eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Mi, 09:54 Uhr
02.02.2011

Drei Tote bei Frontalcrash

Bei einem Verkehrsunfall bei Mühlhausen sind am Morgen drei Menschen ums Leben gekommen. Weitere Einzelheiten des tragischen Geschehens...


Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei waren um 6.45 Uhr auf der B 247 zwischen dem Abzweig Dachrieden und dem Ortseingang Ammern zwei PKW frontal zusammengestoßen. Die beiden Fahrer, 18 und 48 Jahre alt, waren sofort tot.

Drei weitere Insassen, darunter ein 12-jähriges Mädchen, sind von der Feuerwehr schwer verletzt aus den Autowracks geborgen worden. Das Kind verstarb wenig später noch an der Unfallstelle.

Die Mutter des Kindes, eine 46-jährige Frau aus Mühlhausen, und der 18-jährige Beifahrer des Unfallverursachers wurden mit schwersten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Warum der 18-jährige Unfallverursacher mit seinem Auto auf die Gegenfahrbahn geriet, ist noch nicht geklärt. Der junge Mann war bisher im so genannten begleitenden Fahren unterwegs und durfte seit sechs Tagen allein ein Fahrzeug führen.

Die Bundesstraße musste für drei Stunden voll gesperrt werden.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Harzspross
02.02.2011, 16:14 Uhr
Der Crash wundert mich nicht!
Der Unfall mit bisher drei Toten bei Mühlhausen ist wie ein Ausrufezeichen hinter dem Kommentar, den ich gestern zum gerade noch einmal gut ausgegangenen Unfall zwischen NDH und Petersdorf schrieb (siehe unten). Denn nur wenige Stunden später bringt ein 18-jähriger sich selbst und zwei weitere Personen durch sein fahrlässiges Verhalten im Straßenverkehr ins Jenseits.

Gewiss wollte er seinem ebenfalls 18-jährigen Beifahrer mal zeigen, wie gut man am sechsten Tag mit Führerschein fahren kann, was für ein starker Mann man also nun geworden ist! -- Mehr brauche ich an dieser Stelle (fast) nicht zu schreiben.

Denn mein gestriger Kommentar ist so aktuell wie immer. Nur ändern wird sich gewiss nichts an der Rechtspraxis nach Verkehrsunfällen, sofern die Unfallverursacher noch belangt werden können: Tote im Straßenverkehr gehören nunmal zu den akzeptierten Kollateralschäden der modernen Zeit, argumentiert man hinter vorgehaltener Hand. Mit mutmaßlichen Mördern und Kinderschändern wird da weit weniger nachsichtig verfahren, obwohl der Tod keinen Unterschied macht, durch welche kriminelle Handlung er eingetreten ist.

Und auch den Hinterbliebenen dürfte das oft genug "egal" sein: Tot ist nunmal tot, egal wie das Tatmotiv aussieht. Der Gesetzgeber aber verfährt mit den rasenden Totschlägern auf unseren Straßen oftmals nachsichtiger, als mit einer Kssiererin, die ihren Job wegen des Diebstahls eines Pfandflaschenbons verliert....Aber wie gesagt: Ändern tut sich nichts.

mein Kommentar
zum Unfall bei Petersdorf com 1.2.:

"letzte Warnung vom Schutzengel

Da kann man dem jungen Fahrer nur wünschen, dass er diese ultimative Warnung seines Schutzengels verinnerlicht, denn offenbar hat viel Glück den eventuell tödlichen Crash mit einem Baum verhindert. Viele rasende, vor allem jugendliche Zeitenossen scheinen ihr Gehirn vor dem Start ihres fahrbaren Untersatzes allzu oft nicht mitznehmen.

Selbstüberschätzung und Rumgeprotze sind in dieser Altersgruppe leider nicht selten, ebenso die Unterschätzung der unbestechlichen Wirkung physikalischer Gesetze und der immensen Kräfte, die bei einem Unfall zum Tragen kommen. Trotz zurückgehender Zahlen bei Verkehrstoten machen die 18 bis ca. 25-jährigen leider immer noch ca. 40 % unter ihnen aus. Regelmäßig berichtet die nnz über mehr als 0,3 Promille Alkohol am Steuer vor allem in dieser Altersgruppe. Hier müsste viel drastischer durchgegriffen werden.

Angesichts der großen Gefahren, die aus der Nichtbeachtung der STVO erwachsen, sollten die Verantwortlichen endlich Fahrsicherheitstrainings in die normale Fahrschulausbildung integrieren, ebenso wie die Pflicht, einen PKW in voller Besetzung während der Fahrstunden führen zu müssen. Bekannt ist, dass ca. 100.000 Fahr-km oder sechs Jahre Fahrpraxis erforderlich sind, um sagen zu können, dass man ein Auto in fast allen Verkehrssituationen überwiegend beherrscht.

Die Strafen für Verkehrsvergehen sind in Deutschland im Vergleich z.B. mit Schweden oder Österreich immer noch lächerlich niedrig. Raser müssten, wie in Schweden, auch bei uns mit Tausenden Euro Bußgeldern und längeren Führerscheinentzügen belegt werden, oder, wie in Schweden mit ausländischen Sündern schon geschehen, ausgewiesen werden. Auch ist nicht einzusehen, dass Verursacher von schweren Verkehrunfällen allzuoft nicht mit Haft bestraft werden. Leben und Gesundheit sind aber zu kostbar und zu einmalig, als das die allzu laschen Strafen hierzulande angezeigt sind."
Janko
02.02.2011, 18:22 Uhr
vorverurteilung
"warum der unfallverursacher mit seinem auto auf die gegenfahrbahn geriet, ist noch ungeklärt".

lieber harzspross: "ungeklärt" bedeutet "nicht bekannt". eine solche vorverurteilung im stile von "er wollte seinem beifahrer gewiss zeigen, was er für ein mann ist" und von vornherein "fahrlässigkeit" zu unterstellen halte ich für gefährlich und unnötig.

was, wenn sich herausstellt, dass der fahrer z.b. einem auf die straße gelaufenem tier ausweichen wollte? entschuldigen Sie sich dann bei den hinterbliebenen genauso öffentlich, wie Sie ihnen gerade öffentlich unter die nase reiben, wie unreif und fahrlässig der fahrer Ihrer werten meinung nach war?
ich denke nicht.

aber dass ist vielleicht gerade eine vorverurteilung Ihrer person meinerseits.
Bodo Schwarzberg
02.02.2011, 21:05 Uhr
Unfalls selbst war nicht das Thema!
Lieber Vorkommentator,
ich würde es für besser halten, dass Sie Ihrem vorstehenden Kommentar nicht den Vorgang des singulären Unfalles bei Mühlhausen zugrundezulegen, sondern die Unfallstatistik, auf die ich mit meinem Kommentar vom 1.2. Bezug nahm. Es geht doch allgemein nicht um den einen Unfall von Mühlhausen, sondern um den Trend in der Altersgruppe zwischen 18 und 25. Und da werden Sie lesen, und das ist erwiesen, dass in jedem Fall Sicherheitstrainings und eine andere Gefahrendiskussion in der Fahrschule, aber auch in den sonstigen Schulen, dringend Not tut, um die Zahl der Unfälle in dieser Altersgruppe zu senken. Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass der 18-jährige im Fall Mühlhausen nicht am Unfall Scxhuld ist, so ist unbestritten, dass er am 6. Tag mit Führerschein noch nicht über ausreichende Fahrpraxis und auch leider über eine nur unzureichende Fahrausbildung verfügt, die es ihm ermöglicht, in Gefahrensituationen die richtigen Entscheidungen zu treffen. Übrigens: Falls Sie sich mit der aktuellen Rechtssprechung beschäftigt haben, so macht sich ein Fahrzeugführer auch strafbar, wenn er durch das Ausweichen wegen Wildwechsels einen Unfall verursacht. Das entschuldigt im Normalfall nicht!
Sie sehen: Bezieht man meinen Kommentar, und so ist er angelegt, nicht auf einziges Ereignis, ist er korrekt. Mir fällt bei vielen NNZ-Kommentaren auf, dass sie ausschließlich der oberflächlichen Suche nach dem Haar in der Suppe des vorherigen Kommentators dienen, aber nur ganz selten so inhaltsreich sind, dass eine dynamische und sinnvolle Diskussion im Sinne eines Weiterdenkens zustande kommt.
Janko
02.02.2011, 22:21 Uhr
blablablablabla, cycas
wenn Sie wirklich eine pauschale grundsatzdiskussion über inhalte von nachrichtenmeldungen führen wollten, warum werfen Sie dann mit solchen persönlichen und derzeit noch unbewiesenen persönlichen anschuldigungen wie "er wollte zeigen, dass er ein mann ist" um sich?

ich suche nicht das haar in der suppe (ich trage glatze), mir gehen solche pauschalisierten vorverurteilungen, wie sie gerade auf nnz-kommentaren massenhaft zu finden sind, gegen den strich. und Ihr "fahrlässig" und "anhand des fahrverhaltens mannes-darstellung beweisen wollen" ist genau solch ein kommentar, gegen den Sie sich nun selbst auch wenden.

also bitte: wenn Sie objektivität und einen bilateralen gedankenaustausch wirklich wünschen sollten, dann lassen Sie bitte selbst solche unbewiesenen angriffe gegenüber verstorbenen. dann klappt's auch mit der gesprächskultur.
Luftikus
02.02.2011, 22:31 Uhr
Tödliche Unfälle sind tragisch genug
da muß man nicht noch unzutreffende Beurteilungen schreiben, bei deren Gipfel fahrlässige Unfälle mit Todesfolge einen vorsätzlichen Mord gleichgestellt werden. Ich wünsche mir da ein bischen mehr professionelle Außerungen.

Zum Thema und für die welche gleich die Zukunft schwarz malen, sei noch gesagt: dass in den letzten 10 Jahren Jahren sich die Zahl der Verkehrstoten von 7.500 auf 4000 fast halbiert hat. Das sind zwar immer noch 4000 zuviel, aber auch hier sein noch erwähnt, dass gut 60 Prozent dieser Verunglückten keine Autofahrer sind, sondern Zweiradfahrer (auch Radfahrer) und Fussgänger.
-Insider-
03.02.2011, 08:23 Uhr
es
ist wie immer. An allem sind die Jungen schuld, An allem sind die Jungen schuld...Ob es regnet, ob es schneit...sie kennen das liedchen. ich weiß es ist kein chat...aber eine frage sei mir gestattet:

cycas schreibt da von einer "unzureichenden Fahrausbildung"...woher nehmen Sie ihr wissen oder darf ich sagen, unwissen? eine antwort ohne glaubwürdige quelle warum dieser junge mann eine unzureichende Fahrausbildung hat, können sie sich sparen.
Georg66
03.02.2011, 10:43 Uhr
Bei allen...
Hin und Her zum Thema Schuld und nicht Schuld, dürfte doch auch die Frage nach den finanziellen Folgen erlaubt sein, denn diese werden wieder alle "Unfallfreien" mit den neuen Versicherungsprämien zu zahlen haben.

Noch so ein paar Crashs mit ein paar Toten und Thueringen wird ein Land, welches die Versicherungen besonders Bedenken werden und zwar mit höheren Einstufungen.

Wegen mir können die Raser machen was sie wollen, aber wenn es an mein Geld geht, welches ich für Andere ausgeben soll, hört der Spass auf.
Bodo Schwarzberg
03.02.2011, 15:00 Uhr
Keine Vorverurteilung
Liebe Vorkommentatoren,
Quellen, die sich einer von Ihnen, liebe Mitdiskutierer, zu meinen Angaben wünscht, finden Sie zu Hauf in verkehrspsycholgischen Abhandlungen. Weiterhin habe ich mehrere, z.T. altgediente Fahrlehrer gesprochen, die ich gezielt nach ihrer Meinung zu der hohen Zahl jugendlicher Opfer befragt habe. Von denen stammt übrigens auch die Angabe vom Zeitraum, nach dem im Schnitt ein Fahrzeugführer sein Auto beherrscht.

Nicht zulezt muss ja etwas an meinen Angaben sein, denn sowohl der ADAC, als auch die Polizei macht (leider noch zu wenig) theoretische und praktische Aufklärungsarbeit durch abschreckende Ausstellungen und besagte, leider recht teure Sicherheitstrainings. So falsch liege ich nicht: Warum sonst hat man sich denn den Führerschein auf Probe und das begleitete Fahren ab 17 ausgedacht? Doch nur, um die nunmal tatsächlich vorhandenen und erwiesenen Defizite jugendlicher Fahrer zu verkleinern.

Zudem haben Sie meinen zweiten Kommentar offenbar nicht genau gelesen. Da steht nämlich drin, dass sich diese Angaben gar nicht so sehr auf den jüngsten Unfall, sondern auf die allgemeine Situation beziehen. Und die ist mehrfach von ADAC, Verkehrspsychologie und Verkehrsministerium und Statistikern dargestellt und hinterfragt worden. Ich schreibe nichts, was ich auch irgendwo gelesen habe. Aber ich weiß natürlich, das die Darstellung von Fakten nicht immer auf Gegenliebe stößt.

Im Übrigen empfehle ich Ihnen den Blick in die täglichen News-Meldungen zu Verkehrsunfällen in Deutschland. Da werden Sie all das bestätigt finden, was ich zum Fahrverhalten jugendlicher Autofahrer sage, auch in den dort oft dargestellten Gerichtsberichten. In einem Punkt gebe ich Ihnen momentan aber recht: Eine Vorverurteilung des Todefahrers von der B 247 sollte das nicht sein. Aber mir geht es um die allgemeine, unbestreitbare, und überall nachlesbaren Fakten. Und jene können auch Sie nicht bestreiten. Tut mir leid. - Ich finde es übrigens spannend, in was für ein Wespennest ich offenbar gestochen habe. Aber Dikussionen brauchen wir, um etwas zum Guten zu wenden. Daher bin ich erfreut über die rege Anteilnahme an meinen Worten.
-Insider-
03.02.2011, 15:44 Uhr
dass
fahrer die noch jung und damit unerfahren sind (erfahrung kann man sich nicht kaufen, dass sei angemerkt), des öfteren zu riskaten manövern greifen möchte ich gar nicht bestreiten. ich möchte aber sehr wohl bestreiten das jeder, und diese verallgemeinerung haben sie mit ihrer aussage getroffen, junge fahrer ein kopfloser raser ist. nicht umsonst fahre ich nun seit 3 jahren (1 jahr bf 17) unfallfrei durch deutschland.
Janko
03.02.2011, 17:54 Uhr
lieber dacty2/ harzspross...
an Ihren quellen und analysen und statistiken zweifelt niemand. wenn Sie die kommentare genauso aufmerksam lesen würden, wie Sie es mit recht auch für sich wünschen, würde Ihnen jedoch bestimmt auffallen, dass man sich hier lediglich an

Ihrer Formulierung "Gewiss wollte er seinem ebenfalls 18-jährigen Beifahrer mal zeigen, wie gut man am sechsten Tag mit Führerschein fahren kann, was für ein starker Mann man also nun geworden ist!" stört.

Diese Ihre aussage ist eine unterstellung eine und vorverurteilung, da können Sie analysen heranziehen wie Sie wollen: diese aussage ist durch nichts belegt, das Ihnen bekannt sein dürfte. oder saßen Sie auf dem rücksitz?

geben Sie einfach zu, dass Sie mit dieser aussage über Ihre ansonsten lobenswerten ziele hinausgeschossen sind, und dann können wir auch über inhalte sprechen.
Harzspross
04.02.2011, 00:58 Uhr
Entwicklung setzt Diskussion voraus
Lieber Janko,
ich weiß wirklich nicht, wie ich mich noch verständlicher ausdrücken soll. Erstens hatte ich geschrieben, dass meine Worte nicht als "Vorverurteilung" gemeint waren. Sie wissen doch, wie Politiker sich in solchen Fällen äußern: Ich mache es denen jetzt einfach mal nach. Natürlich ist im betreffenden Fall nichts bewiesen.

Aber sagt es nicht allein schon die Logik, dass ein 18-jähriger, der gerade einmal das begleitete Fahren seit sechs Tagen beendet und noch nicht einmal seinen Führerschein abgeholt hatte, über deutlich weniger Fahrerfahrung verfügt, wie ein Verkehrsteilnehmer, der schon mehrere Jahre lang regelmäßig fährt?

Für diesen Schluss braucht man, um Ihre Worte zu gebrauchen, keine Analyse. Sie liegen einfach auf der Hand. Da möchte ich Sie wirklich an langjährige Fahrlehrer und deren Meinung verweisen.Sofern der junge Mann eventuell schon seit Jahren im Motorsport aktiv gewesen sein sollte, dann könnte man davon ausgehen, dass er über Erfahrung zumindest im Führen von Kraftfahrzeugen verfügt, gewiss aber noch nicht im Straßenkehr.

Im Übrigen finden Sie Darstellungen, die Sie als Vorverurteilung bezeichnen, in unserer Medienlandschaft sehr verbreitet.So verpönt, wie diese Art von Journalismus auch ist: Allein aus unserer Diskussion wird erkennbar, dass er gerade wegen veröffentlichter, oft herausfordernden Gedanken, für Gesprächsstoff, aber gerade dadurch nicht selten auch für wirksame Änderungen bestimmter Verhältnisse sorgt. Wer wird denn in unserer schnelllebigen Medienwelt sonst noch wahrgenommen? Der "brave" Schreiberling eher selten, sondern eher Diejenigen, die sich ein wenig aus dem Fenster lehnen, wie wir hier gerade sehen können. Und ich gehe sogar noch weiter:

Wenn der tragische Tod der drei Menschen so etwas wie einen Sinn haben sollte, dann doch nur den, dass die noch lebenden über diesen Unfall und über viele andere diskutieren, und sich Gedanken machen, wie sie zukünftig möglichst zu verhindern sind. In die emotionslosen Zahlen der Statistik gehen die drei Unfalltoten noch früh genug ein.Ein Gerichtsverfahren wird es womöglich nicht geben, weil der, übrigens selbst in einem Polizeiinterview als Unfallverursacher bezeichnete, ums Leben gekommen ist.

Damit werden er und die beiden Opfer in der Öffentlichkeit, ganz schnell vergessen sein. Wenn wir den Unfall auch nur einen Tag an diesem vorgezeichneten Weg durch unsere Diskussion hindern, dann hat er bei aller Tragik auch einen kleinen positiven Effekt. Die Realität ist oft genug makaber: Katastrophen führten immer wieder auch zu Entwicklungen oder zumindest zu Verhaltensänderungen, die sie vielleicht für die Zukunft etwas unwahrscheinlicher werden lassen.

Wir sollten auch nicht vergessen, dass wir hier Kommentare schreiben. Ein Kommentar gibt nun einmal die persönliche Meinung des Kommentatoren wieder. Und diese muss ja nicht zwangsläufig allen anderen gefallen. Wenn es anders wäre, würde es ja, wie schlimm, auch keine, Entwicklung beeinflussende Diskussionen geben.

Eine Frage hätte ich aber doch noch: Was meinen Sie mit meinen lobenswerten Zielen (oder so ähnlich schrieben Sie)? Welche meiner Ziele sollen das denn sein?
Übrigens haben Sie in Ihrer Anrede einen meiner Nicknamen vergessen. Schon eine Idee?

Beste Grüße .....
gosalianer
04.02.2011, 14:25 Uhr
Lieber "Harzspross",
wenn Sie der Meinung sind, dass Politiker sich in solchen Fällen vorverurteilend äußern, weshalb schwimmen Sie dann mit dem Strom und tun es ihnen gleich, obwohl Sie eigentlich wissen, dass die reine Mutmaßung - wie Sie es hier tun - keine Lösung bringt.

Stellen Sie sich vor, unsere Polizei und die Gerichte würden die Aufklärung dieses Falls erzwingen, indem man auf reinen Verdacht hin einen Schuldigen aus dem Hut zaubert. Was sind das für Methoden? Am Ende könnten Sie doch auch der Unfallverursacher sein, weil ich oder irgendjemand der Sie nicht leiden kann, der Meinung ist, dass Sie am besagten Tag winkend auf der Straße gestanden haben um den 18-jährigen Fahrer und deren Mitfahrer in das Jenseits befördert haben. So oder so ähnlich funktioniert Ihre Opfer/Täter-Kategorisierung; also rein mittelalterlich.

Ihre Ansicht, dass ausreichend Fahrerfahrung flächendeckend Unfälle verdindert, ist genauso an den Haaren herbeigezogen. Ein Verkehrsteilnehmer, der bspw. seit 30 Jahren ein Fahrzeug führt, ist nicht automatisch ein Messias auf unseren Straßen und auch nicht befreit von Fahrfehlern, Unfalltod etc. Fahren Sie doch mal zur Urlaubszeit 1 x quer durch Deutschland und schauen Sie sich an wer am Steuer des Fahrzeuges sitzt, der auf der Autobahn dicht auffährt und hinter Ihnen drängelt oder wer ohne zu Blinken seinen LKW ruckartig auf die linke Fahrspur bewegt, während Sie in letzter Sekunde noch auf die Bremsen gehen können. Dies soll keine Vorverurteilung gegenüber LKW-Fahrern oder Fahrzeugführer PS-starker PKWs sein - auf gar keinen Fall! Ich möchte Ihnen nur veranschaulichen, dass unser menschliches Verhalten im Straßenverkehr, nicht anhand der Fahrerfahrung pauschalisiert werden kann.

Wenn das so wäre, hätten wir eine Unfallquote auf deutschen Straßen die gegen 0 ginge. Außerdem, wie wollen Sie Fahrerfahrung erlangen wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, irgendwann mit dem Fahren anzufangen? Lassen Sie mich raten: als Sie Ihren Führerschein bekommen haben, hatten Sie bereits ausreichend Fahrerfahrung? Wenn ja, sagen Sie uns wie das geht - wir könnten damit unseren Straßenverkehr unheimlich sicher gestalten und jugendliche Verkehrstote wären - aufgrund Ihrer Herangehensweise - Geschichte.

In einer Sache geben ich Ihnen recht: Diese Kommentarfunktion gibt glücklicher Weise nur Ihre Meinung wieder, und diese sei hier auch gestattet. Alleridngs muss ich hinzufügen, dass es eine freie Presse wie die NNZ und die Bildung einer eigenen Meinung nicht gäbe, wenn wir die Menschen so pauschal verurteilen würden wie Sie es gerade tun.
Harzspross
04.02.2011, 16:16 Uhr
Lieber Gosalianer!
Genau diese Diskussionsathmosphäre wollte ich erreichen. Wenn ich süße kleine Blubberblasen losgelassen hätte, wären die Toten schon wieder vergessen. Ich denke aber, dass wir es Ihnen schuldig sind, nicht einfach zur Tagesordnung überzugehen. Denn nur durch Dikussionen unserer Art und auf möglichst vielen Ebenen können sich Veränderungen in der Praxis ergeben. Daher danke ich Ihnen für die Fortsetzung der Unterhaltung. Leider habe ich gerade nicht so viel Zeit: Daher meine Reaktion in Kurzform:

1.) Ich habe mich bereits eingehend zu der so genannten Vorververurteilung geäußert. Im Übrigen bitte ich Sie, sich bei google das entsprechende Interviewvidio mit einem Polizeibeamten herauszusuchen. Da wird der 18-jährige immerhin schon als mutmaßlicher Unfallverursacher benannt. Sagt das nicht schon viel aus?
Außerdem wiederhole ich: Nur durch Provokation, durch polemische Sichtbarmachung von Missständen oder vermeintlichen Missständen wird man heute gehört. Das beste Beispiel ist Thilo Sarrazin. Die Leute zerreißeen sich fast in Diskussionen über ihn. Er hat provoziert. Und ich habe auch provoziert. Und Sie sehen, wie wirksam das ist. Obwohl der Artikel zum Unfall schon ein paar Tage zurückliegt, beschäftigen sich hier immer noch mehrere unbeteiligte Menschen damit. Hätte ich als einen der ersten Kommentare "nur" mein Beileid ausgedrückt, würde hier niemand mehr kommentieren und sich über das schlimme Geschehen Gedanken machen. Vielleicht verstehen Sie jetzt, was ich meine. - Wir können Probleme nur lösen, indem wir sie in die Diskussion holen. Und deswegen freue ich mich auch über Ihren Kommentar.

2.)viele Unfälle durch Fahranfänger an den Haaren herbeigezogen:

Ich bitte Sie, sich das Statistische Jahrbuch zu Gemüte zu führen oder ganz einfach mal "Unfallstatistik" oder "Unfälle 18 bis 25" ....einzugeben. Sie werden es immer wieder finden: In der genannten Altersgruppe gehört der Verkehrsunfall zur häufigsten Todesursache. Bis zu 40 % aller Verkehrstoten gibt es in dieser Gruppe. Sie werden mich wirklich nicht dazu bringen, hier die Unwahrheit zu schreiben! - Natürlich bedeutet das nicht, dass nicht auch andere Leute Unfälle verursachen! Das war aber auch nicht das Thema und ich habe nie behauptet, dass altgediente Fahrer nicht auch Unfälle verursachen (wenn doch, dann bitte wo?). Die LKW-Fahrer spielen da eine unrümliche Rolle. Um die ging es hier aber nicht.

3.) Wenn es mit der Fahrerfahrung von Fahranfängern durchschnittlich aussehen würde: Warum dann hat sich denn der Gesetzgeber den Führerschein auf Probe einfallen lassen? Bestimmt nicht, weil Diejenigen, die schon lange fahren, statistisch gesehen unsicherer fahren, als eben die Fahranfänger.


4.) freie kommentare / freie Presse
Da kann ich Ihnen leider auch nicht rechtgeben: Zeitungen
wie die nnz leben vielfach von Werbung. Unternehmen werben aber nur, wenn ihre Werbung auch wahrgenommen wird, d.h. im Falle der NNZ, dass sie so oft wie möglich von Lesern wie Ihnen und mir angeklickt wird.Provokante Artikel, die die Gemüter erregen, die zur Diskussion anregen (siehe z.B. unsere Diskussion oder der Autohof), sorgen für eine hohe Klickzahl (schauen Sie sich die hohe Zahl der Kommentare zu dem Frontalcrash an!). Das heißt doch nichts anderes, als dass die NNZ, und damit die von Ihnen genannte freie Presse von meinem etwas provokanten Kommentar profitiert hat, und damit die freie Presse an sich! Ich habe seit langem oft auch mit den Medien zu tun: Fragen Sie mal einen Redakteur oder einen Radiomoderator, was die Leute am liebsten hören oder lesen. Man schafft heute den Weg in die Köpfe der Menschen nur noch, in dem man sich sicht- und hörbar macht. Das betrifft übrigens auch alle guten Gedanken! Nehmen Sie Umweltverbände, die Holzkonzerne oft übersteigert an den Pranger stellen, wenn sie die Regenwälder kahlschlagen. Aber nur so hört ihnen überhaupt noch jemand zu, spendet vielleicht etwas und unterstützt deren wertvolle Arbeit.

Oder nehmen Sie ganz aktuell Riverboot, heute abend im mdr. Da sollen zwei Ersthelfer vom Zugunglück bei Oschersleben über ihre Eindrücke berichten. Da werden sich auch viele Leute fragen, ob es nicht pietätlos ist, dass die beiden über die hilflose Lage von Menschen berichten, die sich nicht wehren können. Aber die hohe Einschaltquote wird ihnen gewiss sein.

So funktioniert nun einmal unsere Gesellschaft.

Ich hoffe, Sie schreiben hier noch einmal. Wäre nett!

Beste Grüße von harzspross
gosalianer
04.02.2011, 23:45 Uhr
Harzspross...
Was soll das sein? Ein Rhetorikkurs für Anfänger? Sie sind nicht auf eine einzige Argumentation eingegangen; Sie haben sich lediglich an ihr vorbeigeredet und dabei vergessen Ihre waghalsigen Vorverurteilungen zu belegen. Dass Sie Ihre Herangehensweise mit der eines Thilo Sarrazins vergleichen, passt sehr gut zu Ihrer wenig intellektuellen Einschätzungsgabe der Funktionalität unserer Gesellschaft.

Natürlich ist der 18-jährige Fahrer der mutmaßliche Unfallverursacher, denn schließlich ist sein Fahrzeug auf die Gegenfahrbahn geraten. Ungeklärt bleibt jedoch warum dies geschehen ist. Nicht in jedem Fall ist dies einfach mit menschlichem Versagen abzutun; u. U. kann es auch technisch bedingt sein oder äußere Einflüsse (Wetter, Wildwechsel etc.) können derartige Situationen hervorrufen.

Ihrer Ansicht nach ist die Sachlage bereits jetzt geklärt: Der Fahrer war zu jung, hat zu wenig Erfahrung, folglich war er nicht in der Lage das Fahrzeug zu kontrollieren und ist von der Straße abgekommen. Dies beruht nun mal auf reiner Mutmaßung und ist in keinerlei Hinsicht ausreichend fundiert.

Abschließend: Das statistische Jahrbuch sagt also aus, dass Jugendliche in diesem Alter vorwiegend durch Verkehrsunfälle sterben. Tolle Erkenntnis! Welche Todesursache sollte denn in dieser Altersklasse häufiger auftreten? Altersschwäche? Herzinfarkt? Darmkrebs? Haben Sie sich mal darüber Gedanken gemacht, dass mit steigendem Alter auch die Häufigkeit von schwerwiegenden Erkrankungen etc. steigt und sich der Unfalltot dadurch etwas relativiert? Logisch, dass ein 80-jähriger Verkehrsteilnehmer weitaus weniger vom Unfalltot betroffen ist als ein aktiver, im Leben stehender 18-jähriger.

Weiden Sie sich weiterhin an Statistiken, treten Sie in eine politische Partei ein und lesen Sie Bücher auf dem Niveau eines Freizeit-Autors wie Thilo Sarrazin, dann sind Sie auf einem guten gesellschaftlichen Weg, jedoch nicht auf meinem!
Janko
05.02.2011, 10:53 Uhr
lieber dacty2/ harzspross/ etc pp...
...ich habe etwas von "lobenswerten zielen" geschrieben, weil ich glaubte, in Ihren kommentaren eine gewisse absicht zu erkennen.
da ich Ihnen nun jedoch erklären soll, welche das sind, muss ich mich revidieren: offenbar hatten Sie doch keine. entschuldigen Sie bitte diese, meine unterstellung.

leider muss ich Ihnen gleichzeitig auch zu meinem größten bedauern mitteilen, dass ich an Ihrem lustigen nickname-ratespiel nicht teilnehmen werde.
Harzspross
10.02.2011, 18:39 Uhr
gosalianer/janko Fortsetzung Unfall
Liebe zwei Autorenkollegen,
wie Sie sehen, reibe ich mich ein wenig an Ihnen und es macht mir Spaß. Wie ich schonmal schrieb, brauchen wir derartige Diskussionen, auch wenn sie mitunter etwas flach werden. Auf jeden Fall aber bringen unsere Klicks etwas für unsere tolle NNZ! Egal, wie der Inhalt der Kommentare auch ausfällt, dadurch haben sie immer etwas Gutes.

Man kann Realitäten interpretieren, oder sie als Fakten nehmen. Das muss jeder für sich entscheiden. Ich für meinen Teil finde aber Fakten eine sicherere Bank in der Argumentation. Daher habe ich mir auch etwas ungläubig die Augen gerieben, als einer von Ihnen beiden die Statistik zu den Unfalltoten im Alter zwischen 18 und 25 so interpriert, als würde ich nicht wissen, dass in dieser Gruppe weniger an Krankheiten gestrorben wird. Wenn Sie so etwas heranzerren, nur um meiner Argumentation nicht folgen zu müssen, dann spricht das Bände! Und eigentlich wollte ich Ihnen auch gar nicht nochmal schreiben.

Dennoch:
Zur Untermauerung von dem, was ich schrieb, könnte zudem der neuerliche dramatische Unfall auf der B 188 dienen. Geben Sie einfach mal bei google news B188 und Unfall ein. Sicher werden Sie auch dann wieder etwas finden, um die Tatsachen nicht zu akzeptieren. Aber das soll mein Problem nicht mehr sein, da das aus Zeitgründen zumindest zu dieser Meldung die letzte Äußerung von mir sein wird.

Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen trotz allem, Ihr harzspross
gosalianer
11.02.2011, 11:58 Uhr
In Sachen Unfalltod.
„ ... reibe ich mich ein wenig an Ihnen und es macht mir Spaß.“

Sie sind anscheinend leicht zu erheitern?!


„ ... als würde ich nicht wissen, dass in dieser Gruppe weniger an Krankheiten gestorben wird.“

Anscheinend war es Ihnen nicht bewusst?! Aber im Nachhinein können Sie es natürlich gern revidieren, das verleiht Ihrer Argumentation noch mehr Glaubwürdigkeit.

„Wenn Sie so etwas heranzerren, nur um meiner Argumentation nicht folgen zu müssen...“

Warum sollte ich Ihrer Argumentation nicht folgen? Statistiken sollte man, wenn man Sie als Beweisführung einsetzt, auch hinterfragen dürfen. Ich halte das für legitim. Aber es ist natürlich für Ihre Argumentation einfacher, Zahlen und Balkendiagrammen blind zu vertrauen. Es wäre sinnvoller gewesen, wenn Sie analog zu Ihrer Aussage (bezogen auf die Unfalltoten im Alter zwischen 18 und 25 Jahren) vorgetragen hätten, ob sich die Zahl der Todesfälle in dieser Altersklasse gleichermaßen abnorm erhöht hat. Nach meinem Kenntnisstand ist dies nicht der Fall (auch wenn Sie jetzt so lange googeln werden bis Sie irgendwo eine Statistik finden, die Ihnen in den Kram passt), und somit Bedarf es auch keiner statistischen Auswertung, um u. U. festzulegen, welche Todesursache in dieser Altersgruppe am häufigsten auftritt. Die einzige Alternative zum Unfalltod ist, keinen Unfalltod zu erleiden. Nur leider werden Sie darauf nicht den geringsten Einfluss nehmen können, genauso wenig wie Sie kaum Einfluss auf die Minderung der Todesquote bei Jugendlichen nehmen können. Es bleibt Ihnen jetzt noch die Möglichkeit, darüber zu diskutieren, welcher Tod sich am besten oder am schlechtesten eignet. Vielleicht finden Sie irgendwo noch eine Statistik, die dies hervorheben wird?!

„Und eigentlich wollte ich Ihnen auch gar nicht nochmal schreiben.“

Das brauchen Sie nicht erwähnen, wenn Sie es am Ende doch tun. Sollen wir Ihnen jetzt dankbar sein, dass Sie sich unserer noch einmal erbarmt haben?

„ ... da das aus Zeitgründen zumindest zu dieser Meldung die letzte Äußerung von mir sein wird.“

Sie wiederholen sich.
Harzspross
11.02.2011, 21:13 Uhr
Unfallstatistik
Natürlich ist EINE Unfallstatistik für sich genommen nicht voll aussagekräftig. Und es stimmt, dass die Unfalltodeszahlen mit rund 3750 (oder so etwa)deutlich geringer sind als 1970, dem Jahr mit den meisten Unfalltoten in der Bundesrepublik mit rund 19.000.

Es geht doch aber gar nicht nur darum, ob die Zahlen in der Altersgruppe 18-25 erfreulicherweise gesunken sind, sondern vielmehr darum, wie diese prozentual unzweifelhaft hohen Zahlen in dieser Altersgruppe weiter gesenkt werden können. Sie geben mir bestimmt recht darin, dass jeder Verkehrstote einer zu viel ist. Natürlich sind diese Zahlen weiter zu verkleinern. Wieso nicht? Die Entwicklung, und übrigens auch die von ihnen kritisierten Statistiken, beweisen es doch. Nur dewegen hat man doch den Führerschein auf Probe und das begleitete Fahren eingeführt, durchaus mit Erfolg, die sich, wo auch sonst, in Statistiken niederschlagen.

Aber wie die schweren Unfälle un der hohe Anteil junger Leute als Verursacher zeigen, muss hier noch viel geschehen, zumal oft Unbeteiligte betroffen sind. Von daher ist jede Diskussion, und jede Maßnahme, die dies bewirkt, auch wenn ich mich wieder wiederhole, sinnvoll. Wenn wir immer davon ausgehen, nichts ändern zu können, dann ändert sich auch nichts. Das beweist die Realität - und das übrigens auch ohne Statistiken.

Schön, dass Sie noch einmal geschrieben haben.

Beste Grüße und ein schönes Wochenende
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)