Sa, 07:34 Uhr
27.11.2010
HIV-Therapie beeinflussen
Die Wirkung von Arzneimitteln zur Behandlung der Immunschwächekrankheit AIDS kann durch die gleichzeitige Einnahme anderer Arzneimittel beeinflusst werden. Thüringens Apothekerinnen und Apotheker raten HIV-Patienten und deren Angehörigen daher, sich vor dem Kauf von Arzneimitteln zur Selbstmedikation beraten zu lassen.
"Bei einer HIV-Therapie werden meist mehrere Arzneimittel miteinander kombiniert, die unterschiedliche Wirkmechanismen haben", erklärt Apothekerin Julie Garke, Pressesprecherin der Nordhäuser Region. "Diese Behandlungsstrategie wird bereits seit einigen Jahren eingesetzt, um die Vermehrung des Virus zu verhindern. Allerdings: Durch den Einsatz verschiedener Medikamente können Wechselwirkungen im Vergleich zu anderen Therapien besonders häufig auftreten", so Garke weiter.
Beispielsweise kann Johanniskraut, das zur Beruhigung und Stimmungsaufhellung dient, die Wirksamkeit einiger HIV-Medikamente verringern. "Inhaltsstoffe dieser Pflanze greifen an einem Leberenzym an, das den Abbau der Arzneistoffe beschleunigt. Die Konzentration der Medikamente im Blut reicht dann nicht mehr aus, um effektiv zu wirken", so Garke. Einen ähnlichen Effekt können hoch dosierte Knoblauchpräparate haben.
So paradox es klingt: Vor allem auf pflanzliche Präparate zur Stärkung des Immunsystems sollten HIV-Patienten besser verzichten. Sie können den Krankheitsverlauf beeinträchtigen und schlimmstenfalls sogar die Vermehrung des Virus begünstigen und damit das Gegenteil des gewünschten Effekts bewirken. "Durch die Anregung der Abwehrkräfte wird die Zahl der so genannten Helferzellen erhöht. Da die HI-Viren diese Zellen des Immunsystems für die Vermehrung nutzen, kann es nach der Einnahme entsprechender Präparate zu einem Anstieg der Erreger im Blut kommen", sagt Garke. HIV-Patienten sollten daher vor allem Medikamente mit der Heilpflanze Echinacea (Sonnenhut) meiden. Aber auch Ginseng, Taiga- und Pelargoniumwurzel regen das Immunsystem an und sind tabu.
"Wie die Beispiele zeigen, ist die Einnahme von Phytopharmaka nicht immer harmlos. Denn auch sie haben eine pharmakologische Wirkung und greifen in den Organsimus ein", so Garke. Vor der Einnahme freiverkäuflicher Präparate sollten sich Patienten daher unbedingt erkundigen, ob das jeweilige Produkt die Krankheit oder die Wirkung der verordneten Arzneimittel beeinflussen kann. "Apotheken sind die ideale Anlaufstelle, wenn es um Fragen zur Wirkung von Arzneimitteln geht."
Autor: nnz"Bei einer HIV-Therapie werden meist mehrere Arzneimittel miteinander kombiniert, die unterschiedliche Wirkmechanismen haben", erklärt Apothekerin Julie Garke, Pressesprecherin der Nordhäuser Region. "Diese Behandlungsstrategie wird bereits seit einigen Jahren eingesetzt, um die Vermehrung des Virus zu verhindern. Allerdings: Durch den Einsatz verschiedener Medikamente können Wechselwirkungen im Vergleich zu anderen Therapien besonders häufig auftreten", so Garke weiter.
Beispielsweise kann Johanniskraut, das zur Beruhigung und Stimmungsaufhellung dient, die Wirksamkeit einiger HIV-Medikamente verringern. "Inhaltsstoffe dieser Pflanze greifen an einem Leberenzym an, das den Abbau der Arzneistoffe beschleunigt. Die Konzentration der Medikamente im Blut reicht dann nicht mehr aus, um effektiv zu wirken", so Garke. Einen ähnlichen Effekt können hoch dosierte Knoblauchpräparate haben.
So paradox es klingt: Vor allem auf pflanzliche Präparate zur Stärkung des Immunsystems sollten HIV-Patienten besser verzichten. Sie können den Krankheitsverlauf beeinträchtigen und schlimmstenfalls sogar die Vermehrung des Virus begünstigen und damit das Gegenteil des gewünschten Effekts bewirken. "Durch die Anregung der Abwehrkräfte wird die Zahl der so genannten Helferzellen erhöht. Da die HI-Viren diese Zellen des Immunsystems für die Vermehrung nutzen, kann es nach der Einnahme entsprechender Präparate zu einem Anstieg der Erreger im Blut kommen", sagt Garke. HIV-Patienten sollten daher vor allem Medikamente mit der Heilpflanze Echinacea (Sonnenhut) meiden. Aber auch Ginseng, Taiga- und Pelargoniumwurzel regen das Immunsystem an und sind tabu.
"Wie die Beispiele zeigen, ist die Einnahme von Phytopharmaka nicht immer harmlos. Denn auch sie haben eine pharmakologische Wirkung und greifen in den Organsimus ein", so Garke. Vor der Einnahme freiverkäuflicher Präparate sollten sich Patienten daher unbedingt erkundigen, ob das jeweilige Produkt die Krankheit oder die Wirkung der verordneten Arzneimittel beeinflussen kann. "Apotheken sind die ideale Anlaufstelle, wenn es um Fragen zur Wirkung von Arzneimitteln geht."
