Mi, 11:28 Uhr
25.08.2010
Gedenkgottesdienst wegen Deportation
Auf die Einladung zum Gottesdienst zum Gedenken an die Deportation der Russlanddeutschen weist Thomas H. Weinrich von der Kreisdiakoniestelle Sondershausen hin. Zeitpunkt und Anmerkungen dazu gibt es hier...
Es ist nun schon zu einer guten Tradition geworden: am letzten Sonntag im Monat August lädt die Aussiedlerinitiative "Kontakt" und die Trinitatisgemeinde zu einem gemeinsamen ökumenischen Gedenkgottesdienst ein. In diesem Gottesdienst, in diesem Jahr am 29. August um 9:30 Uhr in der Trinitatiskirche, wird an die vielen russlanddeutschen Menschen erinnert - nahezu 1 Million - die 1941 aus ihren Wohnorten in nach Sibirien und Kasachstan verschleppt wurden. Unter dem Verdacht der Spionage wurde in der Zeit von Juli bis Oktober 1941 zunächst die deutsche Bevölkerung der Krim, später die der Wolgarepublik und partiell die aus Teilen der Ukraine deportiert. Durch das schnelle Vorrücken von reichsdeutschen Truppen wurde die Deportation aus den Kaukasusgebieten verhindert. Die verbliebenen Deutschen unterstanden bis zur Westwärtsbewegung der Fronten 1943 bis 1945 der deutschen Kommandantur. 300000 Menschen verloren ihr Leben.
Die Deutschen waren kollektiv der Spionage beschuldigt. Pässe besaßen die Deutschen in der Sowjetunion nicht. Diese wurden ihnen bei der Verschleppung abgenommen und sie erhielten einen Deportiertenausweis. Dieser wies sie als rechtlose Menschen aus. Erst 1955 nach Stalins Tod wurde für die deutschen sowjetischen Staatsbürger eine Befreiung von der Kommandantur erreicht. Sie erhielten nun Pässe, die sie zu sowjetischen Staatsbürgern mit deutscher Nationalität machten. Trotzdem mussten sie bis 1964 - behaftet mit dem Makel eines Verräters - leben. Erst 1964 setzte eine Teilrehabilitierung ein. Um den bis heute andauernden Folgen dieses Schicksals entgehen zu können, wanderten in den vergangenen 18 Jahren 2,3 Millionen Russlanddeutsche in ihre ursprüngliche Heimat aus.
Einige Hundert von ihnen leben nun auch im Kyffhäuserkreis. Die Sonderhäuser Spätaussiedler laden nach dem Gottesdienst noch zu einer Begegnung bei Kaffee und Gebäck ein, die von einem kleinen Programm des Chores der Aussiedlerinitiative KONTAKT eröffnet wird.
Bilder vom Vorjahr: Thomas H. Weinrich
Autor: khhEs ist nun schon zu einer guten Tradition geworden: am letzten Sonntag im Monat August lädt die Aussiedlerinitiative "Kontakt" und die Trinitatisgemeinde zu einem gemeinsamen ökumenischen Gedenkgottesdienst ein. In diesem Gottesdienst, in diesem Jahr am 29. August um 9:30 Uhr in der Trinitatiskirche, wird an die vielen russlanddeutschen Menschen erinnert - nahezu 1 Million - die 1941 aus ihren Wohnorten in nach Sibirien und Kasachstan verschleppt wurden. Unter dem Verdacht der Spionage wurde in der Zeit von Juli bis Oktober 1941 zunächst die deutsche Bevölkerung der Krim, später die der Wolgarepublik und partiell die aus Teilen der Ukraine deportiert. Durch das schnelle Vorrücken von reichsdeutschen Truppen wurde die Deportation aus den Kaukasusgebieten verhindert. Die verbliebenen Deutschen unterstanden bis zur Westwärtsbewegung der Fronten 1943 bis 1945 der deutschen Kommandantur. 300000 Menschen verloren ihr Leben.
Die Deutschen waren kollektiv der Spionage beschuldigt. Pässe besaßen die Deutschen in der Sowjetunion nicht. Diese wurden ihnen bei der Verschleppung abgenommen und sie erhielten einen Deportiertenausweis. Dieser wies sie als rechtlose Menschen aus. Erst 1955 nach Stalins Tod wurde für die deutschen sowjetischen Staatsbürger eine Befreiung von der Kommandantur erreicht. Sie erhielten nun Pässe, die sie zu sowjetischen Staatsbürgern mit deutscher Nationalität machten. Trotzdem mussten sie bis 1964 - behaftet mit dem Makel eines Verräters - leben. Erst 1964 setzte eine Teilrehabilitierung ein. Um den bis heute andauernden Folgen dieses Schicksals entgehen zu können, wanderten in den vergangenen 18 Jahren 2,3 Millionen Russlanddeutsche in ihre ursprüngliche Heimat aus.
Einige Hundert von ihnen leben nun auch im Kyffhäuserkreis. Die Sonderhäuser Spätaussiedler laden nach dem Gottesdienst noch zu einer Begegnung bei Kaffee und Gebäck ein, die von einem kleinen Programm des Chores der Aussiedlerinitiative KONTAKT eröffnet wird.
Bilder vom Vorjahr: Thomas H. Weinrich

