eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
So, 19:56 Uhr
20.02.2011

Dresden: (fast) Nazifrei!

Am gestrigen Samstag sollte in Dresden der größte Neonazi Aufmarsch Deutschlands stattfinden. Dazu kam es jedoch nicht: rund 20.000 Gegendemonstranten hatten sich in der Elbmetropole eingefunden, um den Aufmarsch zu verhindern. Die nnz mit einem kurzen Überblick.


Mahnwachen, Menschenketten, Demonstrationen und Blockaden aber eben auch Barrikaden, brennende Müllcontainer und gewalttätige Ausschreitungen hielten die Stadt Dresden am gestrigen Samstag in Atem. Laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund fanden sich rund 20.000 Menschen ein, um sich dem Aufmarsch von rund 3000 Neonazis entgegenzustellen.

Im vergangenen Jahr war es dem Bündnis „Dresden Nazifrei“, einem Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Organisationen, Parteien und Einzelpersonen, erstmals gelungen den jährlichen Propagandamarsch der extremen Rechten zu verhindern. 2010 hatten 12.000 Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland die geplanten Veranstaltungen der Neonazis blockiert. Diesen Erfolg wollte man dieses Jahr wiederholen.

Selbstverständlich war das, trotz der großen Zahl an Gegendemonstranten, nicht. Im Vorfeld hatte das Oberwaltungsgericht Bautzen das Vorgehen der Polizei im vergangenen Jahr verurteilt und entschieden, dass es Aufgabe der Ordnungsbehörden sei, die Durchführung der angemeldeten Aktionen von Seiten der Neonazis zu ermöglichen.

Der ursprüngliche Plan der Behörden war es daher, in diesem Jahr beide Lager strikt zu trennen und die Elbe als natürliche Grenze zu nutzen. Bereits am Vormittag zeichnete sich jedoch ab, dass diese Strategie nicht aufgehen würde. Während sich die Neonazis im Süden des Hauptbahnhofs sammelten, gelang es Gegendemonstranten die geplante Marschroute mit vielen kleinen und größeren Blockaden zu besetzen. In der Südvorstadt Dresdens kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Gegendemonstranten und der Polizei, als diese versuchte den Bereich abzuriegeln bzw. zu räumen. Einige tausend Gegendemonstranten durchbrachen Polizeiabsperrungen, errichteten Barrikaden und zündeten Müllcontainer an, die Polizei griff zu Schlagstock, Pfefferspray und Wasserwerfer.

Einzelne Gruppen Rechtsextremer waren außerdem im Westen der Stadt unterwegs. Während rund 500 Neonazis am späten Nachmittag in Richtung Leipzig aufbrachen, um dort eine Spontandemonstration abzuhalten, sammelten sich im Stadtteil Plauen ca. 1300 Rechtsextreme um hier zu marschieren. Aber auch daraus wurde am Ende nichts. Mit Mühe und Not konnte eine völlig überforderte Polizei gerade noch ein Aufeinandertreffen der beiden Lager verhindern.

Das Bündnis „Dresden Nazifrei“ verbuchte den gestrigen Tag als Erfolg. Die drei angekündigten Veranstaltungen der Neonazis konnten verhindert werden und auch in Leipzig gelang es den Rechtsextremen letztlich nicht, doch noch einmal aufzumarschieren. Die Polizei kritisierte die Brutalität einiger linker wie auch rechter Demonstranten und will nun eine Sonderkommission „19.Februar“ einsetzen, die Straftäter gezielt verfolgen soll. Etwa 50 Demonstranten waren wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Körperverletzung und Widerstands gegen die Staatsgewalt in Gewahrsam genommen worden.

In den überregionalen Medien waren es vor allem die Bilder der Ausschreitungen, welche die Berichterstattung bestimmten. Unter den 20.000 Gegendemonstranten sollen sich laut Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) rund „3000 Autonome“ befunden haben. Im bürgerlichen Spektrum waren auch rund 40 Personen aus Nordthüringen vertreten. Die nnz wird in den kommenden Tagen einen ausführlichen Erfahrungsbericht eines Nordhäusers veröffentlichen, der an den Demonstrationen teilnahm.
Autor: agl

Anzeige symplr (6)
Kommentare
ogdan
20.02.2011, 20:33 Uhr
Der Schoß ist fruchtbar noch ...
In welchem Land will ich leben? In einem Land, in dem Demonstrationsfreiheit herrscht - aber nur für Demonstranten, die dem Establishment genehm sind?

In welchem System will ich leben? In einem System, daß Gewaltenteilung kennt, in dem sich das Establishment aber einfach über Gerichtsurteile hinwegsetzt?

Welche Meinungen will ich hören? Unter Meinungsfreiheit geäußerte legale Meinungen, die unter dem Hagel von Pflastersteinen verstummen?

Der Schoß ist fruchtbar noch! Denkt daran, die, die kommen werden nicht nochmal braune Hemden tragen und einen kleinen Rotzfänger unter der Nase! Der Faschismus von heute wählt vielleicht als seine Symbole den Regenbogen, Kerze und ineinandergreifende Hände. Die Anführer sind vielleicht bärtige Bundestagsabgeordnete oder dickliche Parteifrauen.

Und trotz aller dieser oberflächlichen Unterschiede ist es dieselbe Intoleranz, dieselbe felsenfeste Überzeugung, absolut Recht zu haben und diese Rechthaberei nötigenfalls auch mit Gewalt durchzusetzen.

Mir wird Angst und Bange vor diesen Deutschen in Dresden.
Erz815
20.02.2011, 21:51 Uhr
Demonstranten als Super-Oberverfassungsgericht
Wenn die Menge der Gegner eines Anliegens groß genug ist, kann sie also den Befürwortern das Demonstrieren verbieten.
Ich dachte immer, Verbote sind in einem Demokratischen Rechtsstaat Sache der Gerichte, hier hier tritt aber eine gut organisierte große Gruppe auf, die im Besitz der Wahrheit zu sein behauptet und Ihren Anspruch mit (m/p)assiver Gewalt durchsetzt.

Vielleicht wird das nächste Mal ja eine katholische Fronleichnamsprozession nieder gepfiffen oder demonstrierende Autofahrer zerstören ein Naturschutzgebiet, wo eine Straße durch soll, oder Chaoten stören einen Karnevalsumzug und lösen eine Massenpanik unter den Narren aus, weil einer der bunten Wagen politisch unkorrekt ist.

Ich meine, nach einer Überarbeitung der Demo-Gesetze sollten die Landesverfassungsgerichte über das Verbot von Demos entscheiden und wer sich dann nicht danach richtet, ist selber ein Verfassungsfeind und wird entsprechend hart bestraft.
Retupmoc
21.02.2011, 08:04 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Verstoß gegen AGB
Retupmoc
21.02.2011, 08:58 Uhr
Dann versuche ich es mal weicher und genehmer zu formulieren...
... es ist eine Frechheit, wie Leute unter dem linken Deckmantel mit der Polizei umgehen. Polizisten werden beschimpft, geschlagen, beworfen usw. um eine genehmigte Demo zu brechen. Das bezeichnen Linke also als Rechtsstaat? Gute Nacht Rechtsstaat sage ich dann. Die Linke wird sich von diesen Chaoten bestimmt nicht distanzieren. Oder? So ist die Linke nicht mehr wählbar.

Zusatz:

Die Demo war genehmigt. Aus und Punkt. Dann muss man halt im Grundgesetz etwas ändern. Das Anliegen der Rechten fand ich persönlich in Ordnung. Man sollte schon einmal darauf hinweisen, das Amis und Engländer mit Brandbomben Frauen und Kinder aus Rache ausgelöscht haben.

Dass der Krieg von Deutschland ausging ist dabei unbestritten und ist eine Schande für dieses Land. Das rechtfertigt aber keinesfalls blinde und sinnlose Rache. Auch wenn die Rechten dies fürsich vereinnehmen wollen, was Wahrheit ist muss auch Wahrheit bleiben!
Nordhäuser0815
21.02.2011, 12:01 Uhr
Neutrale Presse?!
Das zum Thema Politisch neutrale Presse....
TeeEff
21.02.2011, 12:36 Uhr
Die Polizei...
hätte die Demo auflösen sollen als vorm Dresdner Bahnhof von den Nasen "Nationalsozialismus jetzt!" skandiert wurde. Auch den ankündigungslosen Einsatz von Wasserwerfern bei Minusgraden auf Menschen die nur eine Kreuzung passierten, halte ich persönlich für nah an versuchtem Totschlag.

Wer das Video gesehen hat wie die Nasen einen multikulturellen Jugendtreff zerlegten und die Polizei tatenlos zusah, weiß das die Reichskristallnacht keine Ausnahme war und der Schoß noch fruchtbar ist. Es ist ein Wunder das dabei keiner getötet wurde!
Wolfi65
21.02.2011, 13:32 Uhr
Geht es noch schlimmer?
Öffentliche Beleidigungen nehmen immer mehr zu. Gerade von Leuten, von denen man eigentlich ein wenig Fingerspitzengefühl voraussetzt.

@TeeEff haben Sie keine Nase, oder was fällt Ihnen als nächste Beleidigung des politischen Gegenübers ein?
Haben die Linken in Dresden nicht genug angerichtet?

Von dieser Klientel haben die Bürger in Dresden bestimmt genug gesehen. Wer randaliert und die Ordnung und Sicherheit gefährdet, muss sich nicht über Wasserwerfer und Tränengas aufregen.

Es wurde eine genehmigte Demo von Linken Kravallmachern zu Unrecht gestört. Wem wollen Sie nach den Bildern von Dresden die Friedfertigkeit des Linken Spektrums noch Verkaufen?
Kreisbuerger
21.02.2011, 13:37 Uhr
Danke nnz...
... für die ersten vier "veröffentlichten" Kommentare. Das nenne ich Meinungsfreiheit. Leider keine Selbstverständlichkeit - auch hier in dieser online-Zeitung.
Der Kommentator unter mir, stand dann wohl eher auf der Seite der Gesetzesbrecher und Randalierer, seiner Meinung nach aber trotzdem auf dem Boden des Grundgesetzes.
TeeEff
21.02.2011, 13:45 Uhr
Und hier mal das Video
Damit die Patrioten hier ihre braunen Kameraden bei der Arbeit sehen können:

youtube.com/watch?v=1IkX5J3TwVA

JA - das waren die Neo-Nazis!
Nicht der oft gescholtene schwarze linke Block - auch wenn es für Vorverurteiler dank Medienmanipulation erstmal so aussehen mag. Erkennt man auch gut an den mitgeführten Fahnen!

Wenn das Ihre demokratischen Proteste sind die man aushalten muss...dann nein, aber nein danke!
Totofino
21.02.2011, 15:44 Uhr
Welche politischen Grundlagen ?
Die BRD wurde unter anderen auch durch Nazis aufgebaut, diese waren reingewaschen durch den "Persilschein" (Entnazfiziert), übrigens hattte so einen Schein auch Sepp Herberger, Trainer des Fussball - Weltmeisters 1954 erhalten.

Das Grundproblem ist, dass rechte Parteien in dieser Bundesrepublik erlaubt sind, aber warum sollten damals Altnazis Parteien mit ihrer Gesinnung verbieten ?
Solange solche Parteien erlaubt sind, haben sie leider auch das Recht zu demonstrieren.

Es ist dabei fadenscheinig, das zur Schau stellen von rechten Symbolen zu verbieten.

Die Polizei ist zu bedauern, sie leidet an unklaren Verhältnissen in diesem System, muß dieses System aber schützen.

Die Gewalttätigkeit ist immer zu verurteilen, egal aus welcher Richtung sie kommt, ob von links von rechts oder vielleicht auch von gewaltbereiten "Fussballfans", hier müssten der Polizei oder Justiz Mittel in die Hand gegeben werden, um dieses Rowdytum unterbinden zu können.
Retupmoc
21.02.2011, 16:55 Uhr
Sperrt Sie alle ein,
die Linken Chaoten wie die Rechten, dann herrscht Ruhe auf der Straße. Vielleicht fragt man mal bei Putin an, ob in Sibirien nicht ein Aareal zur Verfügung steht, wo die sich die Köpfe einklopefn können?


Es gilt für alle Teeff...ich könnte jetzt auch Videos mit Linken Chaoten reinstellen, das erspar ich mir. Keine Plattform für Assis!
TeeEff
21.02.2011, 20:42 Uhr
Versuchte Delegitimation
des Zusammenwirkens eine breiten Bürgerbündnisses quer durch alle Gesellschaftsschichten mit mehr als 20.000 Gegendemonstranten wegen einigen Chaosfans - mehr fällt den Nationalen nicht ein?

Schwach - sehr schwach!

Übrigens - echte Patrioten hätten auch gegen diese Neonazis demonstriert, da die wüssten, dass nur deren braune Ideologie - der sie immer noch nachhängen - ein ein 3/4 Jahr geführter Bombenkrieg gegen den Großraum London, mit über 43.000 Toten und 1 Mio zerstörten Häuser 1940/41 überhaupt erst zu diesen Flächenbombardements geführt haben und überhaupt diese bescheuerte Idee der Herrenrasse und der Traum vom Lebensraum, Deutschland wie auch die ganze Welt in ein unsägliches Elend gestürzt.

Und genau das skandierten diese Nazis dort. UNVERBLÜMT!

Man wollte den totalen Krieg - und den hat man dann auch bekommen - statt man daraus lernte, wollen diese das gleich nochmal probieren - nur diesmal bitte mit umgekehrten Ausgang...

Einige sind so unbelehrbar wie die Hitlerjungen und BdMler-Mädchen, die selbst am 3./4. April hier in Nordhausen im Keller, als die Bomben fielen, noch an den Führer und den Endsieg glaubten!
Die ganz erschrocken waren, als Erwachsene ihnen für diese Aussage eine gescheuert haben und ihnen ganz klar sagten das der Krieg verloren ist und sie sich diese hirnverbrannten Großdeutschen Fantasien endgültig abschminken können und endlich die Klappe halten sollen.
Kreisbuerger
21.02.2011, 21:01 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
I.H.
21.02.2011, 21:37 Uhr
Wozu so viele Worte,
trotz Schutz durch 'ne Menge Geld kostende Polizisten haben's die kleinen "NS-Stürmer" nicht geschafft, irgendwo dran rumzuruckeln!

Die Dresdner haben ihnen gezeigt, dass man auf ihre Anwesenheit gern verzichtet. Hundert oder sogar nur fünfzig gut ausgebildete Bundespolizisten haben fünfhundert von denen mal eben in einen "Kessel" gesteckt und stundenlang "ruhiggestellt"!

In China ist ein Sack Reis umgefallen und in Deutschland wollten die Nazis demonstrieren!

Viel wichtiger ist, dass die Nazis aus den Parlamenten rausfliegen!
Wolfi65
22.02.2011, 10:02 Uhr
Na,ja
Daß mit dem aus den Parlamenten herausfliegen, hätten hier Einige gerne.
Aber daraus wird nichts. Massenarbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit und immer größere soziale Kälte werden vom Wähler honoriert. Man wird sehen was noch kommt? Dresden usw. war nur der Anfang.
Aber nicht das Ende.
Retupmoc
22.02.2011, 11:35 Uhr
Wozu so viel Worte, Part 2
Richtig, Jupp... wenn die Linken es gutheissen, das Steine auf Polizisten fliegen, das Brände gelegt werden und Fensterscheiben zertrümmert werden und das auch noch als tolle Aktion dargestellt wird...

dann ist die Linke nicht mehr wählbar für mih und ich werde demnächst mein Kreuzchen auf der rechten Seite abgeben.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)