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Sa, 10:32 Uhr
04.12.2010

Umweltbelastung Unstrut - Wipper (2)

Gewässerschützer untersuchten die Unstrut und die Wipper. Dabei kommt der Verein VSR-Gewässerschutz e.V. (www.vsr-gewaesserschutz.de) zu Ergebinssen, die erschreckend sind. Im Teil 2 finden Sie die Pressmitteilung für die Wipper...

400 Milligramm Chlorid pro Liter fanden die Spezialisten vom VSR-Gewässerschutz im September 2010 in der Wipper bei Niedergebra. Diese Belastung stieg dann auf Werte oberhalb vom 1000 Milligramm im Raum Sondershausen an. Die höchste Konzentration lag mit 1100 Milligramm in Seega vor. Im weiteren Bachverlauf sank die Belastung bis Kindelbrück auf 885 Milligramm. Diese hohe Chloridfracht der Wipper führte zu einer starken Belastung der Unstrut, wie Messungen im Mai schon belegten. Mit ihrem Zufluss erhöhte sich die Chloridkonzentration in der Unstrut schlagartig von 95 auf 175 Milligramm pro Liter. Im weiteren Verlauf kletterte die Chloridbelastung weiter an. In Nebra stellten die Umweltschützer sogar 290 Milligramm pro Liter fest. In dieser Größenordnung verbliebt die Belastung bis zu ihrer Mündung in die Saale.

Werte oberhalb von 50 Milligramm Chlorid pro Liter weisen schon auf eine deutliche Belastung durch menschliche Aktivitäten hin, Bleibt der Wert aber unterhalb von 100 ist mit keiner Beeinträchtigung des Lebens im Fluss zu rechnen. Auch jegliche Wassernutzung ist bei diesem Salzgehalt möglich. Daher hat die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA), der auch das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt angehört, für den Parameter Chlorid einen Richtwert von 100 Milligramm pro Liter festgelegt. Die Forderung der europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) für einen guten ökologischen Zustand ist für die Unstrut unterhalb Sachsenburg und den gesamten Untersuchungsbereich der Wipper nicht erreicht. Ab 200 Milligramm sind erste ökologische Beeinträchtigungen zu erwarten. Insekten Krebse und Fische werden geschädigt oder verdrängt. Es treten immer mehr salztolerante Arten auf. Die Selbstreinigung des Flusses verringert sich. Auch zum Bewässern im Garten und auf den Feldern ist dieses Wasser nicht mehr geeignet.

Im Rahmen des Projektes „Salzbelastung aus Industrie und Bergbau“ untersuchen die Gewässerschützer bundesweit Fließgewässer. Chloridkonzentrationen von über 1000 Milligramm pro Liter wie aktuell in der Wipper gemessen, haben sie dabei in den letzten Jahren nur in der Werra, die durch die Einleitungen der Kaliindustrie verschmutzt wird, festgestellt. Vergleichbare Belastungen wie im Unterlauf der Unstrut findet man auch in der Lippe, die durch Einleitungen aus
dem Steinkohlebergbau belastet ist.

Weitere Informationen über die Arbeit und die Ergebnisse der Messungen der Umweltschützer können auf der Web.Seite www.VSR-Gewaesserschutz.de nachlesen werden.

Dipl.-Phys. Harald Gülzow
Pressesprecher
Verein VSR-Gewässerschutz e.V.
Salzbelastung Unstrut-Wipper (Foto: Verein VSR-Gewässerschutz e.V.)
Autor: khh

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