Mi, 20:09 Uhr
18.08.2010
Büste übergeben
An den Sondershäuser Bürgermeister wurde heute Vormittag eine Bronzebüste übergeben. Die Büste stellt Kurt Lindner dar, einem ehemaligen Unternehmer in der Stadt und Ehrenbürger von Sondershausen...
Das relativ schöne Wetter am Vormittag wurde in Sondershausen genutzt, um dem Bürger Joachim Kreyer die Büste zu überreichen. Die Tochter von Kurt Lindner, Charlotte Ottens-Lindner überreichte dem Bürgermeister höchst persönlich die Bronzebüste. Warum das höchst persönlich so betont wurde? Das Geheimnis lüftet sich sehr schnell. Auch wenn man eigentlich das Alter von Damen nicht verrät, in diesem Falle ist es wohl erlaubt. Charlotte Ottens-Lindner wurde 1909 (!) in der Göldnerstraße von Sondershausen geboren.
Bürgermeister Joachim Kreyer gibt tatkräftig Unterstützung für Charlotte Ottens-Lindner, daneben das Ehepaar Lissy und Hajo Lindner (Neffe von Kurt Lindner) mit der Büste und die 1. Beigeordnete des Bürgermeisters Cornelia Kraffzick
Nach der Übergabe zog man sich ins Rathaus in das Amtszimmer des Bürgermeisters zurück. Bürgermeister Kreyer bedankte sich für die Büste und kündigte an, dass die Aufstellung demnächst im Carl-Corbach-Club, der ehemalige Lindnersche Villa erfolgen soll. Nach dem Gespräch im Rathaus ging es dann anschließend in den Carl-Corbach-Club, nicht ohne Bammel, wie die trotz ihres Alter rüstige Dame betonte. Es würden sehr viele Kindheitserinnerungen hochkommen, meinte sie im Gespräch.
Bei einer Tasse Beamtensprit so bezeichnete Bürgermeister Joachim Kreyer den Kaffee, wurde in alten Erinnerungen gegraben. Neben Charlotte Ottens-Lindner nahmen auch das Ehepaar Lissy und Hajo Lindner , Cornelia Kraffzick, Heinz Schmidt und Helmut Köhler teil. Gerade der ehemalige Kulturamtsleiter Helmut Köhler war maßgeblich an der ganze Organisation der Büstenübergabe beteiligt.
Charlotte Ottens-Lindner hat Sondershausen nie vergessen. Noch jetzt liest sie regelmäßig die FAZ und bemerkte einen Artikel über Problemjugendliche in Sondershausen, worauf sich ein angeregtes Gespräch zu diesem Thema entwickelte. Aber auch Hochwasserschutz war ein Thema, denn früher hatte die Lindnersche Fabrik Probleme bei Hochwasser der Wipper. Joachim Kreyer überreichte Charlotte Ottens-Lindner einen Bildband über Sondershausen.
Hintergrund
Kurt Lindner war Leiter der Porzellanfabrik für elektrisches Zubehör (heute ELSO) (10.03.1877 - 06.04.1966). Er hat in der Stadt Industriegeschichte geschrieben. Kurt Lindner zeigte viel menschliches Verständnis für die Nöte des täglichen Lebens und wirkte segensreich durch Wohltätigkeit, weshalb er selbst unter den Beschäftigten Papa Lindner genannt wurde.
Bis zur Machtübernahme Hitlers 1931 war Lindner Präsident des Verbandes der Mitteldeutschen Industrie in Weimar. Am 11. März 1946 erfolgte die Demontage des Gesamtbetriebes durch die sowjetische Besatzungsmacht. Es wurde verfügt, dass mehr als 90 Waggons mit Werkzeugmaschinen den Weg in den Osten antraten. Im Jahr 1948 erfolgte die Enteignung des Werkes von Kurt Lindner einschließlich seines ganzen Privatvermögens. Die Familie zog mittellos nach Eggolsheim, wo seit 1938 ein Zweigbetrieb existierte.
Am 06. April 1966 starb er in Eggolsheim. Die Familiengrabstätte Lindner befindet sich im Nordwesten des Hauptfriedhofs in Sondershausen, mit dem großen Grabmal aus Juramarmor.
Autor: khhDas relativ schöne Wetter am Vormittag wurde in Sondershausen genutzt, um dem Bürger Joachim Kreyer die Büste zu überreichen. Die Tochter von Kurt Lindner, Charlotte Ottens-Lindner überreichte dem Bürgermeister höchst persönlich die Bronzebüste. Warum das höchst persönlich so betont wurde? Das Geheimnis lüftet sich sehr schnell. Auch wenn man eigentlich das Alter von Damen nicht verrät, in diesem Falle ist es wohl erlaubt. Charlotte Ottens-Lindner wurde 1909 (!) in der Göldnerstraße von Sondershausen geboren.
Bürgermeister Joachim Kreyer gibt tatkräftig Unterstützung für Charlotte Ottens-Lindner, daneben das Ehepaar Lissy und Hajo Lindner (Neffe von Kurt Lindner) mit der Büste und die 1. Beigeordnete des Bürgermeisters Cornelia Kraffzick
Nach der Übergabe zog man sich ins Rathaus in das Amtszimmer des Bürgermeisters zurück. Bürgermeister Kreyer bedankte sich für die Büste und kündigte an, dass die Aufstellung demnächst im Carl-Corbach-Club, der ehemalige Lindnersche Villa erfolgen soll. Nach dem Gespräch im Rathaus ging es dann anschließend in den Carl-Corbach-Club, nicht ohne Bammel, wie die trotz ihres Alter rüstige Dame betonte. Es würden sehr viele Kindheitserinnerungen hochkommen, meinte sie im Gespräch.
Bei einer Tasse Beamtensprit so bezeichnete Bürgermeister Joachim Kreyer den Kaffee, wurde in alten Erinnerungen gegraben. Neben Charlotte Ottens-Lindner nahmen auch das Ehepaar Lissy und Hajo Lindner , Cornelia Kraffzick, Heinz Schmidt und Helmut Köhler teil. Gerade der ehemalige Kulturamtsleiter Helmut Köhler war maßgeblich an der ganze Organisation der Büstenübergabe beteiligt.
Charlotte Ottens-Lindner hat Sondershausen nie vergessen. Noch jetzt liest sie regelmäßig die FAZ und bemerkte einen Artikel über Problemjugendliche in Sondershausen, worauf sich ein angeregtes Gespräch zu diesem Thema entwickelte. Aber auch Hochwasserschutz war ein Thema, denn früher hatte die Lindnersche Fabrik Probleme bei Hochwasser der Wipper. Joachim Kreyer überreichte Charlotte Ottens-Lindner einen Bildband über Sondershausen.
Hintergrund
Kurt Lindner war Leiter der Porzellanfabrik für elektrisches Zubehör (heute ELSO) (10.03.1877 - 06.04.1966). Er hat in der Stadt Industriegeschichte geschrieben. Kurt Lindner zeigte viel menschliches Verständnis für die Nöte des täglichen Lebens und wirkte segensreich durch Wohltätigkeit, weshalb er selbst unter den Beschäftigten Papa Lindner genannt wurde.
Bis zur Machtübernahme Hitlers 1931 war Lindner Präsident des Verbandes der Mitteldeutschen Industrie in Weimar. Am 11. März 1946 erfolgte die Demontage des Gesamtbetriebes durch die sowjetische Besatzungsmacht. Es wurde verfügt, dass mehr als 90 Waggons mit Werkzeugmaschinen den Weg in den Osten antraten. Im Jahr 1948 erfolgte die Enteignung des Werkes von Kurt Lindner einschließlich seines ganzen Privatvermögens. Die Familie zog mittellos nach Eggolsheim, wo seit 1938 ein Zweigbetrieb existierte.
Am 06. April 1966 starb er in Eggolsheim. Die Familiengrabstätte Lindner befindet sich im Nordwesten des Hauptfriedhofs in Sondershausen, mit dem großen Grabmal aus Juramarmor.


















