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Sa, 08:11 Uhr
21.08.2010

Jedes Maß verloren

Mitten in der Urlaubszeit wollen die beiden mittelständischen Verbände, der Bundesverband mittelständische Wirtschaft und der Unternehmerverband mittelständische Wirtschaft, den Beschäftigten den Urlaub kürzen. Und das sagt ein Thüringer Minister dazu...


„Manche Verbandsvertreter haben jedes Maß und jede Mitte verloren“, sagt der Thüringer Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD). “Die Beschäftigten haben durch Lohnzurückhaltung einen wichtigen Beitrag zur Überwindung der Krise geleistet.“

Die Konjunktur zieht wieder an. Mit einem Wachstum von 2,2 Prozent hat die Wirtschaft bundesweit im zweiten Vierteljahr das stärkste Quartalswachstum seit 23 Jahren verzeichnet. „Die Konjunktur zieht an“, so der Minister, „davon müssen auch die Arbeitnehmer profitieren“. In den Krisenjahren hätten sie mit Lohneinbußen und Jobunsicherheit leben müssen. Jetzt seien viele Unternehmen wieder in einer stabileren Situation. Machnig: „Die Beschäftigten haben in der Krise die Verluste mitgetragen, jetzt müssen sich auch von dem Aufschwung profitieren“.

„Auch angesichts der vielen Überstunden, die von Arbeitnehmern geleistet werden, ist der Vorstoß der beiden Verbände zynisch“, so Machnig und verweist auf Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Danach werden in Deutschland rund 1,3 Milliarden bezahlte Überstunden im Jahr geleistet. Die Anzahl der so genannten „grauen“– also unbezahlten – Überstunden sei noch einmal genauso hoch. Laut ver.di entspreche das zusammen der Arbeitsleistung von etwa 1,5 Millionen Vollzeitbeschäftigen.

„Viele Länder beneiden uns um unsere gewachsene Sozialpartnerschaft“, sagt der Minister. Äußerungen wie diese würden diese Partnerschaft gefährden. Schließlich seien unbezahlte Überstunden und die Kürzung von Urlaubstagen eine faktische Lohnkürzung. „Stattdessen sollten in Zeiten des Aufschwungs wieder Lohnerhöhungen auf der Tagesordnung stehen“, so der Minister. Dies würde zu einer stärkeren Kaufkraft und zu einem besseren gesellschaftlichen Klima führen, so dass der Aufschwung zusätzlich unterstützt würde.

„Die Vorsitzenden der Verbände verhalten sich destruktiv“, sagt Machnig. „Ein Unternehmen, das erfolgreich sein will, braucht engagierte und zufriedene Mitarbeiter“, so der Minister. Das sollte die Botschaft sein, die die Verbandschefs ihren Unternehmen mitgeben müssten.
Autor: nnz/kn

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