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Mi, 00:03 Uhr
06.10.2010

Große Schülerbefragung durchgeführt

Im Rahmen Bachelor-Arbeit an der Fachhochschule Nordhausen Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, war eine große Schülerbefragung zum Konsumverhalten, Ernährung, Freizeit und Demokratieverständnis im Kyffhäuserkreis ausgewertet worden. Gestern wurde die Studie den Medien vorgestellt...

Das Jugendamt des Kyffhäuserkreises hatte die große Schülerumfrage an ausgewählten Förderschulzentren, Gymnasien und Regelschulen im Kyffhäuserkreis in den Klassenstufen 7 bis 10 durchführen lassen. Insgesamt haben 1.405 Schülerinnen und Schüler dieser Altersgruppe diese Umfrage beantwortet. Schon die Tatsache, dass rund 75 Prozent der Fragebögen wieder zurück kam zeigt, dass die Jugendlichen keine Null-Bock-Stimmung hatten, denn so ein hoher Prozentsatz ist nicht unbedingt üblich.

Im Beisein von Vizelandrat Georg Schäfer, wies die Leiterin des Jugendamtes, Sabine Bräunicke darauf hin, dass die umfangreiche Arbeit jetzt in den verschiedenen Gremien des Landkreises ausgewertet werden muss. So sollen die Ergebnis im Jugendhilfeausschuss am 1.12.2010 vorgestellt werden, aber auch die verschiedenen Ausschüsse sollen sich mit der umfangreichen Arbeit beschäftigen.

Die Auswertung der Studie des LRA Kyffhäuserkreis, kann und muss sehr intensiv erfolgen, denn sie erbrachte vertraute Ergebnisse (mit anderen Studien - Shell-Studie) aber auch einige neue Ergebnisse, deren Aktualität durch die hohe Zahl der Teilnahme als sehr repräsentativ angesehen werden muss. Sie zeigte, dass die Jugendlichen trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Kreises und den damit verbundenen regionalen Bedingungen, traditionelle Werte, wie Familie und Freunde mit leistungsorientierten Werten, wie Erfolg in der Schule und im Beruf verknüpfen. So zeigte die Umfrage, dass Freunde und Familie für 93 Prozent als sehr wichtig betrachtet werden.

Die erhobenen Daten, in Bezug auf das Konsumverhalten von Alkohol und Tabak sowie im Medien- und Freizeitverhalten der Heranwachsenden, fügen sich in die Ergebnisse anderer bundesweit erhobener Studien ohne weiteres ein. Trotzdem läuteten bei Jugendamtsleiterin Sabine Bräunicke die Alarmglocken. Wir müssen mit Jugendamt, Schulen und Drogenberatungsstellen noch mehr Aufklärungsarbeit leisten, stellte sie fest. Die Raucherzahlen schockten doch.

Große Schülerbefragung durchgeführt  (Foto: Landratsamt Kyffhäuserkreis) Große Schülerbefragung durchgeführt (Foto: Landratsamt Kyffhäuserkreis)

Besonders deutlich wurden in dieser Studie aber auch die Differenzen zwischen den einzelnen Schulformen. Generell neigen mehr Förderschüler/ -innen dazu, ein gesundheitsgefährdendes Verhalten aufzuweisen, welches durchaus als Appell verstanden werden sollte. Auch stellte sich heraus, dass der Wunsch der Jugendlichen in der Region zu verbleiben, wesentlich stärker von einem sozialen Status abhängig ist, als von der Zugehörigkeit zu Vereinen. In dieser Studie wurde einmal mehr die Kluft zwischen den Schülern unterschiedlicher Schulformen sichtbar, welche es dringend gilt zu verkleinern bzw. zu schließen.

Große Schülerbefragung durchgeführt  (Foto: Landratsamt Kyffhäuserkreis) Große Schülerbefragung durchgeführt (Foto: Landratsamt Kyffhäuserkreis)

Beim Alkohol sieht es nicht besser aus. In der Studie dazu heißt es:
Die Vorlieben für alkoholische Getränke sind hier, wie in anderen Studien auch herausgefunden, geschlechterspezifisch. Die Jungen konsumieren am liebsten Bier und die Mädchen Alcopops. Der Konsum von Schnaps wird dabei von beiden Geschlechtern fast gleichhäufig genannt. Die Förderschüler trinken zwar mehr Bier als die Gymnasiasten und Regelschüler, doch trinken sie auch deutlich weniger Schnaps. Die Schüler der Gymnasien haben am häufigsten angegeben, Spirituosen zu konsumieren.

Das Interesse in der Arbeit in den Vereinen ist doch recht hoch. Insgesamt gehören 61% aller befragten Schüler einem Verein an. Mädchen sind dabei tendenziell weniger in Vereinigungen vertreten. Gleichzeitig ist festzustellen, dass bei den weiblichen Jugendlichen mit steigendem Alter, die Zugehörigkeit zu Vereinen signifikant abnimmt. (Vereinszugehörigkeit bei Mädchen: bis 15 Jahre - 60%; bis 18 Jahre - 49%; dagegen bei Jungen: bis 15 Jahre - 67%; bis 18 Jahre - 62%). Dieses Interesse an den Vereinen sollten die Politiker ernst nehmen. Kürzungen bei den Vereinen treffen dann auch die Jugendlichen hart.

Große Schülerbefragung durchgeführt  (Foto: Landratsamt Kyffhäuserkreis) Große Schülerbefragung durchgeführt (Foto: Landratsamt Kyffhäuserkreis)

Große Unterschiede gibt es besonders in den Schulformen. So geben 35 Prozent der Förderschüler, 56 Prozent der Regelschüler und 71 Prozent der Gymnasiasten an, in einem Verein tätig zu sein. Sowohl hinsichtlich Männlich und weiblich un vor allem im Vergleich der Schulformen konnte man sehr deutlich Unterschiede bemerken (siehe Tabelle). Ob man es gut findet oder nicht, die Studie (auch an anderen Stellen wohl sichtbar, zeigt, eine Vermischung zwischen Gymnasiasten und Förderschülern scheint es nicht zu geben. Wie man solchen Tendenzen entgegen treten kann wird wohl sehr schwierig sein.

Sehr zu denken gab der Jugendamtsleiterin auch das Umfrageergebnis hinsichtlich der Frage, wie würden die Jugendlichen wählen. Das doch recht hohe Ergebnis hinsichtlich der Tendenz nach Rechts (siehe Bildergalerie) zeigt, dass sehr viel politische Bildungsarbeit notwendig ist. Wer meint, auf das Bündnis gegen Rechts verzichten zu können, scheint auf das falsche Pferd zu setzen. Was das Bild nicht zeigt, ist der erstaunliche Unterschied bei der Zustimmung zur rechten Politik zwischen Westkreis (Zustimmung durchschnittlich 9 Prozent) und dem Ostteil (4 Prozent).

Alle in allem muss man feststellen, das Nicole Rosenau nicht nur eine sehr umfangreich (142 Seiten) Bachelor-Arbeit zusammengetragen hat, sondern doch für die Politiker im Kreis genügend fundiertes Schussmaterial geliefert hat, mit dem man sich sehr intensiv beschäftigen muss. Auch kn konnte im Rahmen dieses Artikels nur einen kleinen Teil dieser sehr guten Arbeit auswerten. Die Arbeit ist unter dem Namen "KONSTRUIERTE JUGENDBILDER ODER: WAS JUGENDLICHE VERHALTENSMUSTER UNS ERZÄHLEN" beim Jugendamt Kyffhäuserkreis oder an der Fachhochschule Nordhausen Fachbereich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften einsehbar. Zumindest wird kn mit Sicherheit noch einige Probleme aufgreifen (Medieninteresse) was hier noch nicht in einem Artikel darstellbar ist.
Große Schülerbefragung durchgeführt  (Foto: Landratsamt Kyffhäuserkreis)
Autor: khh

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