Mi, 15:49 Uhr
15.09.2010
Magere Samenernte?
Demnächst sind wieder die Zapfenpflücker unterwegs, zwar nicht so sehr im Kyffhäuserkreis (geringer Bestand an Nadelbäumen), aber in anderen Regionen. Insgesamt wird eine magere Ernte an Samen erwartet, auch im Kyffhäuserkreis...
In wenigen Wochen beginnt die Samenernte bei den meisten Waldbäumen. Dann sind wieder die Zapfenpflücker in den Baumwipfeln zu beobachten. Sie beernten Nadel- und Laubbäume, deren Samen durch den Wind verbreitet werden. Die eher schweren Früchte von Eichen, Buchen oder Nussbäumen lassen sich recht leicht gewinnen. Sie werden gesammelt oder mit Netzen aufgefangen.
Die Erntemengen fallen von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich aus. Die meisten Baumarten tragen in unregelmäßigen Abständen viele Eckern, Eicheln, Beeren, Zapfen oder Nüsschen. Solche Jahre nennt man Mastjahre, entlehnt der früheren Mast von Schweinen unter Eichen und Buchen. In einem guten Samenjahr, wie zum Beispiel 2007, wurden in Thüringen 12.790 Kilogramm Eicheln geerntet. Daraus könnten knapp drei Millionen Eichenbäume entstehen. Im vergangenen Jahr war es nur ein Zehntel.
Auch in diesem Jahr rechnen die Fachleute nur mit einer mageren Ernte im Freistaat. Verantwortlich ist hauptsächlich die ungünstige Witterung des Frühjahrs.
Die Zapfenpflücker werden im Oktober voraussichtlich nur die Laubbaumarten Robinie, Linde und Ahorn beernten. Bei den anderen Baumarten lohnt der geringe Behang mit Zapfen den aufwendigen Aufstieg in die Baumwipfel nicht.
Ein Mangel an Forstpflanzen ist dennoch nicht zu befürchten. Die Betriebe für die Samengewinnung, sogenannte Darren oder Klengen, bevorraten sich in den Mastjahren der verschiedenen Baumarten mit einer genügenden Reserve.
Als Saatgut für die jungen Forstpflanzen kommen nur die Früchte ausgewählter und zertifizierter Baumbestände in Frage. Die Erbanlagen der Bäume sind entscheidend für den Erhalt leistungsfähiger, stabiler Waldbestände. Die genetisch bestimmten Merkmale Trockenheitsresistenz, Frostempfindlichkeit, Anfälligkeit gegenüber Nass-Schnee oder Schaftform können innerhalb einer Baumart stark variieren. Für Aufzucht und Pflanzung werden nur standortsangepasste Herkünfte verwendet.
In Thüringen gibt es eine staatliche Forstliche Saatgutdarre in Fischbach, in der Saatgut aufbereitet und gelagert wird. Von dort gelangen die Samen in die Staatliche Forstbaumschule Breitenworbis oder werden an private Baumschulen im ganzen Bundesgebiet weiterverkauft.
Und wie sieht es bei uns im Kyffhäuserkreis aus? Wir haben Forstamtsleiter Uli Klüßendorf vom Forstamt Oldisleben befragt. Während es im vorigen Jahr bei Eicheln eine gute Mast gab, so bezeichnen die Forstleute die Erntemenge, sieht es dieses Jahr trübe aus. Im Bereich des Possen und des Kyffhäusergebirges gibt es zwar einzelne Bäume die Früchte tragen, aber generell, so Klüßendorf, ist die Ernte fast Null.
Dieses Jahr so Klüßendorf, sind Früchte von Sträuchern sehr begehrt, die werden von den Baumschulen gesucht. Genannt wurden unter anderem die Berberitze, die Schlehe und die Hundsrose (Hagebutte).
Autor: khhIn wenigen Wochen beginnt die Samenernte bei den meisten Waldbäumen. Dann sind wieder die Zapfenpflücker in den Baumwipfeln zu beobachten. Sie beernten Nadel- und Laubbäume, deren Samen durch den Wind verbreitet werden. Die eher schweren Früchte von Eichen, Buchen oder Nussbäumen lassen sich recht leicht gewinnen. Sie werden gesammelt oder mit Netzen aufgefangen.
Die Erntemengen fallen von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich aus. Die meisten Baumarten tragen in unregelmäßigen Abständen viele Eckern, Eicheln, Beeren, Zapfen oder Nüsschen. Solche Jahre nennt man Mastjahre, entlehnt der früheren Mast von Schweinen unter Eichen und Buchen. In einem guten Samenjahr, wie zum Beispiel 2007, wurden in Thüringen 12.790 Kilogramm Eicheln geerntet. Daraus könnten knapp drei Millionen Eichenbäume entstehen. Im vergangenen Jahr war es nur ein Zehntel.
Auch in diesem Jahr rechnen die Fachleute nur mit einer mageren Ernte im Freistaat. Verantwortlich ist hauptsächlich die ungünstige Witterung des Frühjahrs.
Die Zapfenpflücker werden im Oktober voraussichtlich nur die Laubbaumarten Robinie, Linde und Ahorn beernten. Bei den anderen Baumarten lohnt der geringe Behang mit Zapfen den aufwendigen Aufstieg in die Baumwipfel nicht.
Ein Mangel an Forstpflanzen ist dennoch nicht zu befürchten. Die Betriebe für die Samengewinnung, sogenannte Darren oder Klengen, bevorraten sich in den Mastjahren der verschiedenen Baumarten mit einer genügenden Reserve.
Als Saatgut für die jungen Forstpflanzen kommen nur die Früchte ausgewählter und zertifizierter Baumbestände in Frage. Die Erbanlagen der Bäume sind entscheidend für den Erhalt leistungsfähiger, stabiler Waldbestände. Die genetisch bestimmten Merkmale Trockenheitsresistenz, Frostempfindlichkeit, Anfälligkeit gegenüber Nass-Schnee oder Schaftform können innerhalb einer Baumart stark variieren. Für Aufzucht und Pflanzung werden nur standortsangepasste Herkünfte verwendet.
In Thüringen gibt es eine staatliche Forstliche Saatgutdarre in Fischbach, in der Saatgut aufbereitet und gelagert wird. Von dort gelangen die Samen in die Staatliche Forstbaumschule Breitenworbis oder werden an private Baumschulen im ganzen Bundesgebiet weiterverkauft.
Und wie sieht es bei uns im Kyffhäuserkreis aus? Wir haben Forstamtsleiter Uli Klüßendorf vom Forstamt Oldisleben befragt. Während es im vorigen Jahr bei Eicheln eine gute Mast gab, so bezeichnen die Forstleute die Erntemenge, sieht es dieses Jahr trübe aus. Im Bereich des Possen und des Kyffhäusergebirges gibt es zwar einzelne Bäume die Früchte tragen, aber generell, so Klüßendorf, ist die Ernte fast Null.
Dieses Jahr so Klüßendorf, sind Früchte von Sträuchern sehr begehrt, die werden von den Baumschulen gesucht. Genannt wurden unter anderem die Berberitze, die Schlehe und die Hundsrose (Hagebutte).