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So, 10:04 Uhr
05.09.2010

Verbraucher legen zu

Im ersten Halbjahr 2010 meldeten die Thüringer Amtsgerichte 2 081 Insolvenzverfahren. Das waren 3,9 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Doch die Entwicklung muss differenziert betrachtet werden...

Grafik (Foto: TLS) Grafik (Foto: TLS)

Im ersten Halbjahr 2010 meldeten die Thüringer Amtsgerichte 2 081 Insolvenzverfahren, davon entfielen 14,2 Prozent auf Unternehmen und 85,8 Prozent auf übrige Schuldner (natürliche Personen als Gesellschafter u. Ä., ehemals selbständig Tätige, private Verbraucher und Nachlässe). Damit erhöhte sich nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik in den ersten sechs Monaten des Jahres die Gesamtzahl der Insolvenzverfahren im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 79 Anträge bzw. 3,9 Prozent. 1 918 Verfahren wurden eröffnet. Das waren 92,2 Prozent aller Insolvenzanträge.

144 Verfahren (6,9 Prozent) wurden mangels Masse abgewiesen und 19 Verfahren endeten mit der Annahme eines Schuldenbereinigungsplanes.
Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen bezifferten die Gerichte auf insgesamt rund 380 Millionen Euro. Pro Verfahren standen Forderungen von durchschnittlich 183 Tausend Euro aus.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ging gegenüber dem Vorjahres Halbjahr um 44 Unternehmen bzw. 12,9 Prozent auf 296 zurück. Die 296 insolventen Unternehmen beschäftigten zum Zeitpunkt des Antrages noch 1 442 Arbeitnehmer. Der wirtschaftliche Schwerpunkt der Unternehmensinsolvenzen lag mit 57 Verfahren im Baugewerbe, gefolgt vom Bereich Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit 46 Verfahren.

Gegenüber Januar bis Juni 2009 ging die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Baugewerbe um 20,8 Prozent und im Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen um 41,8 Prozent zurück. Im Verarbeitenden Gewerbe war ein Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um 14,3 Prozent von 33 auf 40 Insolvenzverfahren zu beobachten. In einigen Dienstleistungsbereichen stieg ebenfalls die Zahl der Unternehmensinsolvenzen. Nach Rechtsformen betrachtet mussten am häufigsten Gesellschaften mit beschränkter Haftung (137) sowie Einzelunternehmen, Freie Berufe und Kleingewerbe (130) Insolvenz anmelden.

Bei den übrigen Schuldnern wurden 1 785 Verfahren gemeldet, 123 Verfahren bzw. 7,4 Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten 2009.

1 340 private Verbraucher nahmen von Januar bis Juni 2010 das Insolvenzrecht in Anspruch. Das waren 131 Verfahren bzw. 10,8 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Weitere 422 Verfahren (5 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2009) betrafen ehemals selbständig Tätige, die die erneute Aufnahme eines früheren Insolvenzverfahrens beantragten.

Regional betrachtet wurde in den kreisfreien Städten des Freistaates öfter der Gang zum Insolvenzgericht angetreten (107 Insolvenzfälle je 100 000 Einwohner) als in den Landkreisen (87 Insolvenzfälle je 100 000 Einwohner). Die meisten Insolvenzfälle je 100 000 Einwohner wurden im Landkreis Sonneberg (135) und in der Stadt Erfurt (129) registriert, die wenigsten im Saale-Holzland-Kreis (66) sowie in den Landkreisen Kyffhäuserkreis, Ilm-Kreis und Saalfeld-Rudolstadt mit je 71 Fällen.
Autor: nnz

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