Di, 14:25 Uhr
16.11.2010
Gedenktafel enthüllt
Heute wurde in Sondershausen eine Gedenktafel enthüllt. Helmut Köhler beleuchtete den geschichtlichen Hintergrund während kn alles mit der Kamera festhielt...
Am Dienstag, dem 16. November, mittags "mit dem Glockenschlag zwölf" (wie Goethe über den Zeitpunkt seiner Geburt schreibt), wurde an der Villa Gartenstraße 15 zu Ehren ihres Erbauers, des Regierungs- und Oberbaurats Otto Erlandsen (1858 - 1910) und des langjährigen Bewohners, des Bürgermeisters und Stadtbaurats Otto Burkhardt (1869 - 1956) eine Gedenktafel enthüllt. Die in den letzten zwei Jahren stattgefundene Sanierung des 1898 erbauten Gebäudes fand damit auch seinen formellen Abschluss.
Die metallene Tafel ist in einem Farbton gehalten, der die intensive Farbigkeit des Hauses aufgreift und sich insbesondere bei Sonnenschein in die Farben der Fassade einordnet. Dies ist ein Novum bei der Gestaltung von Gedenktafeln in der Stadt.
Die Enthüllung fand unter dem Geläut der Mittagsglocke der nahen Trinitatiskirche statt. Auch dies ist als etwas Besonderes anzusehen, dass die Leistungen der anerkannten Sondershäuser Baumeister O. Erlandsen und O. Burkhardt sowie der jetzigen Eigentümerin Frau U. Hofsaess und ihrer Architektin Frau Dr. A. Löffler zusätzlich heraushebt. Herr Bürgermeister Kreyer würdige dies mit seiner Anwesenheit und seinen Worten.
Ulike Hofsaess und Bürgermeister Joachim Kreyer bei der Enthöllung der Gedenktafel.
Der Akt der Enthüllung wurde verbunden mit einem Rückblick auf Leben und Wirken der auf der Gedenktafel verzeichneten Baumeister.
Der in Erfurt 1858 geborene Oberbaurat Erlandsen hat seinen ersten Erfolg bei Neubau des Erfurter Hauptbahnhofs 1892/1894 feiern können. Seinem wertvollen Denkmalcharakter entsprechend blieb das Eingangs- und Empfangsgebäude beim großen Umbau im letzten Jahrzehnt erhalten und wurde in den modernen Neubau integriert.
Auch Erlandsens Sondershäuser Bauten sind zum Denkmal geworden. Als Fürstlicher Regierungs- und Baurat begann er seine segensreiche Tätigkeit in Sondershausen im Jahr 1896. Bereits 1901 erhielt er das Schwarzburger Ehrenkreuz und 1906 den Titel Oberbaurat. Als wichtigste seiner Bauten sind zu nennen: das Gebäude des Stifts (1902), die Hülsemannsche Villa (August-Bebel-Straße 54, ca. 1905), das katholische Pfarramt (1908). Hinzu kommt u.a. der Löwenbrunnen am Markt (1905) und Sarkophage in der Fürstlichen Grabkapelle. Otto Erlandsen starb bereits 1910.
Ulike Hofsaess und Helmut Köhler. Es ist ein seltener Fotoschuss, denn den immer noch sehr mit Kunst und Kultur verbundenen ehemaligen Kulturamtsleiter auf dem Foto zu haben ist nicht einfach, der er sehr gern im Hintergrund agiert.
Ein viel höheres Alter erreichte der langjährige 2. Bürgermeister und Stadtbaumeister von Sondershausen Otto Burkhardt mit 88 Jahren bei seinem Tode 1956. Er war 1899 nach Lehr- und Wanderjahren nach Sondershausen gekommen. Er verantwortete neben dem ehemaligen Technikerheim in der heutigen Cannabichstraße (1909) die Errichtung der schönen Bauten in der Gartenstraße, der Possenallee und der heutigen Wilhelm-Külz-Straße, die dieses Quartier zu einem Villenviertel werden ließen. Parallel dazu leitete er die Entwicklung der Infrastruktur weiter Teile unserer Stadt zu Beginn des vorigen Jahrhunderts.
Gedenktafel enthüllt (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Otto Burkhardt hat uns seine chronistischen Aufzeichnungen aus seinen Sondershäuser Wirkungsjahren 1896 - 1956 hinterlassen, die er selbst mit dem Untertitel "Sondershausen in guten und trüben Tagen" versehen hatte. Seine "Erinnerungen und Betrachtungen" sind ein wertvolles Dokument geworden.
Mit dieser Tafel wird nicht nur den beiden Baumeistern am Ort ihres Wirkens ein Denkmal gesetzt. Erlandsens Villa erhält damit in besonderer Weise eine Zierde und Schmuck.
Helmut Köhler
Autor: khhAm Dienstag, dem 16. November, mittags "mit dem Glockenschlag zwölf" (wie Goethe über den Zeitpunkt seiner Geburt schreibt), wurde an der Villa Gartenstraße 15 zu Ehren ihres Erbauers, des Regierungs- und Oberbaurats Otto Erlandsen (1858 - 1910) und des langjährigen Bewohners, des Bürgermeisters und Stadtbaurats Otto Burkhardt (1869 - 1956) eine Gedenktafel enthüllt. Die in den letzten zwei Jahren stattgefundene Sanierung des 1898 erbauten Gebäudes fand damit auch seinen formellen Abschluss.
Die metallene Tafel ist in einem Farbton gehalten, der die intensive Farbigkeit des Hauses aufgreift und sich insbesondere bei Sonnenschein in die Farben der Fassade einordnet. Dies ist ein Novum bei der Gestaltung von Gedenktafeln in der Stadt.
Die Enthüllung fand unter dem Geläut der Mittagsglocke der nahen Trinitatiskirche statt. Auch dies ist als etwas Besonderes anzusehen, dass die Leistungen der anerkannten Sondershäuser Baumeister O. Erlandsen und O. Burkhardt sowie der jetzigen Eigentümerin Frau U. Hofsaess und ihrer Architektin Frau Dr. A. Löffler zusätzlich heraushebt. Herr Bürgermeister Kreyer würdige dies mit seiner Anwesenheit und seinen Worten.
Ulike Hofsaess und Bürgermeister Joachim Kreyer bei der Enthöllung der Gedenktafel.
Der Akt der Enthüllung wurde verbunden mit einem Rückblick auf Leben und Wirken der auf der Gedenktafel verzeichneten Baumeister.
Der in Erfurt 1858 geborene Oberbaurat Erlandsen hat seinen ersten Erfolg bei Neubau des Erfurter Hauptbahnhofs 1892/1894 feiern können. Seinem wertvollen Denkmalcharakter entsprechend blieb das Eingangs- und Empfangsgebäude beim großen Umbau im letzten Jahrzehnt erhalten und wurde in den modernen Neubau integriert.
Auch Erlandsens Sondershäuser Bauten sind zum Denkmal geworden. Als Fürstlicher Regierungs- und Baurat begann er seine segensreiche Tätigkeit in Sondershausen im Jahr 1896. Bereits 1901 erhielt er das Schwarzburger Ehrenkreuz und 1906 den Titel Oberbaurat. Als wichtigste seiner Bauten sind zu nennen: das Gebäude des Stifts (1902), die Hülsemannsche Villa (August-Bebel-Straße 54, ca. 1905), das katholische Pfarramt (1908). Hinzu kommt u.a. der Löwenbrunnen am Markt (1905) und Sarkophage in der Fürstlichen Grabkapelle. Otto Erlandsen starb bereits 1910.
Ulike Hofsaess und Helmut Köhler. Es ist ein seltener Fotoschuss, denn den immer noch sehr mit Kunst und Kultur verbundenen ehemaligen Kulturamtsleiter auf dem Foto zu haben ist nicht einfach, der er sehr gern im Hintergrund agiert.
Ein viel höheres Alter erreichte der langjährige 2. Bürgermeister und Stadtbaumeister von Sondershausen Otto Burkhardt mit 88 Jahren bei seinem Tode 1956. Er war 1899 nach Lehr- und Wanderjahren nach Sondershausen gekommen. Er verantwortete neben dem ehemaligen Technikerheim in der heutigen Cannabichstraße (1909) die Errichtung der schönen Bauten in der Gartenstraße, der Possenallee und der heutigen Wilhelm-Külz-Straße, die dieses Quartier zu einem Villenviertel werden ließen. Parallel dazu leitete er die Entwicklung der Infrastruktur weiter Teile unserer Stadt zu Beginn des vorigen Jahrhunderts.
Gedenktafel enthüllt (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Otto Burkhardt hat uns seine chronistischen Aufzeichnungen aus seinen Sondershäuser Wirkungsjahren 1896 - 1956 hinterlassen, die er selbst mit dem Untertitel "Sondershausen in guten und trüben Tagen" versehen hatte. Seine "Erinnerungen und Betrachtungen" sind ein wertvolles Dokument geworden.Mit dieser Tafel wird nicht nur den beiden Baumeistern am Ort ihres Wirkens ein Denkmal gesetzt. Erlandsens Villa erhält damit in besonderer Weise eine Zierde und Schmuck.
Helmut Köhler










