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Mi, 09:17 Uhr
20.10.2010

nnz-Forum: Völlig falsche Politik

Im Forum beschäftigt sich nnz-Leser Wolfgang Reinhardt mit einer seiner Meinung nach verfehlten Politik in Deutschland und dürefte damit für einige Diskussionen unter den Lesern sorgen.


Ich bin kein Chauvinist. Im Gegenteil: eine meiner Cousinen ist gebürtige Indonesierin und wir verstehen uns sehr gut. Eine Bekannte ist gebürtige Thailänderin, meine Urlaubsreisen führen mich oft auch ins nichteuropäische Ausland usw. usf..
Auf drei Aspekte, die in der Zuwanderungsdiskussion bisher, zumindest nach meiner Wahrnehmung, noch nicht angesprochen wurden mache ich hiermit aufmerksam:

1. Entgegen vielfacher öffentlicher Bekundungen der Regierenden wurde über Jahrzehnte zu wenig Geld für die vorschulische und schulische Ausbildung bereitgestellt (unter dem europäischen Durchschnitt) und zugelassen, dass jedes Bundesland eigene Schulsysteme hat, die nach politischen Machtwechseln oftmals verändert wurden. Das führte dazu, dass eine bemerkenswerte Zahl junger Menschen, selbst wenn sie die Realschule absolviert haben, gar nicht ausbildungsfähig ist. Ich habe Berichte über Vorstellungsgespräche von Jugendlichen bei Lehrbetrieben im Fernsehen gesehen, in denen diese weder den Dreisatz beherrschten, noch über Grundkenntnisse der Politik verfügten, noch über aktuelle politische und wirtschaftliche Vorgänge in Deutschland, geschweige denn der Welt informiert waren. Bei aller Kritik an ARBEITGEBERN, die auch ich übe: solche Leute kann man nicht als Lehrlinge einstellen.

2. Die Regierenden haben in der Vergangenheit unter dem Deckmäntelchen der Freiheit zugelassen, dass zuwenige Lehrstellen bereitgestellt wurden. Anstatt gesetzliche Regelungen zu schaffen, setzte man auf freiwillige Zusagen der Arbeitgeber mehr Lehrlinge einzustellen. Das Ergebnis: Facharbeitermangel.

3. Seit Jahrzehnten akzeptieren, ja befürworten die Regierenden, Forderungen der Wirtschaft zur FLEXIBILISIERUNG des Arbeitsmarktes und der Mobilität von ARBEITNEHMERN. Ich bin selbst bereits Großvater und weiß daher wie schwierig es für junge Leute ist eine Familie zu gründen, wenn ein Partner nur am Wochenende zu Hause ist, häufig nur einen befristeten Arbeitsvertrag hat und schlecht bezahlt wird. Meine Kinder wollen sich aus diesen Gründen keinen weiteren Nachwuchs anschaffen.

Dem ehemaligen Ministerpräsidenten Rüttgers stehe ich politisch keinesfalls nahe, aber als er vor einigen Jahren zur Thematik Erhöhung der Zuwandererzahlen sagte: „Lieber Kinder statt Inder.“, sprach er mir und gewiss vielen anderen aus dem Herzen.

In der Wirtschaft findet jetzt statt, was im Fußball seit Jahren gang und gäbe ist: man spart sich die Kosten für die Ausbildung von Nachwuchs und holt sich gratis Profis ins Land. Das ist übrigens auch schändlich, denn in der Regel kommen diese Leute ja nicht aus hochentwickelten Industriestaaten, sondern aus Schwellen- oder Entwicklungsländern und reißen dort natürlich Lücken für deren eigene Entwicklung.

Fazit: Die deutsche Politik muss diesbezüglich grundsätzlich verändert werden.

a) Es sind ausreichende Finanzmittel für die Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen bereitzustellen,

b) es muss wieder ein ordentlicher Arbeitsmarkt geschaffen werden, der die Gründung von Familien fördert und

c) Arbeitslose sind, anders als bisher, sinnvoll und zielgerichtet für unbesetzte Arbeitsplätze zu qualifizieren, denn sie sind ein leider ungenutztes Potential. Ein Nebeneffekt wäre, dass die völlig unakzeptablen Arbeitslosenzahlen spürbar gesenkt würden und der Staatshaushalt entlastet würde.

WOLFGANG REINHARDT
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
südharzer
20.10.2010, 10:06 Uhr
100% Zustimmung
Die Meinungsäußerung unterstütze ich voll. Meine Kinder haben leider auch die gleiche Entscheidung treffen müssen. Traurig für diesen Staat!
Georg66
20.10.2010, 12:19 Uhr
Wieso erst jetzt?
Wieso kommt erst jetzt die Einsicht vieler Politiker, dass in den letzten Jahren eine verfehlte Arbeitsmarktpolitik betrieben wurde?
Das Problem steht doch schon seit vielen Jahren an.
Da muss erst der Bürger in Frankreich auf die Strasse gehen, damit die europäischen Nachbarstaaten und deren Bürger wach werden.
Der franzözische Premier Nicolas Sakozi wird als erster die "Ehre" haben, zu erfahren was es heisst, jahrelang am Volk vorbei zu regieren.

Gerade die französische Regierung hätte es doch besser wissen müssen, dass irgendwann das Maß voll ist und die Menschen revoltieren.

Extreme Sparprogramme lösen nicht das Problem der Massenarbeitslosigkeit. Ferner verschärfen solche nur den sozialen Unfrieden, welchen sich auf Dauer kein fortschrittliches Land in Europa leisten kann.

Die Arbeitslosen von heute, werden die Grundsicherungs-Rentner von morgen sein.
Die Probleme werden nur in die Zukunft verschoben, aber nicht gelöst.
MFG
Frau Mustermann
20.10.2010, 16:31 Uhr
Ein Faktor fehlt...
Es scheint in den Kommentaren Usus zu sein, nur einen Verantwortlichen für die aktuelle Situation auszumachen: die Politik. Die Politik kann nur Rahmenbedingungen schaffen, z.B. durch die Gesetzgebung. Herr Reinhardt vergisst den wichtigsten Faktor überhaupt in seiner Rechnung: den Menschen.

zu a) Alle Finanzmittel nützen nichts, wenn die Kinder und Jugendlichen überhaupt nicht in der Lage und willens sind, die Anforderungen in der Schule und Ausbildung zu erfüllen. Wahrscheinlich auch dadurch begründet, weil die Eltern es sich in der sozialen Hängematte bequem gemacht haben und die Kinder nie erfahren haben, wie es ist, ein nützliches Mitglied der Gesellschaft zu sein.

zu b) Einen Markt kann man nicht erschaffen - er entsteht durch Angebot und Nachfrage. Wer sich Kinder wünscht, bekommt sie auch - selbst bei ungünstigen Rahmenbedingungen. Jeder hat sein Leben selbst in der Hand und schafft sich seine Lebensbedingungen selbst.

zu c) siehe a: Voraussetzung ist, dass die Menschen willens sind, sich qualifizieren zu lassen und ihre Hängematte verlassen wollen. Es gibt zahlreiche Berufe, in den händeringend Fachkräfte gesucht werden, z.B. Altenpfleger. Doch warum gibt es nur viel zu wenige Bewerber, die wirklich arbeiten wollen?
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