Di, 13:33 Uhr
16.11.2010
Gesellschaftspolitischer St. Martin
St. Martin mal anders. Vom gesellschaftspolitischen St. Martin in Ebeleben erreichte kn folgender Bericht...
Interessierte Bürger fanden sich zum diesjährigen gesellschaftspolitischen St. Martin im Gemeindesaal der Evangelisch- Lutherischen Kirche ein, um Sabine Meier, Mitarbeiterin bei Lernen vor Ort zum Thema Marktplatz- Gute Geschäfte für Thüringen zu hören. Die Idee stammt aus den Niederlanden, seit 2006 werden derartige Projekte, angeregt von der Bertelsmann- Stiftung, auch in Deutschland angeboten.
Ein erster Modellstandort in Thüringen war dabei die Stadt Jena. In Thüringen wird die Marktplatzmethode von der Thüringer Ehrenamtsstiftung finanziell und personell begleitet. Worum geht es? Die Teilnehmer aus den verschiedenen Bereichen gehen auf gleicher Augenhöhe aufeinander zu und lernen sich kennen. Dienstleistungen, Wissen und Sachwerte werden ausgetauscht. Jede Idee zur Kooperation ist willkommen, nur Geld ist auf diesem Marktplatz tabu. In der Region fanden z.B. bereits mehrmals Marktplätze in Mühlhausen und Nordhausen statt. In Sondershausen war im September Premiere. Ziel des Marktplatzes ist es, verschiedene Akteure zusammenzubringen. Grundvoraussetzung ist das gemeinsame bürgerschaftliche Engagement, Angebot und Nachfrage regelt die Kontakte. Denn auf informelle Weise sollen die Akteure in einer dynamischen Atmosphäre ins Gespräch kommen.
Ziel ist es, denn sozialen Zusammenhalt in einem Ort oder einer Region zu entwickeln. Beim Marktplatz geht es darum, dass sich die Akteure zunächst kennen lernen und Vertrauen aufbauen. Wichtig ist dabei immer das große Ziel, sich gegenseitig zu unterstützen, ohne dass finanzielle Mittel fließen. Dabei sind nicht nur Vereine und Verbände gefragt, vielmehr geht es darum, auch die örtlichen und regionalen Unternehmen mit ins Boot zu holen. Es werden Vereinbarungen ohne rechtliche Bindung getroffen, von denen der Ort oder die Region letztendlich profitieren soll. Auf dem Marktplatz werden dazu auch Hilfskräfte wie Makler, Experten, Moderatoren und ein Schirmherr zur Seite gestellt. Die Makler unterstützen die Teilnehmer bei der Suche nach geeigneten Kooperationspartnern, die Experten prüfen die Kooperationsvereinbarungen. Um die Aktivität zu fördern gibt es zum Beispiel auch keine Sitzplätze sondern maximal Stehtische.
Damit ist bei den Teilnehmern Kreativität gefragt, wie man sich am besten in Szene setzt, besondere Kompetenzen und Fähigkeiten darstellt, um den Bekanntheitsgrad des Vereines oder Verbandes zu steigern. Die anwesenden Unternehmen erhalten bei diesen Veranstaltungen einen Überblick über die lokale Bürgergesellschaft. Der Marktplatz stellt eine interessante Alternative dar, dass Gemeinwohlorganisationen von staatlichen Leistungen unabhängiger werden können.
Solche Marktplätze dauern etwa zwei Stunden und werden mit einem Gongschlag eröffnet. Die Handelsphase dauert in der Regel eine bis anderthalb Stunden, danach werden die Vereinbarungen den Anwesenden bekannt gegeben. Frau Meier erläuterte, wie man sich in Sondershausen auf den ersten Marktplatz vorbereitet hatte. Im Vorfeld gab es Initiativtreffen, Workshops und Informationsveranstaltungen.
Zur Umsetzung des Konzeptes hatte sich eigens eine Veranstaltergruppe gebildet. Wichtig ist bereits im Vorfeld, dass vorhandene Strukturen und Netzwerke mit eingebunden werden. Die Stadt Sondershausen will im kommenden Jahr einen zweiten Marktplatz organisieren, nachdem in diesem Jahr immerhin 42 Vereinbarungen getroffen worden sind.
Ina Carlstedt, Leiterin des Karl- Marien- Hauses berichtete darüber, dass ihre Einrichtung am Sondershäuser Marktplatz teilgenommen hatte. Dabei sind mehrere Vereinbarungen abgeschlossen worden. So erhielt das Karl- Marien- Haus eine fachmännische Anleitung im Baumschnitt, im Gegenzug ist dafür Material aus der Einrichtung zur Verfügung gestellt worden. Dr. Günther Abel, Vorsitzender des Schlossparkvereins würde gern mit anderen Vereinen ins Geschäft kommen, um weiteres gegenseitiges Vertrauen im beiderseitigen Interesse aufzubauen.
Bürgermeister Uwe Vogt berichtete, dass seitens der Stadt im Rahmen des Kulturausschusses zu Veranstaltungen auch alle Vereinsvorsitzenden geladen werden. Hier besteht die Möglichkeit die Kontakte zu vertiefen. Als weitere Möglichkeit nannte er die jährliche Ehrenamtsgala, wo die Anwesenden auch schon manchen Kontakt vertieft hätten. Der evangelische Pfarrer Johannes Ziethe nannte als sinnvolles Beispiel, dass Senioren auch mal in den Kindereinrichtungen vorlesen könnten.
Des Weiteren regte er ein mögliches regionales Treffen an. Der katholische Pfarrer Otto Thonhofer sprach davon, dass Marktplätze eine gute Chance seien, aus der Starrheit des eigenen Tuns zu erwachen, um verstärkt Interesse für andere zu wecken.
Autor: khhInteressierte Bürger fanden sich zum diesjährigen gesellschaftspolitischen St. Martin im Gemeindesaal der Evangelisch- Lutherischen Kirche ein, um Sabine Meier, Mitarbeiterin bei Lernen vor Ort zum Thema Marktplatz- Gute Geschäfte für Thüringen zu hören. Die Idee stammt aus den Niederlanden, seit 2006 werden derartige Projekte, angeregt von der Bertelsmann- Stiftung, auch in Deutschland angeboten.
Ein erster Modellstandort in Thüringen war dabei die Stadt Jena. In Thüringen wird die Marktplatzmethode von der Thüringer Ehrenamtsstiftung finanziell und personell begleitet. Worum geht es? Die Teilnehmer aus den verschiedenen Bereichen gehen auf gleicher Augenhöhe aufeinander zu und lernen sich kennen. Dienstleistungen, Wissen und Sachwerte werden ausgetauscht. Jede Idee zur Kooperation ist willkommen, nur Geld ist auf diesem Marktplatz tabu. In der Region fanden z.B. bereits mehrmals Marktplätze in Mühlhausen und Nordhausen statt. In Sondershausen war im September Premiere. Ziel des Marktplatzes ist es, verschiedene Akteure zusammenzubringen. Grundvoraussetzung ist das gemeinsame bürgerschaftliche Engagement, Angebot und Nachfrage regelt die Kontakte. Denn auf informelle Weise sollen die Akteure in einer dynamischen Atmosphäre ins Gespräch kommen.
Ziel ist es, denn sozialen Zusammenhalt in einem Ort oder einer Region zu entwickeln. Beim Marktplatz geht es darum, dass sich die Akteure zunächst kennen lernen und Vertrauen aufbauen. Wichtig ist dabei immer das große Ziel, sich gegenseitig zu unterstützen, ohne dass finanzielle Mittel fließen. Dabei sind nicht nur Vereine und Verbände gefragt, vielmehr geht es darum, auch die örtlichen und regionalen Unternehmen mit ins Boot zu holen. Es werden Vereinbarungen ohne rechtliche Bindung getroffen, von denen der Ort oder die Region letztendlich profitieren soll. Auf dem Marktplatz werden dazu auch Hilfskräfte wie Makler, Experten, Moderatoren und ein Schirmherr zur Seite gestellt. Die Makler unterstützen die Teilnehmer bei der Suche nach geeigneten Kooperationspartnern, die Experten prüfen die Kooperationsvereinbarungen. Um die Aktivität zu fördern gibt es zum Beispiel auch keine Sitzplätze sondern maximal Stehtische.
Damit ist bei den Teilnehmern Kreativität gefragt, wie man sich am besten in Szene setzt, besondere Kompetenzen und Fähigkeiten darstellt, um den Bekanntheitsgrad des Vereines oder Verbandes zu steigern. Die anwesenden Unternehmen erhalten bei diesen Veranstaltungen einen Überblick über die lokale Bürgergesellschaft. Der Marktplatz stellt eine interessante Alternative dar, dass Gemeinwohlorganisationen von staatlichen Leistungen unabhängiger werden können.
Solche Marktplätze dauern etwa zwei Stunden und werden mit einem Gongschlag eröffnet. Die Handelsphase dauert in der Regel eine bis anderthalb Stunden, danach werden die Vereinbarungen den Anwesenden bekannt gegeben. Frau Meier erläuterte, wie man sich in Sondershausen auf den ersten Marktplatz vorbereitet hatte. Im Vorfeld gab es Initiativtreffen, Workshops und Informationsveranstaltungen.
Zur Umsetzung des Konzeptes hatte sich eigens eine Veranstaltergruppe gebildet. Wichtig ist bereits im Vorfeld, dass vorhandene Strukturen und Netzwerke mit eingebunden werden. Die Stadt Sondershausen will im kommenden Jahr einen zweiten Marktplatz organisieren, nachdem in diesem Jahr immerhin 42 Vereinbarungen getroffen worden sind.
Ina Carlstedt, Leiterin des Karl- Marien- Hauses berichtete darüber, dass ihre Einrichtung am Sondershäuser Marktplatz teilgenommen hatte. Dabei sind mehrere Vereinbarungen abgeschlossen worden. So erhielt das Karl- Marien- Haus eine fachmännische Anleitung im Baumschnitt, im Gegenzug ist dafür Material aus der Einrichtung zur Verfügung gestellt worden. Dr. Günther Abel, Vorsitzender des Schlossparkvereins würde gern mit anderen Vereinen ins Geschäft kommen, um weiteres gegenseitiges Vertrauen im beiderseitigen Interesse aufzubauen.
Bürgermeister Uwe Vogt berichtete, dass seitens der Stadt im Rahmen des Kulturausschusses zu Veranstaltungen auch alle Vereinsvorsitzenden geladen werden. Hier besteht die Möglichkeit die Kontakte zu vertiefen. Als weitere Möglichkeit nannte er die jährliche Ehrenamtsgala, wo die Anwesenden auch schon manchen Kontakt vertieft hätten. Der evangelische Pfarrer Johannes Ziethe nannte als sinnvolles Beispiel, dass Senioren auch mal in den Kindereinrichtungen vorlesen könnten.
Des Weiteren regte er ein mögliches regionales Treffen an. Der katholische Pfarrer Otto Thonhofer sprach davon, dass Marktplätze eine gute Chance seien, aus der Starrheit des eigenen Tuns zu erwachen, um verstärkt Interesse für andere zu wecken.