Fr, 14:32 Uhr
10.09.2010
Die Besuchersicht ist anders
Am Kyffhäuser wirst du auf Schritt und Tritt abgezockt - und das auch noch von unfreundlichem Personal! Warum sollte man denn da eigentlich noch hingehen, wo sich überdies angeblich seit Jahren nichts getan hat? Eine kritische Betrachtung aus der Sicht des Kyffhäuser Tourismusverbandes...
Die Presse berichtete, das Fernsehen (Thüringen-Journal) hat damit ein Sommerloch gefüllt, und es wurde auch gleich noch eine Online-Umfrage hinterher geschickt - Ergebnis vorprogrammiert, wenn die Frage lautet: Ist es am Kyffhäuser zu teuer? 80 Prozent haben dies mit Ja beantwortet, Ratschläge, was am Preisgefüge alles geändert werden könnte, gleich noch nachgeliefert.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Weder meine Mitarbeiter noch ich selbst sind kritik- und beratungsresistent. Die seit den 90er Jahren im Burgmuseum ausliegenden Gästebücher werden regelmäßig ausgewertet. Und: nach den in der Vergangenheit sporadisch durchgeführten Besucherbefragungen läuft jetzt seit 3 Monaten eine permanente. Jeder Besucher erhält mit der Eintrittskarte einen kleinen Fragebogen, und dank eines bei ausgefüllter Abgabe eingeräumten Rabatts im Bistro ist der Rücklauf doch recht gut. Wir nehmen die Hinweise, die dort oft konkret gegeben werden, sehr ernst.
Es sind auch immer wieder Klagen über die Höhe der Eintrittspreise dabei - zwar bei weitem keine 80 %, aber doch durchaus nennenswert. Auch die Forderung, dass ein Kulturgut von solcher Bedeutung doch jedem (ohne Eintritt) frei zugänglich sein müsste, wird immer wieder einmal aufgemacht. Es macht dann wenig Sinn, sich den Gästen gegenüber mit dem Verweis auf die Preise anderer Einrichtungen zu rechtfertigen, obwohl dabei herauskäme, dass wir keineswegs überzogene Eintrittspreise haben!
Vielmehr versuchen wir zu erklären, dass die Gelder zu einem großen Teil wieder in die Anlage zurückfließen - trotz großer Anstrengungen in den letzten 20 Jahren gibt es noch immer einen erheblichen Sanierungs- und Erhaltungsbedarf. Das wird von den meisten Besuchern so gesehen und auch sehr oft gewürdigt.
Im übrigen steht im Kassenbereich eine Info-Tafel mit den Angeboten und Leistungen, die man für seine 6 Euro Eintritt bekommt. Neben der Besichtigung der Freianlagen von Denkmal und Oberburg sind es immerhin 5 verschiedene Ausstellungen im Burgmuseum, den beiden Seitenkammern sowie im Barbarossaturm, der tiefste Burgbrunnen der Welt mit Info-Tafeln und Videofilm und letztlich auch die immer wiederkehrenden Bodenbilder. Noch nicht eine einzige Beschwerde hat es jedoch wegen der Fernrohre oder der Info-Boxen ("Sprechautomaten") gegeben. Ebenso wie der Steinspender für das Füttern des "Brunnengeistes" werden diese übrigens von Fremdfirmen betrieben.
Würden wir sie (womöglich um dem Vorwurf des Abzockens zu entgehen) aber beseitigen, würden jene Besucher, die gern den Euro ausgeben, um zum Brocken zu schauen, sehr wahrscheinlich danach fragen. Unzufriedene Gäste wird es bei 170.000 Besuchern im Jahr immer geben. Und jeder Einzelne ist einer zu viel. Es muss zweifellos noch einiges getan werden, um die Attraktivität, das "Gesamterlebnis Kyffhäuser" noch weiter zu erhöhen. Aber alles schlecht zu reden, trägt keineswegs zur Image-Steigerung bei und geht auch an den Realitäten vorbei.
Weit über 2000 Besucher haben bei den erwähnten Befragungen Schulnoten von 1 - 6 vergeben und so sehen sie aus (Durchschnittsnote):
- Ordnung und Sauberkeit der Anlage - 1,74
- Ausschilderung und Information -1,70
- Freundlichkeit des Personal - 1,66
- Gesamteindruck - 1,70
Man darf also (und sollte dies auch tun!) getrost das Kyffhäuser-Denkmal als Ausflugsziel empfehlen.
Herbert Knischka
Geschäftsführer Tourismusverband Kyffhäuser e.V.
Autor: khhDie Presse berichtete, das Fernsehen (Thüringen-Journal) hat damit ein Sommerloch gefüllt, und es wurde auch gleich noch eine Online-Umfrage hinterher geschickt - Ergebnis vorprogrammiert, wenn die Frage lautet: Ist es am Kyffhäuser zu teuer? 80 Prozent haben dies mit Ja beantwortet, Ratschläge, was am Preisgefüge alles geändert werden könnte, gleich noch nachgeliefert.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Weder meine Mitarbeiter noch ich selbst sind kritik- und beratungsresistent. Die seit den 90er Jahren im Burgmuseum ausliegenden Gästebücher werden regelmäßig ausgewertet. Und: nach den in der Vergangenheit sporadisch durchgeführten Besucherbefragungen läuft jetzt seit 3 Monaten eine permanente. Jeder Besucher erhält mit der Eintrittskarte einen kleinen Fragebogen, und dank eines bei ausgefüllter Abgabe eingeräumten Rabatts im Bistro ist der Rücklauf doch recht gut. Wir nehmen die Hinweise, die dort oft konkret gegeben werden, sehr ernst.
Es sind auch immer wieder Klagen über die Höhe der Eintrittspreise dabei - zwar bei weitem keine 80 %, aber doch durchaus nennenswert. Auch die Forderung, dass ein Kulturgut von solcher Bedeutung doch jedem (ohne Eintritt) frei zugänglich sein müsste, wird immer wieder einmal aufgemacht. Es macht dann wenig Sinn, sich den Gästen gegenüber mit dem Verweis auf die Preise anderer Einrichtungen zu rechtfertigen, obwohl dabei herauskäme, dass wir keineswegs überzogene Eintrittspreise haben!
Vielmehr versuchen wir zu erklären, dass die Gelder zu einem großen Teil wieder in die Anlage zurückfließen - trotz großer Anstrengungen in den letzten 20 Jahren gibt es noch immer einen erheblichen Sanierungs- und Erhaltungsbedarf. Das wird von den meisten Besuchern so gesehen und auch sehr oft gewürdigt.
Im übrigen steht im Kassenbereich eine Info-Tafel mit den Angeboten und Leistungen, die man für seine 6 Euro Eintritt bekommt. Neben der Besichtigung der Freianlagen von Denkmal und Oberburg sind es immerhin 5 verschiedene Ausstellungen im Burgmuseum, den beiden Seitenkammern sowie im Barbarossaturm, der tiefste Burgbrunnen der Welt mit Info-Tafeln und Videofilm und letztlich auch die immer wiederkehrenden Bodenbilder. Noch nicht eine einzige Beschwerde hat es jedoch wegen der Fernrohre oder der Info-Boxen ("Sprechautomaten") gegeben. Ebenso wie der Steinspender für das Füttern des "Brunnengeistes" werden diese übrigens von Fremdfirmen betrieben.
Würden wir sie (womöglich um dem Vorwurf des Abzockens zu entgehen) aber beseitigen, würden jene Besucher, die gern den Euro ausgeben, um zum Brocken zu schauen, sehr wahrscheinlich danach fragen. Unzufriedene Gäste wird es bei 170.000 Besuchern im Jahr immer geben. Und jeder Einzelne ist einer zu viel. Es muss zweifellos noch einiges getan werden, um die Attraktivität, das "Gesamterlebnis Kyffhäuser" noch weiter zu erhöhen. Aber alles schlecht zu reden, trägt keineswegs zur Image-Steigerung bei und geht auch an den Realitäten vorbei.
Weit über 2000 Besucher haben bei den erwähnten Befragungen Schulnoten von 1 - 6 vergeben und so sehen sie aus (Durchschnittsnote):
- Ordnung und Sauberkeit der Anlage - 1,74
- Ausschilderung und Information -1,70
- Freundlichkeit des Personal - 1,66
- Gesamteindruck - 1,70
Man darf also (und sollte dies auch tun!) getrost das Kyffhäuser-Denkmal als Ausflugsziel empfehlen.
Herbert Knischka
Geschäftsführer Tourismusverband Kyffhäuser e.V.
