Do, 17:24 Uhr
27.01.2011
WAGO mit Rekordhoch
Die Wago Kontakttechnik GmbH & Co KG, die in Sondershausen über ein wesentliches Standbein verfügt, durchbricht 2010 die Umsatzgrenze von 500 Millionen Euro. Für Sie war kn heute bei der Bilanzpressekonferenz dabei...
Am Standort Sondershausen hatte Wago (Stammsitz ist Minden) die Presse zu einer Bilanzpressekonferenz geladen. Das man hier in Sondershausen auch so eine Bilanzpresskonferenz durchführt und nicht nur am Stammsitz in Minden unterstreicht, welchen Wert die Geschäftsführung auf den Standort Sondershausen legt. Die Bevölkerung und die Belegschaft soll merken, wie wichtig dieser Standort für uns ist.
Das sagten die beiden Geschäftsführer der Wago, Sven Hohorst (stehend) und Axel Christian Börner, bei der heutigen Pressekonferenz am Nachmittag. Dabei konnte man feststellen, dass Wago recht gut durch die Wirtschaftskrise gekommen war. Wago ist der größte produzierende Standort in Nordthüringen, und auch unter den Top Ten in ganz Thüringen.
Den Wago- Standort Schweiz traf der Konjunktureinbruch im letzten Quartal 2008 zuerst. Innerhalb von vier Wochen brach der Auftragseingang um mehr als 30 % ein. Zeitversetzt wurden die anderen Wago-Gesellschaften mit der Krise konfrontiert. Ende 2008 mussten dann auch in Sondershausen und Minden notwendige Maßnahmen ergriffen werden: Ein generellerer Sparkurs verbunden mit Kurzarbeit. Alle Maßnahmen standen unter der Vorgabe der Geschäftsleitung "mit einem maximalen Personalbestand durch die Krise zu kommen", um nach der Krise dann verzögerungsfrei "durchstarten" zu können.
Alle Auguren prognostizierten eine lange Durststrecke. Daher richteten sich alle Führungskräfte und jeder einzelne Mitarbeiter entsprechend auf die Situation ein. Aber bereits Mitte 2009 deuteten die ersten Signale einen leichten Aufschwung an. In der Folge entstanden erhebliche Beschaffungsengepässe bei Rohstoffen und elektronischen Bauteilen. Im September 2009 konnte die Kurzarbeit in der gesamten Wago-Gruppe beendet werden.
Geschäftsjahr 2010 hervorragend
Mit einem Umsatz von über 500 Mio. € hat Wago in 2010 ein neues "All-time-high" erreicht. Ein Ziel, das zwar angepeilt aber zu Beginn des Jahres nicht wirklich erwartet wurde. An diesem Erfolg haben alle Mitarbeiter durch ihren unermüdlichen Einsatz maßgeblichen Anteil. Die halbe Milliarde bedeutet ein Plus von 30 % zum Vorjahr. Damit wurde auch der Umsatz 2008 mit 10 % übertroffen.
Dabei verteilte sich der Umsatz auf Deutschland und die Schweiz mit 37,2 Prozent, sonstiges Europa auf 34,4 Prozent und die restliche Welt mit 28,4 Prozent. Besonders erfruet war man, dass neben den Schwerpunkten Indien und China auch der japanische Markt besser bedient werden konnte.
Das zum Jahresende 2009 von der Geschäftsführung gesteckte Ziel "mit maximalem Personalbestand durch die Krise zu kommen" ist dann auch tatsächlich erreicht worden. Per 31.12.2010 sind in der Gruppe ca. 5.300 Personen beschäftigt (plus 500 im Vergleich zum Vorjahr).
Per 01.01.2011 sind am Standort in Minden ca. 1500 und in Sondershausen ca. 1000 Mitarbeiter/innen beschäftigt. Damit arbeiten rund 50 % aller Wago- Mitarbeiter in Deutschland. Stolz konnte Sven Hohorst berichten, dass es gelungen war, trotz eines Umsatzeinbruches während der Krise mit nahe zu der gleichen Zahl an Arbeitskräften weiter arbeiten zu können.
Zur Frage anderer Geschäftsstandorte sagte Geschäftsführer Axel Börner: "Nicht wegen jedes Kostenvorteils werden wir unseren Standort verändern. Verlagerung ins Ausland kommt für uns nur in Frage, wenn es wirklich keine Alternative gibt. Und auch der emotionale Teil spielt mit, den Sven Hohorst sagte, wir gefällt es in Deutschland und hier will ich nicht weg.
Für 2010 plante die Gruppe Investitionen von knapp über 42 Mio. €. Nach vorläufiger Berechnung (der testierte Jahresabschluss kommt erst zum März 2011) wurden jedoch aufgrund des rasanten Wachstums knapp 60 Mio. Euro realisiert.
Das überproportionale Umsatzwachstum ist im Wesentlichen durch die folgenden Faktoren begründet:
Darüber hinaus erhält jeder Mitarbeiter mit einer Betriebszugehörigkeit von über 5 Jahren 800 € Prämie als Einzahlung in die neu konzipierte betriebliche Altersversorgung. Außerdem haben Gesellschafter und Geschäftsführung beschlossen, in 2011 ein neues Mitarbeiterversorgungsmodell einzuführen.
Vier Bausteine machen das Modell aus:
Wachstum durch Innovation lässt sich nur mit qualifiziertem Personal nachhaltig sicherstellen. Die Ausbildung der eigenen Nachwuchskräfte ist daher bei Wago seit Jahren ein langfristig angelegtes Konzept, das mit Priorität verfolgt wird. Im August 2010 konnten wieder 60 Auszubildende und Studenten an den Standorten in Minden und Sondershausen ihr neues Berufsumfeld intensiv kennen lernen.
Derzeit befinden sich bei Wago ca. 230 junge Menschen in einem Ausbildungsverhältnis, davon 78 in Sondershausen. Die Qualifizierung der Mitarbeiter in ihrem Aufgabengebiet, die Entwicklung der sozialen Kompetenz oder die Unterstützung berufsbegleitender Maßnahmen gehören zum umfangreichen Katalog der Qualifizierungsangebote.
So ist es nur folgerichtig, dass sich Wago auch für den Ausbau des Fachhochschulstandortes Minden nachhaltig engagiert. Neben den Präsenzstudiengängen überzeugt das Konzept der "praxisintegrierten Studiengänge" durch die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis: Die Studenten erfahren, welche Anforderungen in der betrieblichen Praxis gestellt werden. Im "Training on the Job" wird das theoretische Wissen direkt und konkret z. B. in einem Projekt angewendet. Dabei werden Kontakte geknüpft und die Firmenkultur "hautnah" erlebt.
Ausblick und Planung 2011
Mit Blick nach vorn sieht Wago aber auch die Chancen. So treibt weiterhin die Nachfrage aus Fernost das Wachstum und auch für die Binnennachfrage ist mit einer moderaten Steigerung zu rechnen. Die neuen Produkte aus den letzten Jahren tragen zunehmend das Wachstum. In der Verbindungstechnik sind zwei Highlights die neue Dosenklemmenserie 2273 und die Schaffung eines neuen Gebäudeinstallationsstandards mit den Winsta-Linect-Klemmen.
Wago-Produkte kommen zunehmend auch in wichtigen Zukunftsmärkten zum Einsatz. Die Flexibilität und die Offenheit der Wago-Komponenten mit modularen und frei programmierbaren Systemen ist hierbei ein entscheidender Vorteil. So regeln zum Beispiel Wago-Controller und Industrie-PCs den Ladevorgang der Akkus im Forschungsprojekt PlanetSolar, dem weltweit größten Solarboot. Die intelligente Kommunikation in Elektrotankstellen erfolgt beim Kunden beCHARGED ebenfalls über Wago-Controller.
Die Identifikation des "Tankkunden" mittels eindeutiger Identitifikationschipkarten (RFID), die Ladezeit, die Energiemenge, die Abrechnungsdaten und eventuelle Störmeldungen laufen im Ethernet-Controller zusammen und ermöglichen so eine sichere Datenverarbeitung und eine genaue Abrechnung. Mehrere dezentrale und vernetzte Wago-Controller steuern den derzeit größten "BioEnergie Park" Deutschlands in Güstrow. Wago-Produkte sind mit ihrem hohen Qualitätsniveau und der sprichwörtlichen Zuverlässigkeit in Pilotprojekten und Standardanwendungen der Energieeffizienz, der erneuerbaren Energien und bei E-Mobility ganz vorn dabei. Mit den vorhandenen und den neuen Produkten, verbunden mit speziellem Anwendungswissen, ist Wago damit auch für diese Zukunftsmärkte gut aufgestellt.
Umsatzseitig plant Wago einen Zuwachs von knapp 10 %. Die Beschäftigung wird in der Gruppe und insbesondere an den Standorten in Minden und Sondershausen weiter zunehmen. Hier könnte sich allerdings die Gewinnung von Fachkräften als bremsender Faktor auswirken. Am Standort Minden werden derzeit über 150 Fachkräfte, insbesondere Entwicklungsingenieure, gesucht.
Eine wesentliche Voraussetzung und erklärte Unternehmensphilosophie ist, Wachstum über innovative Produkte langfristig zu sichern. Dazu sind, neben den Fachkräften in Entwicklung, Produktion und Vertrieb, entsprechende Investitionen in Gebäude, Maschinen, Anlagen und Produktinnovationen notwendig. In 2011 wird Wago mit knapp 100 Mio. € die höchste Investitionssumme der Unternehmensgeschichte bereitstellen.
Am Standort Minden wird ein Bürogebäude für 250 Arbeitsplätze (Investitionsvolumen knapp 10 Mio. €) entstehen. Mit neuen Anlagen wird die Innovationskraft, Leistungsfähigkeit und Produktivität in der Fertigung sichergestellt. Zwar werden in Sondershausen keine neuen Gebäude gebaut, so Hohorst, aber in den Hallen wird sich einiges verändern. Es werden eine ganz Reihe neuer Maschinen aufgestellt, welche die Effektivität der Produktion wesentlich erhöhen werden. Auch wird das Logistikzentrum (das die gesamte Welt beliefert) weiter modernisiert. Noch, so die Betonung, werden wir aber ohne Erweiterungsbau auskommen, aber bei der Regalbestückung werden wir einiges verändern müssen, so Hohorst zu diesem Thema
Wesentliche Erweiterungen stehen 2011 auch in den Tochtergesellschaften in Polen, in China und in der Schweiz auf dem Plan. Insgesamt erfreuliche Perspektiven für eine prosperierende Unternehmensentwicklung. Mit 28 Tochtergesellschaften und 31 Handelsvertretungen, die über 60 Länder beliefern zählt Wago sicher zu den Global-Playern auf ihrem Gebiet, dass ist manchen in der Region noch gar nicht bewusst. Dabei meinte Hohorst nicht etwa nur Sondershausen, sondern auch das wesentlich größere Minden.
Ein Schwerpunkt in der anschließenden Diskussion war auch nochmals die Ausbildung und die Frage der qualifizierten Arbeitskräfte. Wir bilden fast vollständig die Fachkräfte aus, die wir auch in der Produktion brauchen sagte Hohorst, u.a. natürlich besonders Mechatroniker. Bei Wago muss man schon mehr als die vier Grundrechenaufgaben beherrschen, um Maschinen zu bedienen, die einen Wert von teilweise schon 1,5 Millionen Euro haben.
Auf die Frage, ob das Niveau der Schulabgänger reicht, kam eine diplomatische Antwort. Auf der einen Seite, so Hohorst, hat für ihn das föderale System der Ausbildung versagt, da mit in den einzelnen Bundesländern nicht mal das Niveau eines Gymnasialabschlusses vergleichen kann, auf der anderen Seite har es auch Verbesserungen gegeben. Gerade in der Region zu verzeichnen lobte Hohorst, dass sich die Zusammenarbeit mit den Schulen verbessert hat. Die Schulen kommen wieder in den Betrieb, um kennen zu lernen, wie es denn in so einem Großbetrieb abläuft.
Zusammenfassend kann man feststellen, Wago hat nicht nur eine gute Entwicklung genommen, sondern auch die Aussichten werden sehr positiv eingeschätzt. Damit bleibt Wago auch mit Sicherheit eine wirtschaftliche Stütze auch in der Region hier am Kyffhäuser.
Autor: khhAm Standort Sondershausen hatte Wago (Stammsitz ist Minden) die Presse zu einer Bilanzpressekonferenz geladen. Das man hier in Sondershausen auch so eine Bilanzpresskonferenz durchführt und nicht nur am Stammsitz in Minden unterstreicht, welchen Wert die Geschäftsführung auf den Standort Sondershausen legt. Die Bevölkerung und die Belegschaft soll merken, wie wichtig dieser Standort für uns ist.
Das sagten die beiden Geschäftsführer der Wago, Sven Hohorst (stehend) und Axel Christian Börner, bei der heutigen Pressekonferenz am Nachmittag. Dabei konnte man feststellen, dass Wago recht gut durch die Wirtschaftskrise gekommen war. Wago ist der größte produzierende Standort in Nordthüringen, und auch unter den Top Ten in ganz Thüringen.
Den Wago- Standort Schweiz traf der Konjunktureinbruch im letzten Quartal 2008 zuerst. Innerhalb von vier Wochen brach der Auftragseingang um mehr als 30 % ein. Zeitversetzt wurden die anderen Wago-Gesellschaften mit der Krise konfrontiert. Ende 2008 mussten dann auch in Sondershausen und Minden notwendige Maßnahmen ergriffen werden: Ein generellerer Sparkurs verbunden mit Kurzarbeit. Alle Maßnahmen standen unter der Vorgabe der Geschäftsleitung "mit einem maximalen Personalbestand durch die Krise zu kommen", um nach der Krise dann verzögerungsfrei "durchstarten" zu können.
Alle Auguren prognostizierten eine lange Durststrecke. Daher richteten sich alle Führungskräfte und jeder einzelne Mitarbeiter entsprechend auf die Situation ein. Aber bereits Mitte 2009 deuteten die ersten Signale einen leichten Aufschwung an. In der Folge entstanden erhebliche Beschaffungsengepässe bei Rohstoffen und elektronischen Bauteilen. Im September 2009 konnte die Kurzarbeit in der gesamten Wago-Gruppe beendet werden.
Geschäftsjahr 2010 hervorragend
Mit einem Umsatz von über 500 Mio. € hat Wago in 2010 ein neues "All-time-high" erreicht. Ein Ziel, das zwar angepeilt aber zu Beginn des Jahres nicht wirklich erwartet wurde. An diesem Erfolg haben alle Mitarbeiter durch ihren unermüdlichen Einsatz maßgeblichen Anteil. Die halbe Milliarde bedeutet ein Plus von 30 % zum Vorjahr. Damit wurde auch der Umsatz 2008 mit 10 % übertroffen.
Dabei verteilte sich der Umsatz auf Deutschland und die Schweiz mit 37,2 Prozent, sonstiges Europa auf 34,4 Prozent und die restliche Welt mit 28,4 Prozent. Besonders erfruet war man, dass neben den Schwerpunkten Indien und China auch der japanische Markt besser bedient werden konnte.
Das zum Jahresende 2009 von der Geschäftsführung gesteckte Ziel "mit maximalem Personalbestand durch die Krise zu kommen" ist dann auch tatsächlich erreicht worden. Per 31.12.2010 sind in der Gruppe ca. 5.300 Personen beschäftigt (plus 500 im Vergleich zum Vorjahr).
Per 01.01.2011 sind am Standort in Minden ca. 1500 und in Sondershausen ca. 1000 Mitarbeiter/innen beschäftigt. Damit arbeiten rund 50 % aller Wago- Mitarbeiter in Deutschland. Stolz konnte Sven Hohorst berichten, dass es gelungen war, trotz eines Umsatzeinbruches während der Krise mit nahe zu der gleichen Zahl an Arbeitskräften weiter arbeiten zu können.
Zur Frage anderer Geschäftsstandorte sagte Geschäftsführer Axel Börner: "Nicht wegen jedes Kostenvorteils werden wir unseren Standort verändern. Verlagerung ins Ausland kommt für uns nur in Frage, wenn es wirklich keine Alternative gibt. Und auch der emotionale Teil spielt mit, den Sven Hohorst sagte, wir gefällt es in Deutschland und hier will ich nicht weg.
Für 2010 plante die Gruppe Investitionen von knapp über 42 Mio. €. Nach vorläufiger Berechnung (der testierte Jahresabschluss kommt erst zum März 2011) wurden jedoch aufgrund des rasanten Wachstums knapp 60 Mio. Euro realisiert.
Das überproportionale Umsatzwachstum ist im Wesentlichen durch die folgenden Faktoren begründet:
- Die wirtschaftliche Erholung der BRIC-Staaten (insbesondere China) und der USA
- Der Erhalt der Beschäftigung in der Krise erlaubte eine nahezu verzögerungsfreie Reaktion auf die Erholung der Weltwirtschaft.
- Die zusätzlichen Investitionen sicherten die notwendigen Produktionskapazitäten.
- Der Einsatz und die hohe Motivation unserer Mitarbeiter auf allen Ebenen war die unabdingbare Grundlage für die Umsetzung der extremen Anforderungen.
Darüber hinaus erhält jeder Mitarbeiter mit einer Betriebszugehörigkeit von über 5 Jahren 800 € Prämie als Einzahlung in die neu konzipierte betriebliche Altersversorgung. Außerdem haben Gesellschafter und Geschäftsführung beschlossen, in 2011 ein neues Mitarbeiterversorgungsmodell einzuführen.
Vier Bausteine machen das Modell aus:
- Jeder Mitarbeiter erhält nach 5 Jahren Betriebszugehörigkeit pro Jahr Betriebszugehörigkeit 341 € bei Erreichen des Rentenalters
- Gewinnabhängige Einzahlung in die Altersversorgung durch Wago (800 € in 2011)
- Attraktives Altersversorgungsmodell mit Förderung durch Wago
- Attraktive Berufsunfähigkeitsabsicherung mit möglicher Unterstützung seitens Wago
Wachstum durch Innovation lässt sich nur mit qualifiziertem Personal nachhaltig sicherstellen. Die Ausbildung der eigenen Nachwuchskräfte ist daher bei Wago seit Jahren ein langfristig angelegtes Konzept, das mit Priorität verfolgt wird. Im August 2010 konnten wieder 60 Auszubildende und Studenten an den Standorten in Minden und Sondershausen ihr neues Berufsumfeld intensiv kennen lernen.
Derzeit befinden sich bei Wago ca. 230 junge Menschen in einem Ausbildungsverhältnis, davon 78 in Sondershausen. Die Qualifizierung der Mitarbeiter in ihrem Aufgabengebiet, die Entwicklung der sozialen Kompetenz oder die Unterstützung berufsbegleitender Maßnahmen gehören zum umfangreichen Katalog der Qualifizierungsangebote.
So ist es nur folgerichtig, dass sich Wago auch für den Ausbau des Fachhochschulstandortes Minden nachhaltig engagiert. Neben den Präsenzstudiengängen überzeugt das Konzept der "praxisintegrierten Studiengänge" durch die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis: Die Studenten erfahren, welche Anforderungen in der betrieblichen Praxis gestellt werden. Im "Training on the Job" wird das theoretische Wissen direkt und konkret z. B. in einem Projekt angewendet. Dabei werden Kontakte geknüpft und die Firmenkultur "hautnah" erlebt.
Ausblick und Planung 2011
Mit Blick nach vorn sieht Wago aber auch die Chancen. So treibt weiterhin die Nachfrage aus Fernost das Wachstum und auch für die Binnennachfrage ist mit einer moderaten Steigerung zu rechnen. Die neuen Produkte aus den letzten Jahren tragen zunehmend das Wachstum. In der Verbindungstechnik sind zwei Highlights die neue Dosenklemmenserie 2273 und die Schaffung eines neuen Gebäudeinstallationsstandards mit den Winsta-Linect-Klemmen.
Wago-Produkte kommen zunehmend auch in wichtigen Zukunftsmärkten zum Einsatz. Die Flexibilität und die Offenheit der Wago-Komponenten mit modularen und frei programmierbaren Systemen ist hierbei ein entscheidender Vorteil. So regeln zum Beispiel Wago-Controller und Industrie-PCs den Ladevorgang der Akkus im Forschungsprojekt PlanetSolar, dem weltweit größten Solarboot. Die intelligente Kommunikation in Elektrotankstellen erfolgt beim Kunden beCHARGED ebenfalls über Wago-Controller.
Die Identifikation des "Tankkunden" mittels eindeutiger Identitifikationschipkarten (RFID), die Ladezeit, die Energiemenge, die Abrechnungsdaten und eventuelle Störmeldungen laufen im Ethernet-Controller zusammen und ermöglichen so eine sichere Datenverarbeitung und eine genaue Abrechnung. Mehrere dezentrale und vernetzte Wago-Controller steuern den derzeit größten "BioEnergie Park" Deutschlands in Güstrow. Wago-Produkte sind mit ihrem hohen Qualitätsniveau und der sprichwörtlichen Zuverlässigkeit in Pilotprojekten und Standardanwendungen der Energieeffizienz, der erneuerbaren Energien und bei E-Mobility ganz vorn dabei. Mit den vorhandenen und den neuen Produkten, verbunden mit speziellem Anwendungswissen, ist Wago damit auch für diese Zukunftsmärkte gut aufgestellt.
Umsatzseitig plant Wago einen Zuwachs von knapp 10 %. Die Beschäftigung wird in der Gruppe und insbesondere an den Standorten in Minden und Sondershausen weiter zunehmen. Hier könnte sich allerdings die Gewinnung von Fachkräften als bremsender Faktor auswirken. Am Standort Minden werden derzeit über 150 Fachkräfte, insbesondere Entwicklungsingenieure, gesucht.
Eine wesentliche Voraussetzung und erklärte Unternehmensphilosophie ist, Wachstum über innovative Produkte langfristig zu sichern. Dazu sind, neben den Fachkräften in Entwicklung, Produktion und Vertrieb, entsprechende Investitionen in Gebäude, Maschinen, Anlagen und Produktinnovationen notwendig. In 2011 wird Wago mit knapp 100 Mio. € die höchste Investitionssumme der Unternehmensgeschichte bereitstellen.
Am Standort Minden wird ein Bürogebäude für 250 Arbeitsplätze (Investitionsvolumen knapp 10 Mio. €) entstehen. Mit neuen Anlagen wird die Innovationskraft, Leistungsfähigkeit und Produktivität in der Fertigung sichergestellt. Zwar werden in Sondershausen keine neuen Gebäude gebaut, so Hohorst, aber in den Hallen wird sich einiges verändern. Es werden eine ganz Reihe neuer Maschinen aufgestellt, welche die Effektivität der Produktion wesentlich erhöhen werden. Auch wird das Logistikzentrum (das die gesamte Welt beliefert) weiter modernisiert. Noch, so die Betonung, werden wir aber ohne Erweiterungsbau auskommen, aber bei der Regalbestückung werden wir einiges verändern müssen, so Hohorst zu diesem Thema
Wesentliche Erweiterungen stehen 2011 auch in den Tochtergesellschaften in Polen, in China und in der Schweiz auf dem Plan. Insgesamt erfreuliche Perspektiven für eine prosperierende Unternehmensentwicklung. Mit 28 Tochtergesellschaften und 31 Handelsvertretungen, die über 60 Länder beliefern zählt Wago sicher zu den Global-Playern auf ihrem Gebiet, dass ist manchen in der Region noch gar nicht bewusst. Dabei meinte Hohorst nicht etwa nur Sondershausen, sondern auch das wesentlich größere Minden.
Ein Schwerpunkt in der anschließenden Diskussion war auch nochmals die Ausbildung und die Frage der qualifizierten Arbeitskräfte. Wir bilden fast vollständig die Fachkräfte aus, die wir auch in der Produktion brauchen sagte Hohorst, u.a. natürlich besonders Mechatroniker. Bei Wago muss man schon mehr als die vier Grundrechenaufgaben beherrschen, um Maschinen zu bedienen, die einen Wert von teilweise schon 1,5 Millionen Euro haben.
Auf die Frage, ob das Niveau der Schulabgänger reicht, kam eine diplomatische Antwort. Auf der einen Seite, so Hohorst, hat für ihn das föderale System der Ausbildung versagt, da mit in den einzelnen Bundesländern nicht mal das Niveau eines Gymnasialabschlusses vergleichen kann, auf der anderen Seite har es auch Verbesserungen gegeben. Gerade in der Region zu verzeichnen lobte Hohorst, dass sich die Zusammenarbeit mit den Schulen verbessert hat. Die Schulen kommen wieder in den Betrieb, um kennen zu lernen, wie es denn in so einem Großbetrieb abläuft.
Zusammenfassend kann man feststellen, Wago hat nicht nur eine gute Entwicklung genommen, sondern auch die Aussichten werden sehr positiv eingeschätzt. Damit bleibt Wago auch mit Sicherheit eine wirtschaftliche Stütze auch in der Region hier am Kyffhäuser.





