Mo, 12:43 Uhr
16.08.2010
Achtung Wechselwirkung
Bei kleineren Beschwerden setzen sich viele Patienten heutzutage nicht mehr ins Wartezimmer, sondern suchen direkt Hilfe in der Apotheke. Was Patienten bei der Selbstmedikation beachten müssen: Arzneimittel, die ohne Rezept erhältlich sind, können sich unter Umständen mit den vom Arzt verordneten Medikamenten nicht vertragen...
Durch Wechselwirkungen kann der gewünschte Effekt ausbleiben oder gefährlich verstärkt werden. "Vielen Patienten ist nicht bewusst, dass zahlreiche rezeptfreie Arzneimittel die erwünschte Wirkung ihrer Dauermedikation einschränken können. So sind zum Beispiel einige Schmerzmittel nicht für Asthmatiker oder Patienten mit Magengeschwür geeignet, weil sie die Symptome verschlechtern können", sagt Apothekerin Julie Garke, Pressesprecherin der Nordhäuser Region.
Die Ursachen, warum sich Arzneimittel in ihrer Wirkung beeinflussen können, sind vielfältig: "Ein Arzneistoff kann zum Beispiel die Aufnahme eines anderen hemmen, seine Wirkung verstärken oder abschwächen oder eine unerwünschte Arzneimittelwirkung verschlimmern", sagt Garke.
Auch pflanzliche Arzneimittel oder Mineralstoffpräparate sind nicht grundsätzlich harmlos. "So kann zum Beispiel Johanniskraut mit verschreibungspflichtigen Medikamenten gegen Depressionen wechselwirken und Übelkeit, Durchfall, Schwitzen und Verwirrtheit hervorrufen", sagt Garke. Auch die Wirksamkeit der Anti-Baby-Pille kann durch Johanniskraut herabgesetzt sein. Bestimmte Mineralstoffe können dagegen die Aufnahme von Schilddrüsenhormonen und Antibiotika negativ beeinflussen.
Je mehr Arzneimittel ein Patient einnimmt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für Wechselwirkungen. Jeder vierte Versicherte einer gesetzlichen Krankenkasse in Thüringen hat im vergangenen Jahr fünf oder mehr unterschiedliche Wirkstoffe verordnet bekommen. Eine potenzielle Wechselwirkung kann in der Apotheke aber nur entdeckt werden, wenn die gesamte Medikation bekannt ist. "Die Information ist das stärkste Mittel zur Risikoabwehr.
Im beratenden Gespräch vor Ort sollten dem Apotheker deshalb stets auch die vom Arzt verordneten Medikamente mitgeteilt werden", sagt Garke. Die Speicherung der Arzneimittel auf einer Kundenkarte kann die Sicherheit erhöhen. Ist die Gefahr einer Wechselwirkung erkannt, kann der Apotheker in vielen Fällen besser verträgliche Alternativen vorschlagen.
Autor: nnz/knDurch Wechselwirkungen kann der gewünschte Effekt ausbleiben oder gefährlich verstärkt werden. "Vielen Patienten ist nicht bewusst, dass zahlreiche rezeptfreie Arzneimittel die erwünschte Wirkung ihrer Dauermedikation einschränken können. So sind zum Beispiel einige Schmerzmittel nicht für Asthmatiker oder Patienten mit Magengeschwür geeignet, weil sie die Symptome verschlechtern können", sagt Apothekerin Julie Garke, Pressesprecherin der Nordhäuser Region.
Die Ursachen, warum sich Arzneimittel in ihrer Wirkung beeinflussen können, sind vielfältig: "Ein Arzneistoff kann zum Beispiel die Aufnahme eines anderen hemmen, seine Wirkung verstärken oder abschwächen oder eine unerwünschte Arzneimittelwirkung verschlimmern", sagt Garke.
Auch pflanzliche Arzneimittel oder Mineralstoffpräparate sind nicht grundsätzlich harmlos. "So kann zum Beispiel Johanniskraut mit verschreibungspflichtigen Medikamenten gegen Depressionen wechselwirken und Übelkeit, Durchfall, Schwitzen und Verwirrtheit hervorrufen", sagt Garke. Auch die Wirksamkeit der Anti-Baby-Pille kann durch Johanniskraut herabgesetzt sein. Bestimmte Mineralstoffe können dagegen die Aufnahme von Schilddrüsenhormonen und Antibiotika negativ beeinflussen.
Je mehr Arzneimittel ein Patient einnimmt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für Wechselwirkungen. Jeder vierte Versicherte einer gesetzlichen Krankenkasse in Thüringen hat im vergangenen Jahr fünf oder mehr unterschiedliche Wirkstoffe verordnet bekommen. Eine potenzielle Wechselwirkung kann in der Apotheke aber nur entdeckt werden, wenn die gesamte Medikation bekannt ist. "Die Information ist das stärkste Mittel zur Risikoabwehr.
Im beratenden Gespräch vor Ort sollten dem Apotheker deshalb stets auch die vom Arzt verordneten Medikamente mitgeteilt werden", sagt Garke. Die Speicherung der Arzneimittel auf einer Kundenkarte kann die Sicherheit erhöhen. Ist die Gefahr einer Wechselwirkung erkannt, kann der Apotheker in vielen Fällen besser verträgliche Alternativen vorschlagen.
