Mi, 15:25 Uhr
29.09.2010
Diskussion mit Spätaussiedlern
Die SPD- Sondershausen diskutierte gestern im Rahmen der Interkulturellen Woche mit Spätaussiedlern im Hasenholz-Östertal-Centrum (HOC) von Sondershausen. Eine Nachbetrachtung dazu gibt es vom SPD-Ortsverein hier...
Im Rahmen der "Interkulturellen Woche" des Netzwerkes für Integration im Kyffhäuserkreis lud der SPD-Ortsverein Sondershausen zu einem Nachmittag der Begegnungen ein. Die Gesprächsrunde stand unter dem Motto "Fremde Deutsche-Deutsche Fremde" und fand im HOC statt.
Als Gast und Referent kam von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. Josef Schleicher. Er brachte einen Teil der Wanderausstellung " Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland" mit nach Sondershausen.
Zu Beginn der Veranstaltung erläuterte Herr Schleicher die Geschichte der Deutschen in Russland, welche unter Katharina II. nach Russland auswanderten und später unter Verschärfung der Repressionen, sowie unter Deportation und Verbannung litten. Schnell ließ man sie spüren, dass sie in Russland Ausländer waren.
Doch dadurch, dass sie ihre Muttersprache nicht mehr lehren und lernen durften, bekamen die Russlanddeutschen bei ihrer Aussiedlung nach Deutschland wieder das Gefühl Ausländer im Land ihrer Vorfahren zu sein. Egal wo man war, man lebte ein ganzes Leben, ein Leben als Ausländer.
In der späteren Diskussion wurde aber deutlich, dass viele den Schritt nach Deutschland zukommen, wieder täten. Zwar gibt es viele Probleme, gerade im Anerkennen der Bildungs- und Berufsabschlüsse und auch mit dem Herunterfahren der integrativen Sprachkurse sei man nicht glücklich. Dennoch ist die Gruppe der Spätaussiedler laut einer Studie des Berliner Instituts für Bevölkerung und Entwicklung aus dem Jahre 2009 die Herkunftsgruppe mit der größten Integration, die Aussiedler sind "Auf dem Weg zur Normalität", so das Fazit der Studie "Ungenutzte Potentiale. Zur Lage der Integration in Deutschland."
Als abschließendes Resümee zogen alle Beteiligten, sowohl die Spätaussiedler, als auch die Mitglieder der SPD-Ortsgruppe, dass Zuwanderung eine Bereicherung ist, sie aber nur gelingen kann, wenn jeder etwas dazu beiträgt. Auch das Einwanderungsland muss erst einmal in die Zuwanderer investieren.
Als zweiter Punkt blieb fest zuhalten, dass man Vorurteile nur abbauen kann, wenn man miteinander spricht und in diesen Gesprächen Unwissenheit abbaut. Deshalb wurde noch lange nach der Veranstaltung in kleinen Gruppen miteinander und nicht übereinander gesprochen und man vereinbarte auch weiterhin den intensiven Kontakt untereinander auszubauen.
SPD-Ortsverein Sondershausen
Autor: khhIm Rahmen der "Interkulturellen Woche" des Netzwerkes für Integration im Kyffhäuserkreis lud der SPD-Ortsverein Sondershausen zu einem Nachmittag der Begegnungen ein. Die Gesprächsrunde stand unter dem Motto "Fremde Deutsche-Deutsche Fremde" und fand im HOC statt.
Als Gast und Referent kam von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V. Josef Schleicher. Er brachte einen Teil der Wanderausstellung " Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland" mit nach Sondershausen.
Zu Beginn der Veranstaltung erläuterte Herr Schleicher die Geschichte der Deutschen in Russland, welche unter Katharina II. nach Russland auswanderten und später unter Verschärfung der Repressionen, sowie unter Deportation und Verbannung litten. Schnell ließ man sie spüren, dass sie in Russland Ausländer waren.
Doch dadurch, dass sie ihre Muttersprache nicht mehr lehren und lernen durften, bekamen die Russlanddeutschen bei ihrer Aussiedlung nach Deutschland wieder das Gefühl Ausländer im Land ihrer Vorfahren zu sein. Egal wo man war, man lebte ein ganzes Leben, ein Leben als Ausländer.
In der späteren Diskussion wurde aber deutlich, dass viele den Schritt nach Deutschland zukommen, wieder täten. Zwar gibt es viele Probleme, gerade im Anerkennen der Bildungs- und Berufsabschlüsse und auch mit dem Herunterfahren der integrativen Sprachkurse sei man nicht glücklich. Dennoch ist die Gruppe der Spätaussiedler laut einer Studie des Berliner Instituts für Bevölkerung und Entwicklung aus dem Jahre 2009 die Herkunftsgruppe mit der größten Integration, die Aussiedler sind "Auf dem Weg zur Normalität", so das Fazit der Studie "Ungenutzte Potentiale. Zur Lage der Integration in Deutschland."
Als abschließendes Resümee zogen alle Beteiligten, sowohl die Spätaussiedler, als auch die Mitglieder der SPD-Ortsgruppe, dass Zuwanderung eine Bereicherung ist, sie aber nur gelingen kann, wenn jeder etwas dazu beiträgt. Auch das Einwanderungsland muss erst einmal in die Zuwanderer investieren.
Als zweiter Punkt blieb fest zuhalten, dass man Vorurteile nur abbauen kann, wenn man miteinander spricht und in diesen Gesprächen Unwissenheit abbaut. Deshalb wurde noch lange nach der Veranstaltung in kleinen Gruppen miteinander und nicht übereinander gesprochen und man vereinbarte auch weiterhin den intensiven Kontakt untereinander auszubauen.
SPD-Ortsverein Sondershausen
