eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Fr, 13:27 Uhr
18.02.2011

Schnäppchenalarm

Zehn Jahre nach Wegfall des Rabattgesetzes dominieren Sonderpreise ganzjährig die Handelslandschaft. Das ist auch in Thüringen so, konstatiert die IHK und zieht eine Art Bilanz...


Bis zum Jahr 2001 galt in Deutschland das 1933 eingeführte Rabattgesetz. Zehn Jahre nach Aufhebung der Vorschrift, die eine Gewährung von Preisnachlässen weitestgehend untersagte, dominieren nach Erkenntnissen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt jetzt ganzjährig Sonderpreise und Rabattaktionen das Bild der Thüringer Handelslandschaft.

„Couponmarke, Payback oder Kundenkarte, die Deutschen sind ein Volk von Schnäppchenjägern“, beschreibt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die vorherrschende Einkaufsmentalität einer Mehrzahl der privaten Konsumenten. Seien früher im Rahmen der deutschen Gesetzgebung lediglich Preisnachlässe von bis zu drei Prozent und kleinere Werbegeschenke möglich gewesen, wäre der Fantasie der Händler heutzutage keine Grenze gesetzt.

„Rund ein Drittel der Einzelhändler offeriert den Kunden regelmäßig und unabhängig von der Jahreszeit teils erhebliche Preisnachlässe. Nicht nur kleine Geschäfte, auch große Filialisten, Kaufhäuser oder Möbelhändler versuchen damit preisorientierte Verbraucher zu locken“, so Grusser.

Obwohl die traditionellen Sommer- und Winterschlussverkäufe noch beworben werden, ist deren Bedeutung weiterhin rückläufig. „Es gibt inzwischen andere Formen von dauerhaften, ganzjährigen Preissenkungen. Besonders beliebt sind Stückzahl-Rabatte nach dem Motto ‚Kauf drei, bezahl zwei‘“, sagt der IHK-Chef. Aber auch Anlässe wie Firmenjubiläen oder sportliche Großereignisse würden immer wieder eine willkommene Gelegenheit für anlassorientierte Aktionen der Händler bieten und zahlreiche Schnäppchenjäger auf den Plan rufen. Zudem hätten sich die verschiedensten Kunden- und Sammelkarten in den letzten Jahren stark durchgesetzt.

Aufgrund der im Vergleich geringeren Kaufkraft von nur rund 85 Prozent des Bundesdurchschnittes wären gerade die Konsumenten der ostdeutschen Länder sehr preissensibel. Die Erfolge der Discounter, aber auch der erst kürzlich an Gera vergebene „Schnäppchen-Preis-Award“ für die rabattfreudigste deutsche Stadt sprächen dabei eine deutliche Sprache.

Die teilweise befürchteten dramatischen Verwerfungen im Handel oder eine Verwilderung der Wettbewerbssitten nach der Aufhebung des Rabattgesetzes seien nicht eingetreten. „Gerade die heute verfügbaren Internetportale bieten auch dem unkundigen Verbraucher vielfältige Möglichkeiten, Preise und Produkte zu vergleichen“, ist sich Grusser sicher. Oftmals würden deshalb die Kunden schon mit klaren Preisvorstellungen auf Einkaufstour ziehen.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)