Di, 15:50 Uhr
01.02.2011
Gitarren Total!
Mit Martin C. Herberg bot das Panorama Museum am vergangenen Freitag (28.1.) einen Gitarristen, der in der Tradition von Gitarrenvirtuosen wie Bert Jansch, Peter Horten, Al Di Meola oder wie Sigi Schwab zu sehen war. Lesen Sie dazu, von Fred Böhme vom Panorama, wie das Konzert lief...
Es ging also vor allem um Natur belassene oder stark veränderte Gitarrenklänge, die klangmalerische, musikalische Bilder erzeugten, ohne Zweifel also konzertante Musik zum Zuhören. Bei diesen Kompositionen kennt der Musiker keine stilistischen Grenzen und bewegte sich mit größtem Selbstverständnis zwischen Irish Folk, über Jazz, Blues, Ragtime, Chill-Out-Klängen, Flamenco, impressionistisch anmutenden Klangmalereien bis hin zu Ikonen der Popmusikgeschichte.
Sein gelegentlicher stimmlicher Einsatz, meist weniger Gesang als tiefes Gebrummel, war bei seinen Stücken vermutlich mehr eine weitere klangliche Facette als eigenständiges Stilmittel. Ähnlich verhielt es sich wohl bei dem alles andere als virtuosen Mundharmonikaspiel. Alles war dem fingerflinken Spiel seiner Finger auf den Saiten seiner verschiedenen Gitarren untergeordnet. Und was er da bot, war mitunter wirklich atemberaubend. Nach einem schönen, irisch anmutenden Auftakt begann das Konzert erst einmal recht verhalten, geradezu träumerisch.
"Martin C. Herberg 2", Foto: Fred Böhme
Symptomatisch mag dafür die kleine poetische Gitarrenminiatur "Der mit den Elfen tanzt" stehen. Was er dann folgen ließ, waren geradezu meditativ anmutende Klanggebilde, bei denen er mit Echo- und Loopeffekten eine klangliche Dichte erzeugte, die mehr an elektronische Musik eines Klaus Schulze oder Tangerine Dream als an Gitarrenmusik erinnerte. Und dass eine Gitarre wie eine Orgel klingen kann, demonstrierte der Musiker mittels entsprechender Effektgeräte recht eindrucksvoll. Seinen Höhepunkt hatte das bei dem Stück "Wasser", eine Beschreibung eines Flusses beginnend bei der Quelle bis zu dessen Mündung.
Diese Musik erforderte jedoch einen aufgeschlossenen Zuhörer. Manche aus dem Publikum hatten sicher weniger Meditation als vielmehr mitreißende Performance erwartet.
Diese Gäste kamen dann spätestens im zweiten Teil auf ihre Kosten, in dem eine ziemlich ausufernde Variation von "Paint it black" von den Rolling Stones den furiosen Höhepunkt des Abends darstellte. Und das muss man wirklich gesehen haben, was Martin C. Herberg alles mit seiner Gitarre anstellte, um die unterschiedlichsten Klangfarben zu erzeugen. Fasziniert und überaus begeistert entließen die etwa 80 Gäste den Musiker erst nach mehreren Zugaben.
Fred Böhme
Autor: khhEs ging also vor allem um Natur belassene oder stark veränderte Gitarrenklänge, die klangmalerische, musikalische Bilder erzeugten, ohne Zweifel also konzertante Musik zum Zuhören. Bei diesen Kompositionen kennt der Musiker keine stilistischen Grenzen und bewegte sich mit größtem Selbstverständnis zwischen Irish Folk, über Jazz, Blues, Ragtime, Chill-Out-Klängen, Flamenco, impressionistisch anmutenden Klangmalereien bis hin zu Ikonen der Popmusikgeschichte.
Sein gelegentlicher stimmlicher Einsatz, meist weniger Gesang als tiefes Gebrummel, war bei seinen Stücken vermutlich mehr eine weitere klangliche Facette als eigenständiges Stilmittel. Ähnlich verhielt es sich wohl bei dem alles andere als virtuosen Mundharmonikaspiel. Alles war dem fingerflinken Spiel seiner Finger auf den Saiten seiner verschiedenen Gitarren untergeordnet. Und was er da bot, war mitunter wirklich atemberaubend. Nach einem schönen, irisch anmutenden Auftakt begann das Konzert erst einmal recht verhalten, geradezu träumerisch.
"Martin C. Herberg 2", Foto: Fred Böhme
Symptomatisch mag dafür die kleine poetische Gitarrenminiatur "Der mit den Elfen tanzt" stehen. Was er dann folgen ließ, waren geradezu meditativ anmutende Klanggebilde, bei denen er mit Echo- und Loopeffekten eine klangliche Dichte erzeugte, die mehr an elektronische Musik eines Klaus Schulze oder Tangerine Dream als an Gitarrenmusik erinnerte. Und dass eine Gitarre wie eine Orgel klingen kann, demonstrierte der Musiker mittels entsprechender Effektgeräte recht eindrucksvoll. Seinen Höhepunkt hatte das bei dem Stück "Wasser", eine Beschreibung eines Flusses beginnend bei der Quelle bis zu dessen Mündung.
Diese Musik erforderte jedoch einen aufgeschlossenen Zuhörer. Manche aus dem Publikum hatten sicher weniger Meditation als vielmehr mitreißende Performance erwartet.
Diese Gäste kamen dann spätestens im zweiten Teil auf ihre Kosten, in dem eine ziemlich ausufernde Variation von "Paint it black" von den Rolling Stones den furiosen Höhepunkt des Abends darstellte. Und das muss man wirklich gesehen haben, was Martin C. Herberg alles mit seiner Gitarre anstellte, um die unterschiedlichsten Klangfarben zu erzeugen. Fasziniert und überaus begeistert entließen die etwa 80 Gäste den Musiker erst nach mehreren Zugaben.
Fred Böhme
