Mi, 07:03 Uhr
22.09.2010
Unternehmerabend bei WAGO
Gestern hatte der Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) zu einem Unternehmerabend mit Unternehmern aus dem Kyffhäuserkreis und dem Landkreis Nordhausen eingeladen. Gastgeber war gestern die WAGO Kontakttechnik GmbH in Sondershausen...
Rund 30 Unternehmer konnte der Leiter des Kreisverbandes des BVMW, Volker Beiersdorf begrüßen. Als Gäste und vor allem als Gesprächspartner hatte Beiersdorf den Geschäftsführer der WAGO Kontakttechnik, Sven Hohorst und den Präsidenten der Regionalen Planungsgemeinschaft Nordthüringen, Peter Hengstermann, eingeladen.
Sven Hohorst (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Zuerst stellte Sven Hohorst (Bild Mitte mit Thüringens Wirtschaftsminister Machnig) das Unternehmen WAGO den Unternehmen vor. WAGO ist der Weltmarktführer in der Federklemmtechnik und die sogenannte WAGO- Klemme ist allen Leuten bekannt, die mit Elektroinstallationen zu tun haben. Allein 200 Millionen Dosenklemmen werden pro Jahr hergestellt. Aber seit 1995 setzte WAGO auch die Produktion von Automatisierungsprodukten (man könnte es auch "intelligente" Klemmen nennen) die zur Steuerung komplexer Vorgänge eingesetzt werden. Immerhin machen diese Produkte bereit 20 Prozent des Umsatzes aus.
Das Werk Sondershausen, mit seinem Zentrallager für Europa, bezeichnete Hohorst als das Herzstück der Fertigung, da es mit über 1.000 Beschäftigten das größte Fertigungswerk des Unternehmens ist. Mit Tochtergesellschaften in 20 Ländern beschäftigt das Unternehmen über 5.000 Mitarbeiter. Vn 2003 bis 2008 stieg der Umsatz des Gesamtunternehmens von rd. 251 Millionen Euro auf 453 Millionen Euro. Auch 2009 traf WAGO die Krise und es gab einen Einbruch um fast 16 Prozent af 380 Millionen Euro. Der Ausblick auf 2010 ist aber positiv. Hohorst rechnet damit, den Spitzenwert von 2008 wieder zu erreichen, bzw. sogar leicht zu übertreffen.
Hohorst äußerte sich zufrieden, dass die Krise mit nahezu dem gleichen Personalstand überstanden wurde. Zur weiteren Unternehmensentwicklung sagte er, erst wenn wir nicht mehr wettbewerbsfähig in Europa produzieren können, wird über eine Standortverlagerung nachgedacht. Zurzeit werden 95 Prozent in den europäischen Bereich investiert.
WAGO beschäftigt zurzeit 200 Auszubildende und setzt auf die duale Ausbildung. Probleme sieht Hohorst im Bildungsstand viele junger Leute. Hier müsste in den Unternehmen Aufgaben geleistet werden, die eigentlich Ländersache sind. Er kritisiert, dass manche Schulabgänger noch Probleme mit den Grundrechenarten hätten. Aber auch vor einem anderen Problem steht das Unternehmen. Junge Leute zieht es in die Großstädte, so dass selbst in kleiner Städten 2die Luft dünn wird" Auszubildende zu bekommen.
Danach gab Peter Hengstermann einen Überblick über die Regionalen Planungsgemeinschaft Nordthüringens. Aufgabe dieses Instruments ist es, einen regionalen Raumordnungsplan Nordthüringen zu erarbeiten. Den gesetzlichen Vorgaben folgend hat die Oberste Landesplanungsbehörde erstmals 1993 einen Raumordnungsplan als Landesentwicklungsprogramm für das Gebiet des Freistaates Thüringen erarbeitet. Der Regionale Raumordnungsplan Nordthüringen wurde am 6.August 1999 auf Beschluss der Landesregierung von der Obersten Landesplanungsbehörde verbindlich erklärt.
Dieser wurde von der Landesregierung in Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen als Landesentwicklungsplan 2004 fortgeschrieben und am 06.10.2004 als Rechtsverordnung erlassen (Thüringer Verordnung über den Landesentwicklungsplan; GVBl. Nr.18/2004, S.754ff). Und ist auch jetzt noch gültig. Der Landesentwicklungsplan 2004 beinhaltet textliche und zeichnerische Aussagen zur Entwicklung, Ordnung und Sicherung für den Gesamtraum Thüringen.
Mitglieder der Regionalen Planungsgemeinschaft sind: Landkreis Eichsfeld, Kyffhäuserkreis, Landkreis Nordhausen, Unstrut- Hainich- Kreis sowie die Städte Artern, Bad Langensalza, Heiligenstadt, Leinefelde- Worbis, Mühlhausen, Nordhausen und Sondershausen.
Seit 2004 ist bereits der neue Raumordnungsplan in Arbeit, u.a. mit der Industriegroßfläche Unstrut- Artern. Am 16.6.2010 wurde der Planbeschlossen, und anschließend zum Minister für Landesentwicklung (Carius) zum Beschließen weitergeleitet. In diesem Plan sind auch die Vorranggebiete für die Windenergie enthalten. Zu diesem Thema gab es dann auch die meisten Diskussionen, über Sinn und Notwendigkeit der Entwicklung der Windenergie. Mit 2.048 ha Windfläche und den 500 ha neu dazugekommenen Flächen (Wipperdorf und Helbedündorf) sei das Potential in der Region ausgereizt. Hengstermann plädierte dafür, Windenergie nur in dem Rahmen zu forcieren, wie überhaupt Bedarf ist.
Hengstermann hat auch noch andere Bedenken. Was ist, wenn Firmen nicht mehr existieren, aber die Windräder noch stehen? Die Frage wurde nicht weiter verfolgt. Logische Konsequenz dieser Frage ist doch, dass dann die Entfernung solcher Windräder wieder am Staat, sprich dem Steuerzahler hängen bleibt. Also sollten die Politiker Nägel mit Köpfen machen den den Windenergieunternehmen jetzt schon Geld abknöpfen, mit dem Fonds gebildet werden, aus denen später der Abriss finanziert wird!
Aber auch andere Themen wurde diskutiert. So kam die Frage, wie geht es in Roßleben mit Kali weiter? Hengstermann erläuterte, dass der Kalipreis von über 800 Dollar je Tonne auf unter 400 Dollar gesunken ist. Bei so niedrigen Preisen, zeigen die interessierten Unternehmen nicht gerade investitionsfreudig. Hengstermann zeigte Verständnis für die GVV, welche die Ausschreibung jetzt eingefroren hat. Die GVV müsste jetzt die Konzessionen unter Wert verkaufen, weil das Interesse an den Lagerstätten zurzeit gering sei.
Auch die Anfrage an Hengstermann, wann es endlich vierspurig auf der B4 von Erfurt bis Nordhausen geht, wurde gestellt. Hier konnte Hengstermann nicht viel Hoffnung machen. Auch wenn die B4 schon überlastet ist, kann nicht damit gerechnet werden, dass in absehbarer Zeit deine Vierspurigkeit erreicht wird. Man könne schon zufrieden sein, wenn es in weiten teilen wenigstens dreispurig wird. Solche Planungen werden für die B4 zwischen Nordhausen und Sondershausen gemacht, Baubeginn könnte frühestens 2013 sein, so die Schätzungen. Für den Süden bis Erfurt sind wohl jetzt die Planungen für die Ortsumfahrungen Greußen und Straußfurt ausgeschrieben worden.
Autor: khhRund 30 Unternehmer konnte der Leiter des Kreisverbandes des BVMW, Volker Beiersdorf begrüßen. Als Gäste und vor allem als Gesprächspartner hatte Beiersdorf den Geschäftsführer der WAGO Kontakttechnik, Sven Hohorst und den Präsidenten der Regionalen Planungsgemeinschaft Nordthüringen, Peter Hengstermann, eingeladen.
Sven Hohorst (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Zuerst stellte Sven Hohorst (Bild Mitte mit Thüringens Wirtschaftsminister Machnig) das Unternehmen WAGO den Unternehmen vor. WAGO ist der Weltmarktführer in der Federklemmtechnik und die sogenannte WAGO- Klemme ist allen Leuten bekannt, die mit Elektroinstallationen zu tun haben. Allein 200 Millionen Dosenklemmen werden pro Jahr hergestellt. Aber seit 1995 setzte WAGO auch die Produktion von Automatisierungsprodukten (man könnte es auch "intelligente" Klemmen nennen) die zur Steuerung komplexer Vorgänge eingesetzt werden. Immerhin machen diese Produkte bereit 20 Prozent des Umsatzes aus.Das Werk Sondershausen, mit seinem Zentrallager für Europa, bezeichnete Hohorst als das Herzstück der Fertigung, da es mit über 1.000 Beschäftigten das größte Fertigungswerk des Unternehmens ist. Mit Tochtergesellschaften in 20 Ländern beschäftigt das Unternehmen über 5.000 Mitarbeiter. Vn 2003 bis 2008 stieg der Umsatz des Gesamtunternehmens von rd. 251 Millionen Euro auf 453 Millionen Euro. Auch 2009 traf WAGO die Krise und es gab einen Einbruch um fast 16 Prozent af 380 Millionen Euro. Der Ausblick auf 2010 ist aber positiv. Hohorst rechnet damit, den Spitzenwert von 2008 wieder zu erreichen, bzw. sogar leicht zu übertreffen.
Hohorst äußerte sich zufrieden, dass die Krise mit nahezu dem gleichen Personalstand überstanden wurde. Zur weiteren Unternehmensentwicklung sagte er, erst wenn wir nicht mehr wettbewerbsfähig in Europa produzieren können, wird über eine Standortverlagerung nachgedacht. Zurzeit werden 95 Prozent in den europäischen Bereich investiert.
WAGO beschäftigt zurzeit 200 Auszubildende und setzt auf die duale Ausbildung. Probleme sieht Hohorst im Bildungsstand viele junger Leute. Hier müsste in den Unternehmen Aufgaben geleistet werden, die eigentlich Ländersache sind. Er kritisiert, dass manche Schulabgänger noch Probleme mit den Grundrechenarten hätten. Aber auch vor einem anderen Problem steht das Unternehmen. Junge Leute zieht es in die Großstädte, so dass selbst in kleiner Städten 2die Luft dünn wird" Auszubildende zu bekommen.
Danach gab Peter Hengstermann einen Überblick über die Regionalen Planungsgemeinschaft Nordthüringens. Aufgabe dieses Instruments ist es, einen regionalen Raumordnungsplan Nordthüringen zu erarbeiten. Den gesetzlichen Vorgaben folgend hat die Oberste Landesplanungsbehörde erstmals 1993 einen Raumordnungsplan als Landesentwicklungsprogramm für das Gebiet des Freistaates Thüringen erarbeitet. Der Regionale Raumordnungsplan Nordthüringen wurde am 6.August 1999 auf Beschluss der Landesregierung von der Obersten Landesplanungsbehörde verbindlich erklärt.
Dieser wurde von der Landesregierung in Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen als Landesentwicklungsplan 2004 fortgeschrieben und am 06.10.2004 als Rechtsverordnung erlassen (Thüringer Verordnung über den Landesentwicklungsplan; GVBl. Nr.18/2004, S.754ff). Und ist auch jetzt noch gültig. Der Landesentwicklungsplan 2004 beinhaltet textliche und zeichnerische Aussagen zur Entwicklung, Ordnung und Sicherung für den Gesamtraum Thüringen.
Mitglieder der Regionalen Planungsgemeinschaft sind: Landkreis Eichsfeld, Kyffhäuserkreis, Landkreis Nordhausen, Unstrut- Hainich- Kreis sowie die Städte Artern, Bad Langensalza, Heiligenstadt, Leinefelde- Worbis, Mühlhausen, Nordhausen und Sondershausen.
Seit 2004 ist bereits der neue Raumordnungsplan in Arbeit, u.a. mit der Industriegroßfläche Unstrut- Artern. Am 16.6.2010 wurde der Planbeschlossen, und anschließend zum Minister für Landesentwicklung (Carius) zum Beschließen weitergeleitet. In diesem Plan sind auch die Vorranggebiete für die Windenergie enthalten. Zu diesem Thema gab es dann auch die meisten Diskussionen, über Sinn und Notwendigkeit der Entwicklung der Windenergie. Mit 2.048 ha Windfläche und den 500 ha neu dazugekommenen Flächen (Wipperdorf und Helbedündorf) sei das Potential in der Region ausgereizt. Hengstermann plädierte dafür, Windenergie nur in dem Rahmen zu forcieren, wie überhaupt Bedarf ist.
Hengstermann hat auch noch andere Bedenken. Was ist, wenn Firmen nicht mehr existieren, aber die Windräder noch stehen? Die Frage wurde nicht weiter verfolgt. Logische Konsequenz dieser Frage ist doch, dass dann die Entfernung solcher Windräder wieder am Staat, sprich dem Steuerzahler hängen bleibt. Also sollten die Politiker Nägel mit Köpfen machen den den Windenergieunternehmen jetzt schon Geld abknöpfen, mit dem Fonds gebildet werden, aus denen später der Abriss finanziert wird!
Aber auch andere Themen wurde diskutiert. So kam die Frage, wie geht es in Roßleben mit Kali weiter? Hengstermann erläuterte, dass der Kalipreis von über 800 Dollar je Tonne auf unter 400 Dollar gesunken ist. Bei so niedrigen Preisen, zeigen die interessierten Unternehmen nicht gerade investitionsfreudig. Hengstermann zeigte Verständnis für die GVV, welche die Ausschreibung jetzt eingefroren hat. Die GVV müsste jetzt die Konzessionen unter Wert verkaufen, weil das Interesse an den Lagerstätten zurzeit gering sei.
Auch die Anfrage an Hengstermann, wann es endlich vierspurig auf der B4 von Erfurt bis Nordhausen geht, wurde gestellt. Hier konnte Hengstermann nicht viel Hoffnung machen. Auch wenn die B4 schon überlastet ist, kann nicht damit gerechnet werden, dass in absehbarer Zeit deine Vierspurigkeit erreicht wird. Man könne schon zufrieden sein, wenn es in weiten teilen wenigstens dreispurig wird. Solche Planungen werden für die B4 zwischen Nordhausen und Sondershausen gemacht, Baubeginn könnte frühestens 2013 sein, so die Schätzungen. Für den Süden bis Erfurt sind wohl jetzt die Planungen für die Ortsumfahrungen Greußen und Straußfurt ausgeschrieben worden.
