eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Di, 16:38 Uhr
15.03.2011

Wirtschaft verlangt Konzept

Angesichts der tragischen Ereignisse in Japan hat die Bundesregierung ein Atom-Moratorium beschlossen. Das stellt die einheimische Wirtschaft vor viele offene Fragen. Die Erfurter Industrie- und Handelskammer (IHK) warnt deshalb vor übereilten Entscheidungen. Parteipolitik und Panik seien schlechte Ratgeber bei der Neuorientierung der Energieversorgung...


„Für die Umsetzung einer langfristig orientierten Energiepolitik sind in erster Linie versorgungssichere und zukunftsfähige Lösungen gefragt“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Die regenerativen Ressourcen, wie die stark schwankenden Energieträger Photovoltaik und Wind könnten gegenwärtig ein Abschalten der Kernkraftwerke nicht kompensieren. „Jede 5. Kilowattstunde in Deutschland entstammt der Kernenergie und das zu einem niedrigen Preis von 3 Cent pro Kilowattstunde im Vergleich zu 10 Cent bei Wind- bzw. 35 Cent bei Solarenergie“, so der IHK-Chef.

Grusser warnt eindringlich vor übereilten Entscheidungen: „Kurzfristiges parteipolitisches Kalkül angesichts bevorstehender Wahlen ist keine gute Basis für eine Energiepolitik, die auf Jahrzehnte ausgerichtet sein muss.“

Das plötzliche Umdenken der Bundesregierung hätte nun auch die Diskussion um die Zukunftschancen der Thüringer Photovoltaik- und Windindustrie neu entfacht. Aber auch innovative Lösungen für die Speicherung der Elektroenergie würden nun schneller benötigt. „In jedem Fall bedeutet ein Atomausstieg aber auch, dass neue Kraftwerke auf Erdgas-, Öl- oder Kohlebasis die Abhängigkeit von nur wenigen Rohstoffländern noch erhöht“, warnt Grusser mit Blick auf die Krisenregionen in Nordafrika und im Nahen und Mittleren Osten.

Fazit des IHK-Hauptgeschäftsführers: „Besonnenheit und Transparenz sollten jetzt Trumpf sein und uns für eine erfolgreiche zukunftsfähige Energiepolitik wappnen. Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit müssen dabei im Einklang stehen.“
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare
I.H.
15.03.2011, 21:01 Uhr
Die Wirtschaft
verlangt zwar Interessensvertretung aber keine Elefanten im Porzelanladen, die nur die Interessen der Energieversorger und Energieverschwender vertreten, sehr geehrter Herr Grusser.

Während in Japan die Reaktoren knallen wie die Sektkorken auf nem Jahresempfang der IHK, erfährt man aus Ihren Pressemitteilungen, dass Kernenergie die Energie mit dem niedrigsten Preis ist. Na schönen Dank auch für diese Art der "Volksaufklärung". Resultiert Ihr Preis aus ner Kalkulation von vor dem Supergau oder danach? Ist Ihnen eigentlich klar, was da in Japan gerade abläuft? Mal abgesehen von den vielen hundert Milliarden Euro/Dollar/Yen, den dieser Mist der Weltwirtschaft kostet, sind dort Millionen Menschen auf der Flucht. Krankheiten und Todesfälle sind nicht auszuschliessen.

Mir is schon klar, dass man die Energiewende nich in den nächsten drei Wochen schafft, aber auf solche Pressemitteilungen der IHK kann die Wirtschaft und die Welt getrost verzichten. Es war nicht zuletzt die zwangsbeitragsfinanzierte IHK, die jahrzehntelang kräftige pro Atompolitik betrieben hat. Die Politik hat leider nur das gemacht, was Sie und die anderen Lobbyisten wollten! Lernen Sie was draus und entwickeln selbst ein vernünftiges Energiekonzept. Dazu ist die Wirtschaft da!
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)