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Fr, 17:10 Uhr
01.10.2010

Interessante Ausstellung

Heute am Vormittag eröffnete im Foyer des Landratsamts ein sehr interessante Fotoausstellung (Bilder aus der Ferne) mit Arbeiten des Mongoleiforschers Hermann Consten...

Mit Generalkonsul h.c. Dirk Pfeil war der Präsident der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft e.V. (Sitz in Bonn) zur Eröffnung erschienen. Leider war der Zeitpunkt mit 10:30 Uhr an einem Freitag recht unglücklich gewählt. Außer einem Mitglied des Fotoclubs Sondershausen fand die Eröffnung weites gehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, sieht man von einigen Mitarbeitern des Landratsamtes ab.

Das hat diese Ausstellung nicht verdient, denn es werden Bilder einer Region gezeigt, die so schon fern liegt und dann Bilder aus einer Zeit stammen, in der Fotografie noch ein Abenteuer war. Landrat Peter Hengestermann zeigte bei der Begrüßung beeindruckt von Land und Fotos. Auch stehe die Mongolei den Bewohnern aus der Geschichte der DDR heraus etwas näher, da auch etliche Mongolen den Weg in die damalige DDR gefunden hatte.

Unterstrichen wurde das von der Aussage von Dirk Pfeil, als er sagte besonders viele Mitglieder der Gesellschaft kamen aus den neuen Ländern. Auch sprechen rund 28.000 Mongolen die deutsche Sprache, bei nur rund 2,8 Millionen Einwohnern, die fast zur Hälfte in der Hauptstadt Ulan-Bator leben. Die Mongolei ist fünfmal so groß in der Fläche, wie Deutschland!

Eleanor von Erdberg-Consten bewahrte den fotografischen Nachlass ihres Mannes jahrzehntelang auf. Gefunden wurden die Bilder in einem Koffer unter einem Bett. Dank glücklichen Umständen und dem Engagement der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft wurden die Fotos im Jahr 2000 für die Öffentlichen entdeckt. Es ist dem Sparkassengiroverband Hessen-Thüringen zu danken, der einige Mittel zur Verfügung stellte, um die Fotos aus den alten Platten neu zu erarbeiten. Eine Auswahl ist nunmehr im Rahmen dieser Ausstellung zugänglich, die bisher nur in Berlin und Ulan-Bator gezeigt worden war.

Bilder aus der Ferne (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Bilder aus der Ferne (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Peter Hengstermann und Dirk Pfeil (re.) bei der Eröffnung der Ausstellung. Schauen Sie doch einfach mal im Landratsamt vorbei. Es lohnt sich. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten noch bis 30 November zu sehen.

Hintergrund:
Als sich Herrmann Consten (1878-1957) Anfang der 1920er Jahre im thüringischen Bad Blankenburg niederlässt (er ist gebürtiger Aachener, ahnt er nicht, dass es hierzu einer schicksalsschweren Begegnung kommen würde. Zunächst genießt er den Ruhm, den ihm seine zwischen 1907 und 1913 unternommenen Expeditionen durch die Mongolei einbrachten. Von Bad Blankenburg aus unternimmt der mongoleikundige Kartograph, Geograph, Ethnologe, Kundschafter, Militärberater, Linguist und Buddhismusforscher ausgedehnte Vortragsreisen im gesamten deutschsprachigen Raum.

Er veröffentlicht mehrere Mongolei-Romane.ihn besuchen prominente Asienforscher, darunter der berühmte Sven Hedin. 1925 schließlich empfängt Consten den mongolischen Erziehungsminister. Dessen Bitte um Aufbauhilfe für die Akademie der Wissenschaften in Ulaan-Baatar ist offensichtlich für den Duetschen die Initialzündung, einen langgehegten Plan in die Tat umzusetzen: Im Frühsommer 1928 bricht Consten von China aus in die Mongolei auf. Seine anvisierte große Expedition, durch die er sich wohl den Durchbruch als international anerkannter Mongoleiforscher erhofft hatte, endet jedoch in der winterlichen Einöde an der Grenze zwischen der Inneren Mongolei (China) und der Äußeren Mongolei (Volksrepublik Mongolei). Nach kurzer Haft und wenigen Wochen Aufenthalt in Ulaanbaatar muss Consten ins chinesische Beijing zurückreisen. 20 Jahre wird er dort leben.

Erst 1950 kehrt Consten mit seiner Ehefrau nach Deutschland zurück. Constens bewegtes Leben wäre wohl dem Vergessen anheimgefallen ohne seine Leidenschaft für Fotografie. Stets reiste er mit umfangreicher Kameraausrüstung. Consten dokumentierte alle seine Reisen und wurde so zum Zeugen mongolischen Alltagsleben sowie des wechselvollen Zeitgeschehenens der Region. Portraits, Expeditions-, Tier- und Landschaftsaufnahmen, Ansichten von Klöstern und Tempeln zeigen die große Sensibilität, mit der sich Herrmann Constens der fremden Kultur immer wieder aufs Neue zu nähern vermochte.
Aus Flyer Landratsamt Kyffhäuserkreis
Bilder aus der Ferne (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Bilder aus der Ferne (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Bilder aus der Ferne (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Bilder aus der Ferne (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Bilder aus der Ferne (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Bilder aus der Ferne (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Bilder aus der Ferne (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Bilder aus der Ferne (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Bilder aus der Ferne (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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