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Do, 12:03 Uhr
17.03.2011

Die Gedanken sind in der fernen Heimat

Masanori Kobayashi, Klarinettist im Loh-Orchester Sondershausen, ist stets heiter, immer gut aufgelegt. Doch in diesen Tagen ist sein Lächeln verflogen. Die Gedanken des Japaners sind in seiner Heimat. So geht es momentan auch den anderen vier Japanern, die in Nordhausen leben...

Zuhause am Nordhäuser Theater (Foto: I. Kühn) Zuhause am Nordhäuser Theater (Foto: I. Kühn)
Von links: Fumiko Okusawa, Youich Murakami, Kuniko Kobayashi, Masanori Kobayashi, Yuri Hamano – fünf junge Leute aus Japan, die derzeit in Nordhausen wohnen. Fumiko Okusawa und Yuri Hamano sind Tänzerinnen in der Ballettkompanie des Theaters, Yoichi Murakami ist Hornpraktikant im Loh-Orchester. Klarinettist Masanori Kobayashi lebt mit seiner Frau Kuniko und seinen drei Kindern schon seit vielen Jahren in Nordhausen

Seiner Frau Kuniko, den beiden Tänzerinnen Fumiko Okusawa und Yuri Hamano von der Ballettkompanie des Theaters Nordhausen sowie seinem Musikerkollegen Yoichi Murakami. Es sind erschütternde Bilder, die sie täglich über das Internet erreichen. Angst um die Familien, Freunde oder Verwandte ist jetzt allgegenwärtig.

Als in den ersten Tagen nach dem Erdbeben die Telefonverbindungen unterbrochen waren, war die Angst besonders groß, erzählt Fumiko Okusawa. Ihre Eltern und Großeltern leben in Tochigi, einer Region, die vom Erdbeben stark betroffen ist. Als die Erde zu beben begann, waren ihre Eltern mit dem Auto unterwegs. Sie schafften es nach Hause. Dort herrschte Chaos, fast nichts stand im Haus mehr auf seinem Platz. Eine Mauer am Haus war eingestürzt. Glücklicherweise blieb es bislang bei solchen Schäden. Doch jetzt hat ihre Familie Angst vor radioaktiver Strahlung. Das Atomkraftwerk Fukushima ist nur 80 Kilometer entfernt …

Fumiko Okusawa und ihre Landsleute von der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH möchten helfen. Doch wie, wenn man Tausende von Kilometern entfernt ist? Kurzerhand wurde vom Intendanten des Nordhäuser Theaters Lars Tietje eine Benefizveranstaltung organisiert, die am 2. April 2011 um 20 Uhr im Theater Nordhausen stattfindet. Die japanischen Tänzerinnen und Musiker werden sie gemeinsam mit Kollegen aus dem Theater und Orchester gestalten. Lars Tietje wird moderieren.

Alle Kolleginnen und Kollegen des Nordhäuser Theater und Loh-Orchesters hat das verheerende Unglück und die Sorge um das havarierte Atomkraftwerk in Japan berührt. Für die japanischen Künstler ist es derzeit auch nicht einfach, die Gedanken an die Ereignisse beim Tanzen oder beim Musizieren zu unterdrücken. „Aber es ist mein Beruf. Wenn man auf der Bühne steht, zählt in diesem Moment nur das. Die Gedanken vor und nach dem Auftritt sind schon schwer“, sagt Fumiko Okusawa.

Die fünf Japaner freuen sich sehr, dass ihre Kollegen sie unterstützen. Sie hoffen auch sehr, dass viele Nordhäuser zur Benefizveranstaltung kommen werden. Jüngster Mitwirkender ist am 2. April 2011 der siebenjährige Lyuta Kobayashi. Er wird, wie sein Vater, auf der Klarinette spielen. Alle Mitwirkenden an der Veranstaltung – auf und hinter der Bühne – arbeiten freiwillig und zusätzlich zu ihrem normalen Dienst daran mit, so dass der Erlös aus dem Kartenverkauf komplett den Opfern der Katastrophe zugute kommen wird.

Die Benefizveranstaltung beginnt am 2. April 2011 um 20 Uhr im Theater Nordhausen. Karten zum Preis von 15 und 20 Euro gibt es an der Theaterkasse, Tel. 0 36 31/98 34 und an allen anderen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH
Autor: nnz

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