eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Di, 14:17 Uhr
01.03.2011

nnz-doku: Optimistische Stimmung

Die nnz und kn hatten heute bereits über die Erwartungen der Industrie- und Handelskammer hinsichtlich der Konjunktur in diesem Jahr berichtet. Hier liefern wir Ihnen einen umfassenden Überblick für Nordthüringen aus Sicht der Kammer...


Die Konjunkturkurve zeigt weiter nach oben, die Geschäfte laufen gut und die Unternehmer versprühen auch für die kommenden Monate viel Zuversicht. Über nahezu alle Branchen hinweg sind die Firmenchefs optimistisch, dass der Aufschwung anhalten wird. Der Konjunkturklimaindex, der sowohl die aktuelle Situation der Unternehmen als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, steigt um 4 Prozent zur vorhergehenden Analyse und erreicht jetzt 118 von 200 möglichen Punkten, wie zuvor nur in den Boom-Jahren 2007 und 2008. Noch vor einem Jahr lag der Index bei 99 Punkten. 

Zur Industrie- und Handelskammer gehören in den Landkreisen Nordhausen, Eichsfeld und Kyffhäuserkreis rund 13.000 Unternehmen. 75 Prozent schätzen die gegenwärtige Geschäftslage als gut bis befriedigend ein und das quer durch alle Branchen. Kurzarbeit ist kein Thema mehr. Steigende Auftragseingänge haben die Kapazitätsauslastung wesentlich verbessert und auch die Ertragslage der Unternehmen zeigt wieder eine positive Entwicklung. Damit sind die Voraussetzungen für neue Investitionen gegeben, wobei hauptsächlich in moderne Maschinen und Anlagen investiert wird. Dies dürfte auch weiterhin positive Auswirkungen auf den Nordthüringer Arbeitsmarkt haben. 

Die überwiegende Mehrheit der Firmenchefs will die Zahl der Mitarbeiter konstant halten oder sogar erhöhen. Insbesondere im Landkreis Eichsfeld und Nordhausen sind die Signale für steigende Beschäftigtenzahlen recht deutlich. Insbesondere die Investitionsgüterhersteller – etwa Fahrzeugbau, Maschinenbau und Elektrotechnik – berichten von stark gestiegenen Auftragseingängen. Vor allem die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes bestimmen die Dynamik des wirtschaftlichen Aufschwungs. Die Geschäftserwartungen sind für die nächsten Monate weiter freundlich, wenngleich diese Einschätzung nicht von allen Wirtschaftsbereichen gleichermaßen getragen wird. 

Trotz des insgesamt optimistischen Geschäftsausblicks bestehen für das weitere Wirtschaftswachstum in Nordthüringen zum Teil erhebliche Risiken. Die befragten Unternehmen sehen insbesondere durch die nicht kalkulierbare Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise die größten Gefahren für Kosten und Rentabilität. Das Wachstum stellt neue Herausforderungen an die Liquidität. Akute Fragestellungen sind:
  • Auftragsvorfinanzierung
  • Investitionen
  • Mangel an qualifizierten Mitarbeitern.
Die vergangenen zwei Jahre haben Substanz verzehrt mit der Folge unzureichender Finanzausstattung und schlechter Bilanzen. Aber auch die Folgen für den privaten Konsum durch Kostenbelastungen der privaten Verbraucher sind nicht zu unterschätzen. 
 

Industrie

Die Industrie ist wesentlich schneller als erwartet aus der Krise herausgekommen. Hier stehen die Weichen seit einigen Monaten auf Wachstum. Durchweg sind bei allen Fragestellungen der jüngsten Konjunkturbefragung positive Beurteilungen bzw. Bewertungen hervorgegangen. 51 Prozent der befragten Unternehmen bewerten die gegenwärtige Geschäftslage mit gut, 39 Prozent mit befriedigend und nur jeder Zehnte beurteilt die Lage mit schlecht. Für die kommenden Monate wird von einer weiterhin günstigen wirtschaftlichen Entwicklung ausgegangen. Immerhin 35 Prozent sprechen sich dafür aus, 57 Prozent sehen eine Verstetigung der gegenwärtig guten Situation. 

Insbesondere aus dem industriellen Bereich sind auch positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt zu erwarten. Während 81 Prozent von gleichbleibenden Beschäftigtenzahlen ausgehen, signalisieren 15 Prozent weiteren Stellenzuwachs. Steigende Investitionsbereitschaft, insbesondere in Maschinen und Ausrüstungen, verdeutlichen die gute Auftragslage einer Vielzahl von Betrieben und das Erreichen von Kapazitätsgrenzen. Bei allem Optimismus darf nicht übersehen werden, dass der Aufschwungprozess von schwer kalkulierbaren Risikofaktoren gebremst werden kann. Als größte Risikofaktoren werden von den Unternehmen die steigenden Rohstoff- und Energiepreise ausgemacht. Problematisch ist auch die Situation in einigen Euroländern, denn Europa ist der wichtigste Absatzmarkt. 

Einzelhandel

Die Stimmungslage zu Beginn des Jahres 2011 zeigt sich im Nordthüringer Handel recht freundlich. Die negative Umsatzentwicklung vergangener Jahre konnte erstmals wieder in ein leichtes „Plus“ umschlagen, allerdings ausgehend von einem niedrigen Niveau. Der Saldo aus guten und schlechten Einschätzungen der Geschäftslage liegt mit + 10 im positiven Bereich und konnte sich gegenüber dem Vorjahr verbessern. 

39 Prozent der Einzelhändler bewerten ihre gegenwärtige Geschäftslage mit gut, der Vorjahreswert lag bei 25 Prozent. 22 Prozent erwarten eine günstigere Entwicklung, das waren vor einem Jahr lediglich 16 Prozent. Die weitere Erholung auf dem Arbeitsmarkt bei stark rückläufiger Kurzarbeit hat den privaten Konsum steigen lassen und bescherte dem Einzelhandel gute Geschäfte. 

Die positive Entwicklung im Handelssektor schlägt sich jedoch nicht bei den Beschäftigtenzahlen nieder. Nach wie vor liegt der Trend bei der Umwandlung von Vollzeitstellen in Teilzeitstellen. Bei den Beschäftigungsabsichten liegt der Saldo zwischen Betrieben mit Personalzuwachs bzw. Personalrückgang mit ./. 7 im negativen Bereich (im Vorjahr ./. 13). Eine Trendwende ist nicht in Sicht. 

Verkehrsgewerbe

Der Aufschwung hat auch den Güterverkehr erreicht. Mit dem gestiegenen Transportaufkommen hat sich die konjunkturelle Situation des Güterverkehrs in Nordthüringen deutlich verbessert. Damit konnte sich die Branche aus dem Stimmungstief Ende 2009 / Anfang 2010 schrittweise wieder nach oben kämpfen und nunmehr am Aufschwung teilhaben. Der Anteil optimistischer Einschätzungen erreicht mittlerweile 40 Prozent (vor einem Jahr 8 Prozent), das ist das höchste Ergebnis der letzten Jahre. Die unzufriedenen Unternehmen sind weiter zurückgegangen und liegen zum Jahresbeginn 2011 bei 12 Prozent. 

Auch die künftigen Erwartungen sind durchaus positiv, jedoch mit zunehmender Zurückhaltung. Nur noch die Hälfte der Unternehmen mit derzeit optimistischer Einschätzung geht von einer günstigeren Entwicklung aus, es sind genau 21 Prozent. 71 Prozent – und damit der überwiegende Teil – erwarten jedoch für die nächsten Monate eine gleichbleibende Entwicklung. Wo mehr investiert und produziert wird, muss auch mehr transportiert werden. Mit dem Rückenwind einer immer höheren Industrieproduktion dürfte sich das Transportaufkommen   weiter erhöhen. Die Auftragsbüchen füllen sich schneller als erwartet, stillgelegte Fahrzeuge rollen wieder und ausgemusterte Fahrzeuge müssen ersetzt werden. 

Insgesamt bleibt die wirtschaftliche Lage dieser Branche aber anfällig. Die gegenwärtig instabile Lage in Nordafrika und die insgesamt steigende Nachfrage nach Rohöl auf dem Weltmarkt   lassen die Dieselpreise explodieren und führen zu rasanten Steigerungen der Betriebskosten und damit zur Ertragsschwäche. Der Saldo von ./. 28 bei den Positiv- und Negativäußerungen der Unternehmen zur Ertragslage untermauert diese Aussage. 

Während häufig Stellenanzeigen für Kraftfahrer zu lesen sind, überwiegen insgesamt die Negativmeldungen hinsichtlich künftiger Beschäftigungsabsichten. Acht P
rozent beabsichtigen Einstellungen, noch vor einem Jahr gab es hierfür keine positive     Aussage. Jedoch ist bei 29 Prozent ein Beschäftigungsabbau vorgesehen, gegenüber dem Vorjahr mit 48 Prozent jedoch eine positive Entwicklung. Vor diesem Hintergrund bestehen Zweifel an der Nachhaltigkeit des derzeit aufgezeigten positiven Stimmungsbildes. 
 

Baugewerbe

Das dem Bereich der Industrie- und Handelskammer zugehörige Baugewerbe bereitet gegenwärtig noch leichte Sorgen. Die Stimmungslage im Baugewerbe ist auch zu Beginn des Jahres 2011 überwiegend positiv, wenngleich sich die Wachstumsdynamik im letzten Jahr abgeschwächt hat. Der frühzeitige  Wintereinbruch hat sicherlich seinen Anteil daran. Zum anderen haben die großen Baubetriebe kaum von den Konjunkturprogrammen profitieren können. 

Der Anteil der Optimisten hat sich gegenüber der Vorjahresumfrage von 17 Prozent auf 6 Prozent verringert. Von schwieriger Wirtschaftslage sprechen 25 Prozent, im Vorjahr waren dies 18 Prozent. Die Mehrzahl der Befragten bewertet ihre Lage als befriedigend. Für die künftigen Monate hellt sich das Stimmungsbild jedoch etwas auf. Der positive Trend bei der Auftragsentwicklung lässt die Zahl der Optimisten wieder auf 16 Prozent steigen und die der Pessimisten sinken. Allmählich ist ein Auftragszuwachs zu verzeichnen, witterungsbedingt stillgelegte Baustellen werden wieder aktiviert. 

Die Baubranche blickt zwar im Gegensatz zu den vorangegangenen Umfragen weniger pessimistisch auf die Entwicklung in den kommenden Monaten, im Saldo überwiegen in diesem    Bereich dennoch negative Einschätzungen.  Besonders schlecht wird die Entwicklung der künftigen Ertragslage eingeschätzt. Als größte Risikofaktoren benennt die Branche die Arbeitskosten und Rohstoffpreise. 
 
Ebenfalls von Zurückhaltung sind die Personalplanungen geprägt. In etwas über der Hälfte der Unternehmen sind keine personellen Änderungen geplant. 12 Prozent beabsichtigen, ihre Beschäftigtenzahl zu erhöhen, jedoch signalisieren auch 35 Prozent eine Reduzierung.  
Autor: psg

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)