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Do, 12:57 Uhr
03.03.2011

Wirtschaft fordert Einheitsabitur

Der Ruf nach gemeinsamen Bildungsstandards in Deutschland wird lauter. In einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung, an der sich mittlerweile 150.000 Bundesbürger beteiligt haben, fordern 90 Prozent eine Angleichung der unterschiedlichen Schul- und Bildungsformen. Diese deutliche Tendenz bestätigt nun auch eine aktuelle Online-Befragung der Erfurter Industrie- und Handelskammer (IHK).


„Unterschiedliche Lehrpläne und Prüfungsstandards in den einzelnen Bundesländern sorgen bei der Wirtschaft und den Eltern zunehmend für Unzufriedenheit“, berichtet IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Auch deshalb würden 94 Prozent der rund 250 Teilnehmer einer IHK-Online-Befragung für ein gesamtdeutsches Einheitsabitur votieren.

Die nationale Vergleichbarkeit der Schulabschlüsse eines Jahrgangs sei sowohl für Personalchefs als auch für Universitäten eine echte Herausforderung. „Es ist auf den ersten Blick fast unmöglich zu unterscheiden, ob ein schlecht benoteter Ausbildungs- oder Studienplatzbewerber aus Bayern tatsächlich einen höheren Leistungsstand besitzt, als ein Schulabgänger aus Thüringen mit guten Noten“, kritisiert der IHK-Chef. Im Sinne der Chancengleichheit beim Start ins Berufsleben sei nicht nachvollziehbar, weshalb in jedem Bundesland andere Regeln und Standards existieren.

Der IHK-Hauptgeschäftsführer appelliert an die Thüringer Bildungspolitiker, die Forderungen der Unternehmer und Bürger ernst zu nehmen und den Reformprozess auf nationaler Ebene voranzutreiben. „Thüringen könnte in diesem Prozess eine Vorreiterrolle spielen. Gute bildungspolitische Ansätze und Innovationen – wie längeres gemeinsames Lernen – belegen die Aufgeschlossenheit des Thüringer Bildungssystems zu Veränderungen“, so Grusser.

Der Grundgedanke des föderalistischen Prinzips in Deutschland, die Qualität in der Bildung durch Wettbewerb und Konkurrenz der Bundesländer untereinander zu erhöhen, würde durch die Studie neuerlich infrage gestellt. So sieht dies laut Bertelsmann aktuell auch jeder fünfte Bundesbürger. „Die Ergebnisse sind ein deutliches Votum gegen den Bildungsföderalismus. Einerseits werden in Deutschland Quotenregelungen gefordert, um Benachteiligungen auszugleichen, andererseits fördern und dulden wir verschiedene Bildungsstrukturen. Chancengleichheit sieht anders aus“, mahnt Grusser.

Leider würden 80 Prozent der deutschlandweit Befragten jedoch stark daran zweifeln, dass auf Seiten der Politik die entsprechende Veränderungsbereitschaft besteht.
Autor: nnz

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Kommentare
Paulinchen
03.03.2011, 17:53 Uhr
Wo für haben wir eigentlich das Bundesbildungsministerium?
Ist die Bundesbildungsministerin eigentlich noch zeitgemäß? Hier in Deutschland sind doch die zu vielen Bundesländer für die Bildung der Kinder eigenverantwortlich oder ist mir da was entgangen?

Von einem Direktor einer Regelschule habe ich im Fernsehen kürzlich erst hören müssen, dass seine Schüler in aller Regel ohne hin nur Hartz IV lernen(!) Unsere Politiker sprechen so gern von Globalisierung. Nur haben sie den Laden im eigenen Lande nicht im Griff. An der Spitze steht das Bildungsystem. Von Arbeitnehmern wir Flexilibität verlangt.

Wer heute in Sasssnitz arbeitslos wird und in Füssen Arbeit bekommt, der muss umziehen. Nur für dessen Kinder bricht eine Welt in der Schule zusammen. Das Bildungssystem stammt aus der Zeit, in der die Spatzen noch Gamaschen getragen haben. Darum sollte sich, so glaube ich, das Bildungsministerium doch vordergründig bemühen, um diese Missstände zu beseitigen. Aber da verschwendet die Chefin (Fr. Dr. Schavan) lieber die Zeit damit, dem Kollegen zu Guttenberg noch den Dolchstoss zu versetzen.

Ich glaube, dass es kaum jemand zur Kenntnis genommen hat, dass die Herren Clement und Merz in 2010 einen Vorschlag veröffentlicht haben, in dem zu lesen war, dass Deutschland sich auf 8 Bundesländer reduzieren sollte. Finde ich sehr gut!! 8 Landtage weniger, 8 Europaabgeordnete weniger usw. Ne Menge Geld kommt da zusammen. Geld, was der Bildung unserer Jugend gut stünde, meint Paulinchen
dlareg
03.03.2011, 21:32 Uhr
Schulreform
Wenn ich die heutige "Null Bock" Generation sehe habe ich wirklich Angst alt zu werden.Ich bin nun wirklich keiner, der die DDR verherrlicht, aber das Schulsystem hat funktioniert, weil wie Paulinchen schreibt in Saßnitz das Gleiche gelehrt wurde wie im Erzgebirge.

Es kann doch auch nicht sein, dass Eltern entscheiden ob mein Kind in der Grundschule Zensuren bekommt oder nicht. Bildung ist das wichtigste Gut in einer Demokratie.Zum Thema Bildungsministerium nur soviel " Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus".
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