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Di, 13:08 Uhr
08.02.2011

weniger und mehr

Von Januar bis November 2010 meldeten die Thüringer Amtsgerichte 3 911 Insolvenzverfahren. Das waren 39 Anträge bzw. 1,0 Prozent weniger als in den ersten elf Monaten 2009. Andererseits gab es mehr private Insolvenzen...

Grafik (Foto: TLS) Grafik (Foto: TLS)

Von Januar bis November 2010 meldeten die Thüringer Amtsgerichte 3 911 Insolvenzverfahren. Davon entfielen 14,6 Prozent auf Unternehmen und 85,4 Prozent auf übrige Schuldner (natürliche Personen als Gesellschafter u. Ä., ehemals selbständig Tätige, private Verbraucher und Nachlässe).

Damit ging nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik in den ersten elf Monaten des Jahres die Gesamtzahl der Insolvenzverfahren im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 39 Anträge bzw. 1,0 Prozent zurück.

3 604 Verfahren wurden eröffnet. Das waren 92,2 Prozent aller Insolvenzanträge. 279 Verfahren (7,1 Prozent) wurden mangels Masse abgewiesen und 28 Verfahren endeten mit der Annahme eines Schuldenbereinigungsplanes. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen bezifferten die Gerichte auf insgesamt rund 645 Millionen Euro. Pro Verfahren standen Forderungen von durchschnittlich 165 Tausend Euro aus.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ging im Vergleich der ersten elf Monate zum Vorjahr um 8 bzw. 1,4 Prozent auf 570 zurück. Die 570 insolventen Unternehmen beschäftigten zum Zeitpunkt des Antrages noch 2 899 Arbeitnehmer.

Der wirtschaftliche Schwerpunkt der Unternehmensinsolvenzen lag von Januar bis November 2010 mit 108 Verfahren weiterhin im Baugewerbe, gefolgt vom Bereich Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit 92 Verfahren. Gegenüber Januar bis November 2009 ging die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Baugewerbe um 18,8 Prozent und im Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen um 13,2 Prozent zurück.

Im Verarbeitenden Gewerbe war ein Anstieg der Unternehmensinsolvenzen von 63 auf 66 Insolvenzverfahren zu beobachten. In fast allen Dienstleistungsbereichen stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf niedrigem Niveau. Nach Rechtsformen betrachtet mussten am häufigsten Gesellschaften mit beschränkter Haftung (253) sowie Einzelunternehmen, Freie Berufe und Kleingewerbe (251) Insolvenz anmelden.

Bei den übrigen Schuldnern wurden 3 341 Verfahren gemeldet, 31 Verfahren bzw. 0,9 Prozent weniger als in den ersten elf Monaten 2009. 2 548 private Verbraucher nahmen von Januar bis November 2010 das Insolvenzrecht in Anspruch. Das waren 36 Verfahren bzw. 1,4 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Weitere 741 Verfahren (5,0 Prozent weniger als von Januar bis November 2009) betrafen ehemals selbständig Tätige, die die erneute Aufnahme eines früheren Insolvenzverfahrens beantragten.
Autor: nnz

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