Mo, 11:14 Uhr
31.01.2011
IHK: Verbraucher profitieren, aber...
Die gegenwärtig steigenden Rohstoffkosten, etwa für Kakao oder für Kaffee, führen nicht zwangsläufig zu höheren Preisen im Lebensmitteleinzelhandel. Nach Ansicht der Erfurter Industrie- und Handelskammer (IHK) ist vor allem der scharfe Wettbewerb und der teils ruinöse Preiskampf in der Branche ein Grund dafür.
Obwohl es betriebswirtschaftlich vernünftig wäre, gestiegene Einkaufspreise schlussendlich auch an die Konsumenten weiterzugeben, geschieht dies nur in den seltensten Fällen, betont Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt. Auch eine Umfrage des Verbandes der Lebensmittelhersteller belege, dass drei Viertel der Firmen vermeiden wollten, Preissteigerungen komplett an den Handel weiterzugeben, um Problemen bei der Listung aus dem Weg zu gehen.
Im Lebensmitteleinzelhandel tobt seit Jahren ein erbitterter Preiskrieg. Davon profitieren natürlich in erster Linie die Kunden, leidet aber nicht selten die Qualität der angeboten Waren, so Grusser weiter. Das Ergebnis: Lediglich in Griechenland oder Großbritannien könnte aktuell noch günstiger eingekauft werden als in Deutschland.
Die Konzentration im Handel nehme zu. Bereits heute würden die zehn größten Konzerne im Lebensmittelbereich rund 90 Prozent der Umsätze erwirtschaften. Auch in Thüringen entstünden fast monatlich neue Märkte der großen Anbieter. Auf Grund des tendenziellen Überbesatzes an Verkaufsflächen herrscht seit Jahren insbesondere im Osten der Republik ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb, sowohl bei Discountern als auch bei namhaften Supermärkten, berichtet der IHK-Chef. Dabei würden im
Regelfall die Preissenkungswellen vom Marktführer Aldi eingeläutet. Der Rest der Branche ziehe dann nach. Das Ziel sei letztlich immer das Gleiche: Durch günstigere Preise neue Kunden zu gewinnen. Der Preisdruck werde leider oft gnadenlos an die Produzenten weitergereicht. Der Handel agiert damit wie eine Inflationsbremse. Dies geht aber eindeutig zu Lasten der Branche, insbesondere der Produzenten und beschleunigt die Auslese, ist sich Grusser sicher.
Autor: nnzObwohl es betriebswirtschaftlich vernünftig wäre, gestiegene Einkaufspreise schlussendlich auch an die Konsumenten weiterzugeben, geschieht dies nur in den seltensten Fällen, betont Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt. Auch eine Umfrage des Verbandes der Lebensmittelhersteller belege, dass drei Viertel der Firmen vermeiden wollten, Preissteigerungen komplett an den Handel weiterzugeben, um Problemen bei der Listung aus dem Weg zu gehen.
Im Lebensmitteleinzelhandel tobt seit Jahren ein erbitterter Preiskrieg. Davon profitieren natürlich in erster Linie die Kunden, leidet aber nicht selten die Qualität der angeboten Waren, so Grusser weiter. Das Ergebnis: Lediglich in Griechenland oder Großbritannien könnte aktuell noch günstiger eingekauft werden als in Deutschland.
Die Konzentration im Handel nehme zu. Bereits heute würden die zehn größten Konzerne im Lebensmittelbereich rund 90 Prozent der Umsätze erwirtschaften. Auch in Thüringen entstünden fast monatlich neue Märkte der großen Anbieter. Auf Grund des tendenziellen Überbesatzes an Verkaufsflächen herrscht seit Jahren insbesondere im Osten der Republik ein gnadenloser Verdrängungswettbewerb, sowohl bei Discountern als auch bei namhaften Supermärkten, berichtet der IHK-Chef. Dabei würden im
Regelfall die Preissenkungswellen vom Marktführer Aldi eingeläutet. Der Rest der Branche ziehe dann nach. Das Ziel sei letztlich immer das Gleiche: Durch günstigere Preise neue Kunden zu gewinnen. Der Preisdruck werde leider oft gnadenlos an die Produzenten weitergereicht. Der Handel agiert damit wie eine Inflationsbremse. Dies geht aber eindeutig zu Lasten der Branche, insbesondere der Produzenten und beschleunigt die Auslese, ist sich Grusser sicher.
