Unterschied wird immer klarer und eines Tages heißt es dann wieder.

"FRIEDE den Hütten - KRIEG den Palästen" !!!!

Es dauert nicht mehr lange, da sind wir wieder da wo wir einst schon einmal standen. Geschichte wiederholt sich!

Deutschland erwache aus deinem Dämmerschlaf, doch leider schlafen noch zu viele, oder haben bereits resigniert. Wer sich nicht bewegt spürt auch seine Ketten nicht.
H.Buntfuß
30.07.2010, 20:43 Uhr
IHK Zwangsverein?
Wenn ich die Aussagen von Herrn Grusser lese, habe ich den Verdacht, die Wirtschaftskrise in Deutschland wurde künstlich herbei geführt. Sie werden fragen wieso? Wer ist den der Gewinner dieser Krise, es liegt klar auf der Hand die großen Wirtschaftsbosse.

Festangestellte wurden während der Krise entlassen und das nicht zu knapp, sie wurden in die Kurzarbeit getrieben und die Betriebe machen durch dieses Instrument auch noch einen guten Gewinn, wie die verschiedenen Medien berichten, sie werden von den Arbeitsämter tatkräftig unterstützt.

Jetzt verkündet Herr Grusser das Ende der Krise und muss selber zugeben, dass die Festangestellten (Kurzarbeiter) das Nachsehen haben. Sie werden nicht mehr eingestellt. Die Konzerne bevorzugen Leiharbeiter, die bekommen sie teilweise zum halben Preis und billiger. Die so genannten treuen Mitarbeiter, können sehen wo sie bleiben, wenn sie nicht auch zu Leiharbeitern werden.

Auch nutzt Herr Grusser die Krise dazu, um einen neuen Versuch zu starten den Kündigungsschutz auszuhebeln. Was hier noch fehlt ist die Aufforderung zum Lohnverzicht, aber die wird mit Sicherheit noch kommen. Die Begründung dafür kann ich ihnen heute schon liefern. Sie wird folgendermaßen lauten: Wir dürfen das zarte PFLÄNZCHEN Konjunktur nicht durch zu hohe Lohnforderungen ersticken. Eine schon sehr bekannte Phrase der Politik.

Der arme Konzernboss benötigt doch jeden Cent für neue Investitionen. Ein paar neue Golfschläger sind dringend nötig, oder eine neue Yacht vielleicht auch eine neue Villa, die alte hat zu wenig Gästezimmer.
Mister X
01.08.2010, 13:21 Uhr
Aufschwung?
Die IHK spricht von Konjunktur und das Statistische Bundesamt spricht von Einbußen. Wer sagt die Wahrheit? DGB Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagt:“Die statistisch gemessene Arbeitslosigkeit ist auch deshalb im Vorjahresvergleich gesunken, weil die Zahl der Arbeitskräfte demografisch bedingt kontinuierlich abnimmt - im letzten Jahr nach Schätzung des IAB um 110.000 Personen.“
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