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Fr, 07:49 Uhr
13.08.2010

Beruf mit Zukunft

Eigentlich ist der Arbeitsmarkt auch nur ein Markt. Angebot und Nachfrage stehen sich gegenüber. Ähnlich sah es bislang auf dem Ausbildungsmarkt aus. Doch die Zeiten ändern sich. Wer auf "Nummer sicher" gehen will, der sollte genauer hinsehen - oder mit den Fachleuten der Arbeitsagentur in Nordhausen sprechen...


Im vergangenen Jahr haben durchschnittlich rund 2.000 Arbeitnehmer in Nordthüringen als Elektriker gearbeitet, fast dreißig Prozent von ihnen sind über fünfzig Jahre alt. Die Tendenz der letzten Jahre: Ein Anstieg der Beschäftigung um drei Prozent - die Arbeitslosenquote lag in diesem Berufsfeld mit 6,9 Prozent weit unter dem Durchschnitt aller Beschäftigten. Ein Trend, der zu Überlegungen auffordert und zeigt, dass eine frühzeitige Diagnose der Arbeitsmarktsituation wichtig ist.

Das bestätigt auch Karsten Froböse, Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur, der nnz: „Wir wollen echte Beschäftigungschancen in unserer Region transparent machen. Das ist unser Thema.“ Die frühzeitige Betrachtung der differenzierten beruflichen Situation ist nach Meinung des Agenturchefs vor allem dann wichtig, wenn es darum geht, junge Leute für Berufe mit guten Beschäftigungsmöglichkeiten zu begeistern und mit der Beratung die Entscheidung der Berufswahl zu erleichtern. Ein Blick auf die Zahlen im aktuellen Ausbildungsjahr unterstreicht das Ansinnen.

Dass der Beruf des Elektrikers offensichtlich noch nicht den gewünschten Beliebtheitsgrad erreicht hat, zeigen die Ende Juli dreißig unbesetzten Lehrstellen. Ihnen stehen noch acht nicht vermittelte Bewerbern gegenüber, die bei den Berufsberatern den Wunsch hegten, Elektriker zu werden. Insgesamt wurden Ende des Monats 124 Ausbildungsstellen in diesem Beruf gemeldet, knapp dreizehn Prozent mehr als letztes Jahr.

Doch das ist nicht alles, was sich hinter dem von der Bundesagentur für Arbeit entwickelten Arbeitsmarktmonitor versteckt. In welchen Branchen ist mit einer erhöhten Arbeitskräftenachfrage auf Grund der Altersstruktur zu rechnen? Wie sieht es mit der Ausbildungsquote aus? Fragen, die künftig durchaus Antworten finden und Prognosen für die Zukunft erlauben. Daten und Statistiken gab es bisher viele. Aber: Bislang war die Recherche mühsam und die Zahlen in Zusammenhang zu bringen, ein großer Aufwand.

Mit dem regionalen Arbeitsmarktmonitor sollen diese Defizite behoben werden. „Wir wollen mit unserem Analyseinstrument helfen, die Zusammenhänge des Arbeitsmarktes klarer zu sehen. Zum anderen lassen sich künftige Entwicklungen auf unserem regionalen Arbeitsmarkt frühzeitiger einschätzen“, unterstreicht Karsten Froböse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Nordhäuser Arbeitsagentur die Bedeutung. „Die Fachkräftesituation können wir besser analysieren und den Bedarf in den einzelnen Branchen beleuchten. Das ist wichtig, um Perspektiven in den verschiedenen Branchen zu erkennen, aber auch Risiken aufzeigen um Arbeitslosigkeit zu vermeiden.“

Ein Beispiel. Neben Beschäftigungszuwächsen der letzten Jahre in den Metallbereichen erlebte in den letzten zehn Jahren der Beruf des Werkzeugmachers einen Anstieg der Beschäftigung von rund 43 Prozent. Mit 3,2 Prozent Arbeitslosigkeit nähert man sich hier inzwischen der Vollbeschäftigung. Jeder vierte der in diesem Beruf tätigen Arbeitnehmer hat die fünfzig bereits überschritten. Knapp 4.500 beträgt die Zahl der Beschäftigten in den sozialpflegerischen Berufen, über acht Prozent mehr als vor zehn Jahren.

Mit der differenzierten Betrachtung der Fachkräftesituation erlaubt das neue Analyseinstrument der Bundesagentur für Arbeit eine Einschätzung, wie hoch das Risiko ist, die Arbeit zu verlieren (Beschäftigungsrisiko), aber auch wie gut oder schlecht eine Region aufgestellt ist. Sei es die Betrachtung der Bevölkerungsentwicklung oder die Jugend-Alter-Relation. Dem Monitor liegt eine umfangreiche Datenbank aus verlässlichen Quellen zugrunde.

„Die Fakten sind übersichtlich, vergleichbar und können die Arbeit aller Akteure vor Ort unterstützen“, Karsten Froböse. Anhand der Beispiele und Zusammenhänge werde deutlich, wo Handlungsbedarf besteht und welche Strategien von Nöten sind – sei es in den Unternehmen oder bei der Erarbeitung individueller Ideen und Lösungen.
Autor: nnz/kn

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