So, 13:12 Uhr
05.09.2010
Perspektive für jeden
Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) hat die Thüringer Unternehmen aufgefordert, auch leistungsschwächeren Schulabgängern eine Chance auf eine Berufsausbildung zu geben. Noch haben 2.000 Jugendliche keine Lehrstelle...
Die Zeiten des personalwirtschaftlichen Überflusses sind vorbei, sagte Machnig zum Start des Ausbildungsjahres 2010/2011. Wir treten jetzt in die Phase ein, in der Lehrlinge zu einem gefragten Gut werden. In dieser Phase gehe es zunehmend darum, auch vermeintlich schwächere Bewerber in die Betriebe zu integrieren. Darauf wird das Land künftig einen Schwerpunkt seiner Berufsbildungspolitik legen.
Die Vorzeichen der künftigen Entwicklung sind bereits heute unübersehbar: Während die Zahl der Lehrstellenbewerber in Westdeutschland um 2,2 Prozent gestiegen ist, ging sie in Ostdeutschland um mehr als 13 Prozent zurück – in Thüringen immerhin um 12,9 Prozent. Derzeit kommen auf 100 Bewerber rechnerisch 94 gemeldete Ausbildungsplätze – vor einem Jahr waren es lediglich 85.
Thüringen verliert dramatisch an Nachwuchs, fasst der Wirtschaftsminister die Situation zusammen. Gab es bisher zu wenige Lehrstellen, werde es voraussichtlich schon ab dem kommenden Jahr erstmals weniger Bewerber als Ausbildungsplätze geben. Die Gründe sieht der Minister vor allem in der sinkenden Schulabgängerzahl – seit 2003 hat sich diese Zahl halbiert – und in der Abwanderung. Aus seiner Sicht müsse deshalb jetzt alles daran gesetzt werden, um die jungen Thüringer im Land zu halten und für eine Berufsausbildung zu gewinnen. Wir müssen alle Qualifikationsreserven heben, fordert Machnig.
Dazu gehört aus Sicht des Ministers, dass die Unternehmen nicht länger auf den oder die Idealbewerber warten, sondern auch vermeintlich Leistungsschwächeren eine berufliche Perspektive eröffnen. Es ist nicht zufriedenstellend, wenn zum Start eines Ausbildungsjahres noch mehrere Tausend Bewerber keine Lehrstellenzusage haben, so Machnig.
Derzeit sind noch mehr als 2.000 Jugendliche auf Lehrstellensuche bzw. erwarten ein Signal auf ihre Bewerbungen. Ihnen stehen allerdings noch fast genauso viele unbesetzte betriebliche Lehrstellen gegenüber. Er gehe deshalb davon aus, dass durch Nachvermittlungen bis zum Jahresende jeder Bewerber eine Lehrstelle bekommen werde, sagte Machnig. Das Land unterstützt die Berufswahlvorbereitung und Ausbildung der Thüringer Jugend mit mehr als 20 Millionen Euro pro Jahr. Gefördert werden u.a. Ausbildungsverbünde, überbetriebliche Lehrstellen oder Einstiegsqualifizierungen.
Auch das Fachkräftepotential jüngerer Arbeitsloser müsse künftig besser erschlossen werden, ist der Minister überzeugt. Derzeit verfügen mehr als 3.500 Thüringer Jugendliche unter 25 Jahren über keinen Berufsabschluss. Wir können es uns einfach nicht leisten, dieses Potential brachliegen zu lassen, sagte Machnig. Deshalb fördere das Land z.B. das sog. nullte Ausbildungsjahr, im Rahmen dessen junge Leute einen praxisorientierten Einstieg in eine Berufsausbildung erhalten.
Bis Jahresende sollen mindestens 500 der dafür zur Verfügung stehenden Plätze besetzt werden. Das ist ein Beitrag dazu, die Arbeitslosigkeit zu verringern und gleichzeitig den Fachkräftenachwuchs für die Thüringer Wirtschaft zu sichern, so Machnig.
Autor: nnz/knDie Zeiten des personalwirtschaftlichen Überflusses sind vorbei, sagte Machnig zum Start des Ausbildungsjahres 2010/2011. Wir treten jetzt in die Phase ein, in der Lehrlinge zu einem gefragten Gut werden. In dieser Phase gehe es zunehmend darum, auch vermeintlich schwächere Bewerber in die Betriebe zu integrieren. Darauf wird das Land künftig einen Schwerpunkt seiner Berufsbildungspolitik legen.
Die Vorzeichen der künftigen Entwicklung sind bereits heute unübersehbar: Während die Zahl der Lehrstellenbewerber in Westdeutschland um 2,2 Prozent gestiegen ist, ging sie in Ostdeutschland um mehr als 13 Prozent zurück – in Thüringen immerhin um 12,9 Prozent. Derzeit kommen auf 100 Bewerber rechnerisch 94 gemeldete Ausbildungsplätze – vor einem Jahr waren es lediglich 85.
Thüringen verliert dramatisch an Nachwuchs, fasst der Wirtschaftsminister die Situation zusammen. Gab es bisher zu wenige Lehrstellen, werde es voraussichtlich schon ab dem kommenden Jahr erstmals weniger Bewerber als Ausbildungsplätze geben. Die Gründe sieht der Minister vor allem in der sinkenden Schulabgängerzahl – seit 2003 hat sich diese Zahl halbiert – und in der Abwanderung. Aus seiner Sicht müsse deshalb jetzt alles daran gesetzt werden, um die jungen Thüringer im Land zu halten und für eine Berufsausbildung zu gewinnen. Wir müssen alle Qualifikationsreserven heben, fordert Machnig.
Dazu gehört aus Sicht des Ministers, dass die Unternehmen nicht länger auf den oder die Idealbewerber warten, sondern auch vermeintlich Leistungsschwächeren eine berufliche Perspektive eröffnen. Es ist nicht zufriedenstellend, wenn zum Start eines Ausbildungsjahres noch mehrere Tausend Bewerber keine Lehrstellenzusage haben, so Machnig.
Derzeit sind noch mehr als 2.000 Jugendliche auf Lehrstellensuche bzw. erwarten ein Signal auf ihre Bewerbungen. Ihnen stehen allerdings noch fast genauso viele unbesetzte betriebliche Lehrstellen gegenüber. Er gehe deshalb davon aus, dass durch Nachvermittlungen bis zum Jahresende jeder Bewerber eine Lehrstelle bekommen werde, sagte Machnig. Das Land unterstützt die Berufswahlvorbereitung und Ausbildung der Thüringer Jugend mit mehr als 20 Millionen Euro pro Jahr. Gefördert werden u.a. Ausbildungsverbünde, überbetriebliche Lehrstellen oder Einstiegsqualifizierungen.
Auch das Fachkräftepotential jüngerer Arbeitsloser müsse künftig besser erschlossen werden, ist der Minister überzeugt. Derzeit verfügen mehr als 3.500 Thüringer Jugendliche unter 25 Jahren über keinen Berufsabschluss. Wir können es uns einfach nicht leisten, dieses Potential brachliegen zu lassen, sagte Machnig. Deshalb fördere das Land z.B. das sog. nullte Ausbildungsjahr, im Rahmen dessen junge Leute einen praxisorientierten Einstieg in eine Berufsausbildung erhalten.
Bis Jahresende sollen mindestens 500 der dafür zur Verfügung stehenden Plätze besetzt werden. Das ist ein Beitrag dazu, die Arbeitslosigkeit zu verringern und gleichzeitig den Fachkräftenachwuchs für die Thüringer Wirtschaft zu sichern, so Machnig.
